Konsequent bedeutet, dass Du genau bei dem bleibst, was Du erwartest. IMMER. Hunde lernen ein Verhalten und führen es aus. Der Mensch:" Wunderbar, er hat es verstanden. Jetzt kann ich wieder zu meinem alten Verhalten zurückkehren." Hund:" Alles klar. Das habe ich auch mal gelernt. Gefiel mir gut. Das machen wir jetzt weiter so wie früher." Oder, Hund lernt neues Verhalten. Mensch:" Wow, hat er aber schnell gelernt." Hund:" Jetzt muss ich aber mal nachfragen, ob das neue Verhalten noch gilt." Mensch:" Warum zeigt er das alte Verhalten?" Hund:" Ich frage einfach mal." Mensch:" Menno, jetzt bin ich verunsichert. Er wusste doch, dass er sein Verhalten ändern soll." Hund:" Oh, Frauchen ist sich nicht mehr sicher, ob ich das neue Verhalten wieder zeigen soll. Dann mache ich es einfach so wie früher."
Die Problematik ist, dass ein bereits generalisiertes Verhalten in Fleisch und Blut übergegangen ist und es extrem viele (hunderte) gleichbleibende Wiederholungen des neuen Verhaltens braucht (ohne auch nur einmal in das alte Verhalten zu verfallen ... dann fängt man wieder von vorne an 😳), um das alte Verhalten zu "überschreiben". Irgendwann kippt es und das alte Verhalten verschwindet langsam und das Neue gewinnt Überhand. Aber man muss dennoch konsequent (immer) an das neue Verhalten erinnern, sobald es Anzeichen gibt, wenn das alte Verhalten gezeigt werden könnte. Ein generalisiertes Verhalten "umzuschreiben" braucht super viel Zeit und Geduld, insbesondere dann, wenn das alte Verhalten ein gutes Gefühl für den Hund war.
Ich hoffe, ich konnte erklären, wo der Knackpunkt liegt.
Dann gelingt mir das Erinnern wohl nicht gut.
Denn ich erinnere Nero schon, mit immer mehr Nachdruck und er ignoriert immer mehr.
Vielleicht liegt der Fehler daran, dass ich anfangs "zu nett" erinnere?
Aber ihn beim ersten Mal nachfragen sinngemäß mit der Bratpfanne über den Kopf zu hauen ist ja auch nicht verhältnismäßig.
Dennoch landen wir immer in diesen "Machtkämpfen". Je stärker ich auf ihn einwirke, umso mehr wehrt er sich.
Und das bei etwas, was er kann, was ihm da eigentlich schon leicht fällt, aber eben nicht gefällt.
Und ja natürlich gibt es auch Situationen in den ich nachlässig bin, weil es besonders schwierig ist. Zum Beispiel sind wir einmal in Leinenführigkeit einen Weg entlang gelaufen und da stand ein großer Generator für eine Wasserpumpe. Nero hatte offensichtlich Angst vor dem Teil, da habe ich nicht drauf bestanden, dass er in Leinenführigkeit weiter läuft. Vielleicht habe ich ihn nicht deutlich genug "frei" gegeben oder er hat es da gar nicht mehr wahrgenommen, dass ich ihn frei gebe? 🤔
So dass sich so langsam für ihn "Ausnahmen" eingeschlichen haben, die ich nicht erkannt habe, aber für ihn zur Regel wurden.
Das Konzept der Konsequenz hast du gut erklärt, Danke dafür! Ich denke in der Umsetzung werde ich trotzdem Schwierigkeiten haben. Aber vielleicht werden mir kleine Inkonsequenzen auch eher verziehen, wenn unsere Beziehung sich verändert.
Da denke ich nämlich auch an das was Jörg geschrieben hat. Ist denn jeder, jeden Tag gleich "gut" in der Führung des Hundes? Haben Menschen nicht auch mal schlechte Tage?
Wie konsequent sind wir denn alle in unserer Konsequenz, wenn man mal ehrlich ist? Oder habe nur ich Probleme damit 😅