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Julia 🐾Nero
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heute 20:13

"Gewöhnungseffekt" im Training?

Hallo ihr Lieben, Ein Thema das mich gerade akut wieder zur Verzweiflung bringt, sich aber seit ich Nero habe durchzieht. Wenn wir einen neuen Trainingsansatz probieren läuft es in der Regel so ab: Er versteht es relativ schnell (nicht Einstein schnell, aber doch zügig), dann erfolgt eine steile Lernkurve, in der das trainierte Verhalten immer besser ausgeführt wird und dann, für mich aus unerklärlichen Gründen, wachen wir eines Tages auf und er führt das Verhalten nicht mehr aus. Und es wird dann auch nicht mehr besser. Meine laienhafte, naive Vorstellung von Training ist, dass der Hund es mit der Zeit immer besser kann, es ihm immer leichter fällt und zum Normalzustand wird. Bei uns ist es genau anders rum. Am Anfang lernen und bemühen und wenn man das Gefühl hat er kann es, macht er nicht mehr mit. Hat jemand mit soetwas Erfahrung? Ist es eine Art Gewöhnung? Ich gehe schon davon aus, dass es an mir liegt. Allerdings scheint es kein Verständnisproblem zu sein. Zur Veranschaulichung, aktuell ist es wieder die Leinenführigkeit (tritt aber auch bei anderen Problemen wie Rückruf genauso auf). Wir haben jetzt zum dritten Mal mit einem Trainer versucht diese aufzubauen. Mit allen drei Methoden und Trainern lief es gleich ab. Relativ schnell verstehen was man will, immer besser werden und dann plötzlich einfach nicht mehr mitmachen. Zu dem Wort "Gewöhnung" würde mir noch "Abnutzung" einfallen, also das die Signale (sowohl positive als auch negative) ihre Wirkung verlieren und er anfängt sie völlig zu ignorieren, während er am Anfang noch beeindruckt ist. Aber das ist meine subjektive Interpretation und beide Begriffe passen auch nicht sonderlich gut. Ich bin ratlos. Diesmal schien es so vielversprechend zu sein 😞...
 
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Jörg
17. Juni 14:34
In den Zoo würde ich auch nicht gehen. Aber es gibt häufig recht schöne und große Wildschweingehege, in den sich die Tiere auch super zurückziehen können. Nero findet sie spannend, an einem Wildschwein, dass direkt am Zaun lag hat er sogar vorsichtig geschnuppert. Aber für ihn war Zaun/Gehege definitiv etwas ganz anderes, als "freie Wildbahn". Da dreht er auf und ist wie von Sinnen.
Daran siehst du das es hauptsächlich Neugier ist. Es ist eine Gruppen Dynamik die entsteht wenn eine Wildschwein Rotte über den Weg rennt. Das ist wahrscheinlich sein Punkt.
 
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Liane
17. Juni 14:38
Ich habe ihn schon vor der Wohnungstür warten gelassen, dann selber raus, eingeladen, wieder warten lassen, Tür zu, hin zu den Treppen, warten lassen, selber Treppen runter, einladen, gleiches an der Haustür. Dann sind wir los, ich mir dem inneren Mantra "ich bin jemand, der sich nicht durch die Gegend ziehen lässt". Und dann habe ich ihn immer wieder für 20 bis 30 Meter rangeholt mit unserem Leinenführigkeitssignal (bei mir) und wieder freigegeben zum schnüffeln/Geschäfte erledigen. Wenn er aber in Freigabe angefangen hat zu ziehen direkt zurück eingeladen und körpersprachlich zum bleiben aufgefordert. So, dass hat gestern erst mal richtig gut geklappt. ABER und ich hoffe ich enttäusche hier niemanden. Ich habe heute morgen alles genauso gemacht wie gestern. Mit noch ein bisschen mehr Zuversicht, weil es gestern geklappt hat. Und Nero ist wieder viel öfter vorgegangen. Bei weitem nicht so schlimm wie sonst (er hat nicht gezogen oder ist gesprungen), aber ich musste ständig dagegenarbeiten, auch wenn er mitgemacht hat. Ob er morgen wieder gar nicht hört 🤷🏻‍♀️?
Er muss ja erst mal merken das du jetzt konsequent bist, er probiert natürlich aus ob du das jetzt wirklich durchziehst. Wenn er merkt mit dir kann man nicht mehr rumdiskutieren wird das. Dann nimmt er dich auch ernst.
 
