Beitrag von Karin & Nuka
in Gruppe "Reisen_mit_Hund"

Nuka gegen die Nordsee… Also ehrlich jetzt… …ich muss hier am Strand wirklich alles selber machen. Meine Menschen denken wahrscheinlich, ich renne einfach ein bisschen herum. Dabei sehen sie nur die Hälfte. Eigentlich sogar weniger. Die eigentliche Arbeit beginnt nämlich erst dort, wo das Wasser anfängt. Am ersten Ferientag dachte ich noch, das Meer sei einfach ein etwas grösserer See. Ich kenne Wasser schliesslich. Wasser ist Wasser. Man geht hinein, holt den Ball wieder heraus und alle sind zufrieden. Die Nordsee hat allerdings andere Vorstellungen. Ich gehe langsam ins Wasser. Ganz vorsichtig natürlich. Erst schauen. Dann einen Schritt. Dann noch einen. Ich bin schliesslich keine Hektikerin. Kaum denke ich: “So… jetzt passt alles.” kommt von irgendwo eine Welle angeschossen und knallt mir mitten ins Gesicht. Ich erschrecke mich. Springe zurück. Schaue die Welle an. Die ist weg. Ich denke noch: “Na siehst du… war wohl ein Versehen.” Ich gehe wieder vor. WUMM. Schon wieder. Mittlerweile weiss ich, dass die Wellen zusammenarbeiten. Anders lässt sich dieses Verhalten nicht erklären. Die verstecken sich irgendwo da draussen, beobachten mich und warten genau auf den Moment, in dem ich nicht damit rechne. Und kaum passe ich einmal zwei Sekunden nicht auf, greifen sie wieder an. Ehrlich… gegen Möwen kann man wenigstens losrennen. Aber Wellen? Die sind überall. Dann wollte ich einfach einen Schluck trinken. Nur einen einzigen. Ganz ehrlich… Wer macht denn bitte Wasser salzig? Ich habe wirklich alles versucht. Noch einmal. Vielleicht war das nur eine schlechte Stelle. Also ein paar Meter weiter. Noch einmal probiert. Nein. Überall kaputt. Das ganze Meer. Ich habe meine Menschen angeschaut, in der Hoffnung, sie würden das endlich reparieren. Die haben gelacht. Gelacht! Keiner hat sich ernsthaft Gedanken darüber gemacht, dass hier kilometerweise Wasser völlig ungeniessbar herumliegt. Trotzdem gehe ich jeden Tag wieder hinein. Nicht weil ich den Wellen vertraue. Sondern weil ich hoffe, dass sie irgendwann aufgeben. Bis jetzt sieht es allerdings nicht danach aus. Fast genauso läuft es übrigens mit den Möwen. Ich dachte anfangs wirklich, wir spielen zusammen. Die stehen am Strand, schauen mich an und warten. Ich renne los. Sie fliegen weg. Ich bleibe stehen. Sie landen wieder. Wieder genau vor mir. Also renne ich wieder los. Sie fliegen wieder weg. Und landen wieder. Mittlerweile machen wir das jeden Tag. Ehrlich gesagt glaube ich langsam, dass die Möwen das Spiel erfunden haben. Ich bin nur noch die Unterhaltung. Wahrscheinlich sitzen sie abends irgendwo auf einer Sandbank zusammen und erzählen sich lachend, wie oft sie mich heute wieder hinters Licht geführt haben. Morgen wird’s aber anders. Morgen überrasche ich sie. Das denke ich zwar jeden Abend… aber irgendwann muss es ja funktionieren. Zwischendurch muss ich natürlich auch noch den Strand in Ordnung bringen. Irgendjemand muss diese Arbeit schliesslich erledigen. Meine Menschen nennen das Buddeln. Das klingt, als würde ich einfach irgendwo anfangen zu graben. Dabei steckt da ein klares System dahinter. Ich suche sorgfältig die richtige Stelle aus, prüfe den Sand und beginne dann mit höchster Präzision zu arbeiten. Mal etwas tiefer. Mal etwas breiter. Je nachdem, was der Strand gerade braucht. So entsteht ein richtig schönes Sandloch. Und kaum bin ich fertig und betrachte voller Stolz mein Werk, kommen meine Menschen hinterher… …und trampeln alles wieder zu. Einfach so. Mit den Füssen. Angeblich wegen Verletzungsgefahr. Verletzungsgefahr? Ich habe den Strand doch gerade sicherer gemacht! Ein ordentliches Loch gehört schliesslich zu einem richtigen Strand dazu. Ohne Löcher ist das doch einfach nur… flacher Sand. Ehrlich gesagt glaube ich, meine Menschen verstehen Kunst einfach nicht. Jeden Tag erschaffe ich neue Meisterwerke, und jeden Tag werden sie innerhalb weniger Sekunden wieder zerstört.

Tierisch gut
Kommentieren

Jetzt App herunterladen

Playstore-Button Appstore-Button