Ich würde mal gerne eure Meinung hören. Pepe hat schon etliche Male bewiesen, dass er über eine ausreichende Impulskontrolle verfügt und sich bei Wildsichtung sicher stoppen lässt auch wenn es kurz vor uns den Weg quert.
Das Problem bin ich, ich bin wenn er frei ist immer so aufgeregt in diesen Situationen und habe scheinbar nicht genug Vertrauen, dass ich sofort einen Abbruch setze, statt mich umzudrehen und einen Richtungswechsel anzukündigen, so „abgezockt“ wäre ich gerne.
Heute aber wieder ca. 15m vor uns eine Rehquerung, er war an der 10m Schlepp, die er gerade weniger als die Hälfte nutzte. Nun hätte ich eigentlich gut die Umkehrung ganz unabgezockt initiieren können. Habe ich aber trotzdem nicht. Ich habe ihn gelobt, als er das Reh sah. Dann hat er gleich wieder seine Nase auf den Boden und wir sind gemeinsam vor gerannt und er konnte ausgiebig Eintritts- und Austrittsstelle untersuchen (ein bisschen Futter für die „lieben“ Heckenschützen 😁).
Irgendwie sagt mir mein Bauchgefühl, dass diese Strategie bei Pepe die bessere ist. Was meint ihr? Versaue ich so alles?
Wenn mich nicht alles täuscht, liegt es dem Petit Bleu de Gascogne in den Genen Fährten zu verfolgen und das finde ich die beste Belohnung überhaupt, wenn er das Wild über die Fährte verfolgen möchte (Selbstbelohnend), anstatt hinterherzujagen und bin somit voll bei Deinem Bauchgefühl. Worauf ich achten würde ist, dass er ruhig und konzentriert bleibt. Da das eine wirklich anstrengende Arbeit ist, ist es m. M. n. sehr wichtig, ihn dahingehend zu unterstützen und ihm zu helfen, kurz bevor er ermüdet, eine Pause einzulegen und ein wenig sozial gemeinsam spielt oder Euch gemeinsam bewegt (irgendwas, was ihm Spaß macht und "abschalten" kann). Eine Studie hat mal ergeben, dass Hunde mit einem positiven Abschluss wie z. B. Spielen, den vorherigen "Job" super und positiv verarbeiten können. Genau das gibt ja das Gefühl, dass Du seinen Job wertschätzt. Wichtig ist, den richtigen Zeitpunkt zu wählen, wann man aufhört.
Auch wenn man das Gefühl hat, nur hinterherzulaufen, darf man nicht unterschätzen, dass der Hund weiß, dass man bei ihm ist und er die Verantwortung und Entscheidung übernimmt, wo es lang geht.
Das sind jetzt nur meine Gedanken, wie ich es angehen würde.