Wenn ich mir die Gesten in Gesamtheit anschaue, dann passt bei Nero am besten Führungsansage und Führungsaussage.
Hohe Erregung spielt natürlich eine Rolle im Verhalten, aber Nero zeigt auch alle beschriebenen Verhalten in Ruhe und Zuhause.
Wenn es nur das gewalttätige Leinenzerren wäre, dann würde ich es noch unter Erregung und Stress verordnen.
Aber es sind viele Kleinigkeiten die beschrieben werden, die er macht. Angefangen von anrempeln beim Spielen, in Türen liegen, in den Weg stellen, sehr viel und nur markieren (ein Lösen gibt es nicht), Kontakt einfordern durch Stupsen, Pfote und Kopf auflegen usw usw.
Ich habe es aus dem Buch so verstanden. Ein Hund stellt eine Führungsansage, wenn er sich für kompetenter hält.
Das ist was Frank DA schon vor vielen Beiträgen mehrfach geschrieben hat.
Nero hält mich nicht für kompetent.
Die Führungsaussage kommt, wenn der Hund sich insgesamt für den tollsten hält. Sie beschreibt es als "ich hab mich umgesehen, ich bin der Geilste hier". Sich präsentieren, große Abstand draußen einhalten, imponieren, mit Gegenständen stolzieren.
Also wir hätten nach anfänglicher Betrachtung den Fall, dass Nero sich speziell im Bezug zu mir für kompetenter und sich grundsätzlich für den geilsten hält.
Ob das alles so stimmt ist natürlich eine andere Frage.
Wir reden hier ja nicht von wissenschaftlichen Studien, sondern von der Beobachtung und Interpretation einer Frau, die mit vielen Hunden lebt.
Muss man natürlich mit einer Prise Salz lesen. Aber völlig Unrecht wird sie auch nicht haben, wenn sie dauerhaft 30 bis 40 Hunde erfolgreich führt und mit ihnen lebt.
Ich freue mich sehr auf das Buch und bin gespannt, ob ich meine Hunde und einige meiner Gedanken auch darin wiederfinde und natürlich auch, wo es meine Sichtweise erweitert oder herausfordert. 😊
Klar, am Ende ist es eben immer Interpretation - die eigene, die des Trainers usw. Bei meinen Hunden halte ich daher viel davon, den Bereich zwischen Beobachtung und Interpretation mit möglichst vielen Perspektiven zu füllen.
Die Beobachtung ist erstmal da. Die Frage ist dann, welche Erklärung am Ende die hilfreichste ist, um den Hund besser zu verstehen und mit ihm umzugehen. Ich bin neugierig und frage mich oft, welche Erklärungen es noch geben könnte. Und was würde sich evtl ändern, wenn dieselbe Beobachtung eine andere Ursache hätte….😅
Deshalb schließen sich verschiedene Sichtweisen für mich auch gar nicht aus. Ein Hund kann gleichzeitig hoch erregt sein, bestimmte Lernerfahrungen gemacht haben, eine hohe Eigenständigkeit mitbringen und in seinem Verhalten soziale An-/Aussagen treffen.
Am Ende ist es vielleicht, wie so oft, von allem ein bisschen.