Gewinnmaximierung statt wissenschaftlicher Veterinärmedizin Unser Hund ist gestern gestorben; er war seit 2010 Patient in dieser Praxis. Vor zehn Tagen hatte er einen Termin bei dem meine Frau akute Probleme mit der Verdauung und allgemeiner Schwäche ansprach. Er wurde kurz abgetastet; das war die ganze Untersuchung! Magen-Darm-Infektion! Gegen die Schwäche gab es eine Infusion und für den Hund noch ein spezielles Futter gegen die Magen-Darm-Infektion. Eine Woche später ging es unserem Hund so schlecht, dass wir einen Notfalltermin brauchten. Der Hund erbrach Magenschleim oder Galle, fraß nichts mehr und konnte nicht mehr laufen. Es gab eine Infusion und die Diagnose in Form einer Mutmaßung, es sei eine Magen-Darm-Infektion. Meine Frau hatte bei einer Internet Recherche entdeckt, dass diese Symptome auf eine Niereninsuffizienz hinweisen. Deshalb bestand sie auf einer Blutuntersuchung, um das abzuklären. Nachdem das Ergebnis der Blutuntersuchung bekannt war wurde sie gefragt, ob der Hund eingeschläfert werden soll, weil die Werte so schlecht seien, dass er eigentlich keine Überlebenschance hat. Wir haben ihn gleich in die Tierklinik gebracht, wo er stationär behandelt wurde. Es stellte sich heraus, dass die Nieren nicht so schlecht waren wie vermutet, aber sein Blut war zu sauer und er hatte starke Elektrolytverluste. Um die Blutwerte zu puffern wurde ihm ein zentraler Venenzugang gelegt; dafür wurde er kurz sediert. Er wachte anschließend auf, legte sich hin und verstarb. Hätte er eine Woche früher eine wissenschaftlich korrekte Diagnose erhalten, könnte er heute noch leben.
(Rudolf )