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Babs
17. Juni 15:04
Warst du mit Chino mal an einem Wildschweingehege? Wo die Wildschweine meist Menschen und Hunde am anderen Ende des Zauns gewöhnt sind und recht entspannt bleiben? Wäre interessant, ob es tatsächlich schon alleine der Geruch ist, oder die Bewegung und die Rotte als Ganzes. Und ob eine Desensibilisierung über Zeit eintritt, wenn ihr da einfach mal eine Stunde auf der Bank sitzt. Nero dreht bei Wildschweinen (im Wald, nicht am Gehege! ) auch auf, wie bei sonst keinem Wild. Ich bilde mir ein das liegt daran, dass Wildschweine im Gegensatz zu anderem Wild nicht nur Beute, sondern ernstzunehmende Gegner darstellen. Manchmal bilde ich mir ein, dass Nero Wettbewerb sucht, um seinen Kampfgeist zu befriedigen. Das ist etwas, das ich mit Suchspielen und Bewegung/Laufen nicht kompensieren kann. Sich einfach mal ernsthaft zu messen, zu beweisen und Widerstand zu bewältigen. Für jegliche Art von Beißsport sind wir nicht geeignet, schwierig da einen befriedigenden "Ersatz" zu finden.
Du kannst eingesperrte Wildtiere nicht mit in Freiheit lebenden Wildtieren vergleichen.
 
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Babs
17. Juni 15:08
Ich habe ihn schon vor der Wohnungstür warten gelassen, dann selber raus, eingeladen, wieder warten lassen, Tür zu, hin zu den Treppen, warten lassen, selber Treppen runter, einladen, gleiches an der Haustür. Dann sind wir los, ich mir dem inneren Mantra "ich bin jemand, der sich nicht durch die Gegend ziehen lässt". Und dann habe ich ihn immer wieder für 20 bis 30 Meter rangeholt mit unserem Leinenführigkeitssignal (bei mir) und wieder freigegeben zum schnüffeln/Geschäfte erledigen. Wenn er aber in Freigabe angefangen hat zu ziehen direkt zurück eingeladen und körpersprachlich zum bleiben aufgefordert. So, dass hat gestern erst mal richtig gut geklappt. ABER und ich hoffe ich enttäusche hier niemanden. Ich habe heute morgen alles genauso gemacht wie gestern. Mit noch ein bisschen mehr Zuversicht, weil es gestern geklappt hat. Und Nero ist wieder viel öfter vorgegangen. Bei weitem nicht so schlimm wie sonst (er hat nicht gezogen oder ist gesprungen), aber ich musste ständig dagegenarbeiten, auch wenn er mitgemacht hat. Ob er morgen wieder gar nicht hört 🤷🏻‍♀️?
Wie lange machst Du das denn jetzt mit dem Einladen, ranholen ....?
 
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Jörg
17. Juni 15:13
Wie lange machst Du das denn jetzt mit dem Einladen, ranholen ....?
Richtig da steckt eine ganz andere Dynamik dahinter. Dazu kommt noch Ernährung die bei Wild nunmal ganz anders ist. Als bei den In Gefangenschaft was zur Folge hat das da auch ein anderer Geruch dahinter steckt.
 
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SandrA
17. Juni 15:25
Wenn ich mir die Gesten in Gesamtheit anschaue, dann passt bei Nero am besten Führungsansage und Führungsaussage. Hohe Erregung spielt natürlich eine Rolle im Verhalten, aber Nero zeigt auch alle beschriebenen Verhalten in Ruhe und Zuhause. Wenn es nur das gewalttätige Leinenzerren wäre, dann würde ich es noch unter Erregung und Stress verordnen. Aber es sind viele Kleinigkeiten die beschrieben werden, die er macht. Angefangen von anrempeln beim Spielen, in Türen liegen, in den Weg stellen, sehr viel und nur markieren (ein Lösen gibt es nicht), Kontakt einfordern durch Stupsen, Pfote und Kopf auflegen usw usw. Ich habe es aus dem Buch so verstanden. Ein Hund stellt eine Führungsansage, wenn er sich für kompetenter hält. Das ist was Frank DA schon vor vielen Beiträgen mehrfach geschrieben hat. Nero hält mich nicht für kompetent. Die Führungsaussage kommt, wenn der Hund sich insgesamt für den tollsten hält. Sie beschreibt es als "ich hab mich umgesehen, ich bin der Geilste hier". Sich präsentieren, große Abstand draußen einhalten, imponieren, mit Gegenständen stolzieren. Also wir hätten nach anfänglicher Betrachtung den Fall, dass Nero sich speziell im Bezug zu mir für kompetenter und sich grundsätzlich für den geilsten hält. Ob das alles so stimmt ist natürlich eine andere Frage. Wir reden hier ja nicht von wissenschaftlichen Studien, sondern von der Beobachtung und Interpretation einer Frau, die mit vielen Hunden lebt. Muss man natürlich mit einer Prise Salz lesen. Aber völlig Unrecht wird sie auch nicht haben, wenn sie dauerhaft 30 bis 40 Hunde erfolgreich führt und mit ihnen lebt.
Ich freue mich sehr auf das Buch und bin gespannt, ob ich meine Hunde und einige meiner Gedanken auch darin wiederfinde und natürlich auch, wo es meine Sichtweise erweitert oder herausfordert. 😊

