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Tom
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Anzahl der Antworten 5
zuletzt 22. Juni

Starker Juckreiz und gerötete Stellen unter den Achseln und am Bauch

Hallo, unser 7 Monate alter Bully/Pinscher Mix Rüde, hat seit ca. 3 Wochen starken Juckreiz und leckt sich verstärkt, vor allem unter den Achseln, am Bauch und in den Leisten. Unser TA hat uns lindernden Schaum (Cutamed Topic), sowie 2 Shampoos (Pyoderm/Allermyl) mitgegeben. Sie meinte das sei vermutlich eine Ernährungsgeschichte. Seit dem füttern wir ausschließlich Josera young Star, was er seit der 12 Woche bekommt und immer gut vertragen hat. Zunächst dachten wir die Symptome werden weniger, doch seit heute sieht alles wieder aus, wie zuvor. Wir würden uns über einen weiteren Rat sehr freuen.
 
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Steffi
Beliebteste Antwort
20. Juni 10:06
Hallo Tom,
Lauft ihr viel durch hohes Gras oder wälzt sich euer Kleiner dort vermehrt drin?
Ist eine Hautuntersuchung auf Milben oder andere Parasiten vorgenommen worden (z.B. ein Hautgeschabsel oder Tesafilm-Abklatschprobe mikroskopisch untersucht worden)?
Gab es ein Leckerli oder eine Kaustange oder sonstiges zu fressen oder hat er gegebenenfalls unterwegs oder bei Freunden/Bekanntschaft etwas aufnehmen können?


Es könnte sich um eine sogenannte atopische Dermatitis oder Atopie handeln. Letzteres beschreibt eine genetische Veranlagung des Körpers zur übermäßigen Reaktionen des Immunsystems auf normalerweise harmlose Umweltreize (wie Blütenpollen, Hausstaubmilben, Flöhe oder Futtermittelbestandteile).

Typischerweise zeigen betroffene Hunde zunächst starken Juckreiz und rote Hautstellen. Durch das permanente Kratzen, kann die Hautbarriere ihre Schutzfunktion verlieren, sodass es durch Hautläsionen zusätzlich zu bakteriellen Infektionen kommt.
Mithilfe eines ausführlichen tierärztlichen Gesprächs (über die Vorgeschichte), sowie einer eingehenden Untersuchung und nach Ausschluss anderer Ursachen für Juckreiz und Hautproblemen (vor allem Ektoparasiten!), wird die Diagnose gestellt.

Mittels spezifischer Testverfahren können die Auslöser identifiziert werden.
In der Regel werden verschiedene Behandlungsstrategien miteinander kombiniert. Dies bedeutet, dass der Kontakt mit Allergenen vermieden bzw. Reduziert werden sollte. Falls möglich sollte parallel eine allergenspezifische Immuntherapie ("Desensibilisierung") begonnen werden und die Symptome von Entzündung und Juckreiz behandelt werden.
 
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Steffi
20. Juni 10:06
Hallo Tom,
Lauft ihr viel durch hohes Gras oder wälzt sich euer Kleiner dort vermehrt drin?
Ist eine Hautuntersuchung auf Milben oder andere Parasiten vorgenommen worden (z.B. ein Hautgeschabsel oder Tesafilm-Abklatschprobe mikroskopisch untersucht worden)?
Gab es ein Leckerli oder eine Kaustange oder sonstiges zu fressen oder hat er gegebenenfalls unterwegs oder bei Freunden/Bekanntschaft etwas aufnehmen können?


Es könnte sich um eine sogenannte atopische Dermatitis oder Atopie handeln. Letzteres beschreibt eine genetische Veranlagung des Körpers zur übermäßigen Reaktionen des Immunsystems auf normalerweise harmlose Umweltreize (wie Blütenpollen, Hausstaubmilben, Flöhe oder Futtermittelbestandteile).

Typischerweise zeigen betroffene Hunde zunächst starken Juckreiz und rote Hautstellen. Durch das permanente Kratzen, kann die Hautbarriere ihre Schutzfunktion verlieren, sodass es durch Hautläsionen zusätzlich zu bakteriellen Infektionen kommt.
Mithilfe eines ausführlichen tierärztlichen Gesprächs (über die Vorgeschichte), sowie einer eingehenden Untersuchung und nach Ausschluss anderer Ursachen für Juckreiz und Hautproblemen (vor allem Ektoparasiten!), wird die Diagnose gestellt.

