Beitrag von Markus Aberle
in Gruppe "Koerpersprache_lesen_verstehen"

Titel: Reizüberflutung oder etwas anderes? Hallo zusammen, ich brauche mal eure Erfahrungen. Meine Hündin Luna (seit Oktober 2025 bei mir) zeigt immer wieder Verhalten, das ich nicht sicher einordnen kann – besonders in neuen oder ungewohnten Umgebungen. Sie ist 7 Jahre alt, kastriert und kommt ursprünglich aus Bosnien (2 Jahre als Straßenhund), war in mehreren Familien (2-3) und kam wegen steigenden Auffälligkeiten nach zweitem Zuwachs der letzten Familie (Baby) in ein Tierheim. Das erste Kind war zu dem Zeitpunkt 1½ Jahre alt und sie zeigte unruhiges Verhalten wohl kurz nach der Geburt des ersten Kindes. Aktuelle Probleme: Bild 1: Abschirmung bei Reise nach Paniksituation in einer Fußgänger Zone, ausgelöst eines Baustellenfahrzeuges welches einen Knall gemacht hatte. Sie ist dann mit mir zum Bahnhof (ca. 1km) zurückgerannt (bei normaler Geschwindigkeit angefangen zu schreien an der Leine wie wenn man ihr weh tun würde) Bild 2: Hörschutz ausprobiert (3 Tage nach Vorfall bild 1(Blick sichtlich entspannter) Bild 3: Rückfahrt im Zug sogar eingeschlafen. (Schlaf war mehr nach diesem Bild) Auf der Hinfahrt war wie nur im Wachmodus (Sinne von aufpassen, über etwas wachen) und viel mehr umgeschaut und auf Reize reagiert Bild 4: Biss Weiteres: · Schnelle Überforderung bei Umweltreizen (Geräusche, Menschenmengen, Brunnen, Rasenmäher, andere Hunde, größere Maschinen (Baustellen), Knallgeräusche) → Panik, Fluchtversuche, Hecheln, Winseln, schreien, bellen, an kurzer Leine oft nach vorne (aggressiv) (ich wurde auch von ihr gebissen und musste in die Notaufnahme, als sie sich in einem anderen Hund verbiss und ich sie entfernen musste (anderer Hund leicht geschwollen nur) (seitdem mehr gesichert mit Schleppleine und zweiter Leine Geschirr und Halsband, teils Mal auch Maulkorb in neuen Situationen, (Maulkorb immer dabei) da sie bei dem Vorfall frei war) · Übergang in einen „Modus“: extrem intensives, dauerhaftes Schnüffeln, zunehmende Hektik, kaum ansprechbar, reagiert kaum auf Berührung, wirkt orientierungslos · Nach einem solchen Vorfall (z. B. abends auf bekannter Strecke, aber dunkel): Dauer ca. 1–2 Stunden, keine Reaktion auf Futter/Ansprache, Pupillen nicht erweitert (ungewöhnlich für Dunkelheit) · Mit Maulkorb: deutlich mehr Stress, Unsicherheit und sogar Aggressivität (auch gegenüber bekannten Hunden) · Hundebegegnungen: Bellen, starker Fluchtimpuls (würde ohne Leine wegrennen) Was ich bereits probiere / begonnen habe: · Reizreduktion: Hörschutz (max. 15 min, dann Pause) – wirkt beruhigend, weniger Reaktion auf Außenreize · Sichtschutz: Decke, Taschen/Koffer als Abschirmung in überfordernden Situationen – hilft, sie schneller ansprechbar zu machen · Orientierungshilfe: Training mit farbigen Bodenmarkierungen („rechts“/„links“) – gibt ihr Sicherheit, wenn sie sich nicht an mir orientieren kann · Unterstützung: ruhiger Begleiter (mein Freund), bekannte Gerüche (Decke, Kauspielzeug) · Nahrungsergänzung: Passionsblume, Weißdorn, Bitterorange (seit kurzem) – wirkt insgesamt ruhiger, aber erste Gabe mit Erbrechen (vielleicht wegen neuem Futter?) Meine Frage an euch: Was könnte dieser „Schnüffel‑Modus“ genau sein? · Überhöhte Geruchsfahne (Stressschnüffeln)? · Dissoziation / Reizüberflutung (ähnlich einem Overload, kenne ich von mir selbst durch Autismus)? · Oder doch eher ein fokussiertes Jagdverhalten (obwohl keine Beute zu sehen war)? Und vor allem: Was kann ich noch tun, um sie früher aus diesem Zustand zu holen? · Weiterlaufen und zeigen dass keine Gefahr besteht oder besser Rückzug an einen reizarmen Ort? (hab ich bisher gemacht) · Wie bekomme ich ihre Aufmerksamkeit zurück, wenn sie weder auf Futter noch Berührung reagiert? · Hat jemand Erfahrung mit Hörschutz beim Hund? - ist das dann ein reaktives Verhalten? - und wie vermeide ich, dass der Maulkorb zusätzlich stresst? Danke für jeden Tipp! Markus & Luna

Tierisch gut
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