Klar, am Ende ist es eben immer Interpretation - die eigene, die des Trainers usw. Bei meinen Hunden halte ich daher viel davon, den Bereich zwischen Beobachtung und Interpretation mit möglichst vielen Perspektiven zu füllen.
Die Beobachtung ist erstmal da. Die Frage ist dann, welche Erklärung am Ende die hilfreichste ist, um den Hund besser zu verstehen und mit ihm umzugehen. Ich bin neugierig und frage mich oft, welche Erklärungen es noch geben könnte. Und was würde sich evtl ändern, wenn dieselbe Beobachtung eine andere Ursache hätte….😅

Deshalb schließen sich verschiedene Sichtweisen für mich auch gar nicht aus. Ein Hund kann gleichzeitig hoch erregt sein, bestimmte Lernerfahrungen gemacht haben, eine hohe Eigenständigkeit mitbringen und in seinem Verhalten soziale An-/Aussagen treffen.
Am Ende ist es vielleicht, wie so oft, von allem ein bisschen.
 
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Ina
17. Juni 15:43
Ich habe ihn schon vor der Wohnungstür warten gelassen, dann selber raus, eingeladen, wieder warten lassen, Tür zu, hin zu den Treppen, warten lassen, selber Treppen runter, einladen, gleiches an der Haustür. Dann sind wir los, ich mir dem inneren Mantra "ich bin jemand, der sich nicht durch die Gegend ziehen lässt". Und dann habe ich ihn immer wieder für 20 bis 30 Meter rangeholt mit unserem Leinenführigkeitssignal (bei mir) und wieder freigegeben zum schnüffeln/Geschäfte erledigen. Wenn er aber in Freigabe angefangen hat zu ziehen direkt zurück eingeladen und körpersprachlich zum bleiben aufgefordert. So, dass hat gestern erst mal richtig gut geklappt. ABER und ich hoffe ich enttäusche hier niemanden. Ich habe heute morgen alles genauso gemacht wie gestern. Mit noch ein bisschen mehr Zuversicht, weil es gestern geklappt hat. Und Nero ist wieder viel öfter vorgegangen. Bei weitem nicht so schlimm wie sonst (er hat nicht gezogen oder ist gesprungen), aber ich musste ständig dagegenarbeiten, auch wenn er mitgemacht hat. Ob er morgen wieder gar nicht hört 🤷🏻‍♀️?
Er wird dich jetzt testen. Jetzt musst du beweisen, dass du es ernst meinst und den längeren Atem haben!
Ich kenne das von meinen Hunden. Einmal ein Kommando nicht durchgesetzt und es wird über mehrere Tage getestet. Also: bleib dran! Mit Zuversicht, Ruhe, Freundlichkeit und klarer, bestimmter innerer Haltung. 👍
 
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Alois
17. Juni 16:10
Er wird dich jetzt testen. Jetzt musst du beweisen, dass du es ernst meinst und den längeren Atem haben! Ich kenne das von meinen Hunden. Einmal ein Kommando nicht durchgesetzt und es wird über mehrere Tage getestet. Also: bleib dran! Mit Zuversicht, Ruhe, Freundlichkeit und klarer, bestimmter innerer Haltung. 👍
Und bedenke immer, der Hund sieht hinter die Kulisse!
Dem kannst du nichts vormachen 😊
 
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Frank
17. Juni 16:12
Ich sehe da auch kein Problem sondern es entspricht seiner Rasse. Das ist halt das Ding mit dem Reiz wenn ich nur eine vier Punkte Reiz und das Reh oder das Wildschwein ein 20 Punkt Reiz ist wird es schwierig. Zumal das Verbot für ihn den Reiz noch viel interessanter macht.
Jörg,
bei all deinem Pochen und Hinweisen auf die Rasse deines Lieblings und warum vieles nicht geht, interessiert es mich ehrlich gesagt schon - oder erst recht - wie du ihn eigentlich beschäftigst oder "auslastest".

Egal wo ich mich über Amstaffs informiere,
überall wird er als sehr sportlicher und bewegungsfreudiger Hund beschrieben.

Magst du mal erzählen was Du alles so mit ihm unternimmst?
 
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Alois
17. Juni 16:37
Du kannst eingesperrte Wildtiere nicht mit in Freiheit lebenden Wildtieren vergleichen.
Hier ein Video aus einem Schwarzwildgatter😂

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