Mittels spezifischer Testverfahren können die Auslöser identifiziert werden.
In der Regel werden verschiedene Behandlungsstrategien miteinander kombiniert. Dies bedeutet, dass der Kontakt mit Allergenen vermieden bzw. Reduziert werden sollte. Falls möglich sollte parallel eine allergenspezifische Immuntherapie ("Desensibilisierung") begonnen werden und die Symptome von Entzündung und Juckreiz behandelt werden.
 
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Tom
20. Juni 10:18
Hallo Steffi, zunächst einmal Danke für die ausführliche Antwort.
Auf Ektoparasiten wurde er untersucht und ein Hautgeschabsel wurde ebenfalls mikroskopisch untersucht.
Ja, er liebt es sich im Gras zu wälzen und regelrecht über die Wiese zu robben.
Er bekam von uns täglich etwas zum darauf herumkauen, meist Kopfhaut Stücke oder Huf.
Zusätzlich bekam er täglich einen getrockneten Hühnerfuß, worauf er wirklich abfährt.
Wir dachten dann, daß er vielleicht zu viele Proteine bekommt und ließen erstmal alles weg. Zunächst dachten wir es wird besser, aber dann kam alles zurück. Jetzt versuchen wir ihn so gut es geht von Wiesen wegzuhalten, aber nicht so leicht, da wir natürlich im Sommer selber viel im Garten sind.
 
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Steffi
22. Juni 08:27
Ja, ich verstehe, dass es nicht leicht ist. Meine Hündin liebt es auch sich im Gras zu wälzen. Glücklicherweise ohne solche Auswirkungen!
Gegebenenfalls kann ein Allergietest Aufschluss geben. Sobald das / die Allergene herausgefunden wurden, kann mit einer individuell angepassten Desensibilisierung begonnen werden.
Ich wünsche euch alles Gute und gute Besserung 🍀
 
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Steffi
22. Juni 08:32
Ja, ich verstehe, dass es nicht leicht ist. Meine Hündin liebt es auch sich im Gras zu wälzen. Glücklicherweise ohne solche Auswirkungen! Gegebenenfalls kann ein Allergietest Aufschluss geben. Sobald das / die Allergene herausgefunden wurden, kann mit einer individuell angepassten Desensibilisierung begonnen werden. Ich wünsche euch alles Gute und gute Besserung 🍀
Es ist ratsam jegliche Proteine (Kopfhaut, Hühnerfüße,…) über einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen wegzulassen!
Wenn die Symptome dann zurück gegangen sind, kann mit sogenannten Provokationstests begonnen werden.
Das bedeutet, dass in Abständen von mindestens einer Woche EINE zusätzliche Proteinquelle einmalig zugefüttert werden kann. Kommt es zum erneutem Juckreiz, zu Rötungen und Pusteln, liegt es nahe, dass er darauf reagiert. Dann muss dieses Protein in jeglicher Form gemieden werden und erneut über mindestens 6Wochen ausschließlich sein Hauptfutter gefüttert werden. Anschließend kann eine weitere Proteinquelle getestet werden….
 
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Tom
22. Juni 10:07
Es ist ratsam jegliche Proteine (Kopfhaut, Hühnerfüße,…) über einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen wegzulassen! Wenn die Symptome dann zurück gegangen sind, kann mit sogenannten Provokationstests begonnen werden. Das bedeutet, dass in Abständen von mindestens einer Woche EINE zusätzliche Proteinquelle einmalig zugefüttert werden kann. Kommt es zum erneutem Juckreiz, zu Rötungen und Pusteln, liegt es nahe, dass er darauf reagiert. Dann muss dieses Protein in jeglicher Form gemieden werden und erneut über mindestens 6Wochen ausschließlich sein Hauptfutter gefüttert werden. Anschließend kann eine weitere Proteinquelle getestet werden….
Hallo Steffi, nochmals Danke für deine informative und hilfreiche Antwort.
Genau so gehen wir jetzt vor.
Eine Bekannte mit reinrassige Bully in gleicher Fellfarbe, haben ähnliche Probleme, mit seiner Haut.
Bei ihm ist es wohl ausgelöst durch Sonne und Gräser...
Wir bleiben dran und hoffen unserem Nappo helfen zu können!
Vg, Tom