Also ehrlich jetzt … 🐾🇮🇹 Ich verstehe wirklich nicht, warum Menschen so ein Theater um Ferien machen. Wochenlang planen, packen, Listen schreiben, nervös werden, mitten in der Nacht aufstehen und dann stundenlang Auto fahren. Dabei wäre die Lösung so einfach: Wohnmobil starten, Meer ansteuern, Hunde rauslassen. Fertig! Aber immerhin hat Frauchen es geschafft, uns nach Caorle zu bringen. Und ich muss sagen, diesmal hat sie bei der Ferienplanung einiges richtig gemacht. Ein fast menschenleerer Strand, das Meer direkt vor der Nase und mit Nala und Ernie auch noch die passende Gesellschaft. Was soll da noch schiefgehen? Gut, über die unterschiedlichen Auffassungen von Freizeitgestaltung innerhalb unserer Reisegruppe müssen wir gelegentlich noch diskutieren. Nala beispielsweise ist nach ungefähr 40 Minuten der Meinung, dass wir nun ausreichend sportliche Aktivitäten absolviert hätten. Ich hingegen habe nach 40 Minuten gerade einmal die örtlichen Gegebenheiten geprüft, ein paar interessante Spuren verfolgt und meine Muskulatur auf Betriebstemperatur gebracht. Dass sie dann schon Feierabend machen möchte, halte ich für etwas voreilig. Aber ich respektiere natürlich ihre Entscheidung. Solange sie nicht erwartet, dass ich mitkomme. Ernie ist da deutlich flexibler. Mit ihm kann man herrlich durch den Sand fliegen, sich gegenseitig umrennen und zwischendurch so tun, als wären wir zwei ausgesprochen vernünftige Hunde. Überhaupt funktioniert unser kleines Rudel erstaunlich gut. Wir müssen nicht ständig aneinanderkleben. Jeder macht sein Ding, und wenn es irgendwo spannend wird, trifft man sich wieder. Ein ausgesprochen vernünftiges Konzept, das sich manche Menschen ruhig abschauen könnten. Gestern hatte Frauchen dann plötzlich das Bedürfnis nach Kultur. Also marschierten wir durch die hübschen Gassen der Altstadt von Caorle. Häuser anschauen, Schaufenster betrachten, gemütlich schlendern … Ich hätte ja gerne etwas mehr Zeit in die geruchliche Erforschung der Stadt investiert, aber offenbar versteht Frauchen unter Sightseeing etwas völlig anderes als ich. Anschliessend ging es ins Restaurant. Und jetzt kommt’s: Wir drei haben uns absolut vorbildlich benommen! Kein Theater, keine Diskussionen, einfach drei wohlerzogene Hunde. Frauchen war begeistert. Ich hoffe nur, sie kommt jetzt nicht auf die Idee, dieses Verhalten auf meinen nächsten Ausbildungstag zum Therapiehund zu übertragen. Nur weil ich im Restaurant ruhig liegen kann, bedeutet das noch lange nicht, dass ich plötzlich den Sinn der Übung «Platz» eingesehen habe! Heute Morgen erwartete uns dann ein ziemlich aufgewühltes Meer. Die Sonne schien, aber der Wind blies, als hätte jemand vergessen, den Ventilator auszuschalten. Natürlich mussten wir trotzdem an den Strand. Schliesslich kann man sich von ein bisschen Wind nicht den Urlaub verderben lassen. Und dort entdeckten wir etwas wirklich Seltsames: eine lebende Blaukrabbe! 🦀 Ein flaches, gepanzertes Ding mit zwei riesigen blauen Scheren, das aussah, als hätte jemand einen schlecht gelaunten Pfannendeckel mit Waffen ausgestattet. Frauchen war völlig fasziniert. Wir drei weniger. Ich meine, was genau sollte man damit anfangen? Zum Spielen ungeeignet, zum Kuscheln noch weniger und bei diesen Scheren war auch eine nähere Bekanntschaft nicht unbedingt erstrebenswert. Also haben wir das Tierchen höflich zur Kenntnis genommen und uns wieder den wirklich wichtigen Dingen gewidmet. Dem Strand. Dem Meer. Und der Frage, ob sich hinter der nächsten Welle vielleicht doch noch etwas Interessanteres verbirgt. Inzwischen habe ich übrigens festgestellt, dass Frauchen hier erstaunlich grosszügig mit Strandbesuchen ist. Mehrmals täglich dürfen wir losziehen! Ich weiss nicht, was in sie gefahren ist, aber ich werde mich ganz bestimmt nicht beschweren. Es ist erst Montag und ich habe bereits Sand an Stellen, von denen Frauchen vermutlich gar nicht wusste, dass sie existieren. Nala hat ihren persönlichen Erholungsrhythmus gefunden, Ernie ist für jeden Blödsinn zu haben und ich arbeite weiterhin mit grossem Engagement daran, die vorhandenen Ferienmöglichkeiten vollständig auszuschöpfen. Frauchen nennt das Erholung. Ich nenne es artgerechte Feriengestaltung mit Verbesserungspotenzial bei den Öffnungszeiten des Strandes. Caorle, wir verstehen uns! 🐾


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