Wir sind heute auch mal wieder ein bisschen ausgerastet 🤪. Bei der Reaktion nehme ich an, dass sie ein Reh 🦌 oder Ähnliches gesehen hat. Wir Menschen haben natürlich wieder nichts gesehen 🫣Das sie null ansprechbar war brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Mein Mann hielt die Leine und ich habe mich neben Mila gehockt, habe sie umarmt, ihre Brust gestreichelt und ihr ruhig versichert, dass alles gut ist. Sowie sie aufhörte laut zu geben habe ich sie gelobt. Nicht aufputschend, sondern ganz ruhig „guuutes Mädchen“ Nach gefühlt 2 oder 3 Minuten konnte sie sich ganz kurz abwenden, um mir durchs Gesicht zu schlecken. Wir sind dann mit gespannter Leine weiter. Nur um die Ecke rum. Da stand eine Bank und wir haben Pause gemacht. Mila durfte Kekse suchen, mein Mann und ich habe eigene Kekse geknabbert und jeder bekam was zu trinken. Zwischen Video mit Gebell und Video mit Kekse suchen liegen 7 Minuten. Weitere 2 Minuten später hat sich Mila von selbst abgelegt und uns beim Knabbern zugeschaut.
Ich find es irre, wie schnell sie mittlerweile runter kommen kann.
Hm. Darf ich klugscheißen, ohne dass mir ideologische sektenhafte Verbrämtheit vorgeworfen wird? Wenn nein, bitte nicht weiterlesen.
Du „behandelst“ die Thematik nach der klassischen Konditionierung. Das heißt, gewolltes Verhalten (nicht bellen) wird bestätigt und ungewolltes ignoriert/bestraft. Das kann man natürlich so machen, ist aber nicht der Ulli-Weg (jetzt geht das schon wieder los, bitte nicht aufregen und ich will dir auch auf keinen Fall weder irgendwas vorschreiben, noch habe ich die Weisheit mit Löffeln gefressen).
Reichmann sagt, goutiere die Fähigkeiten deines Hundes. Schaffe es, dass dein Hund dich als kompetenter Partner respektiert. So kannst du es dann auch aufbauen, sie ansprechbar zu bekommen, nämlich wenn dein Hund denkt: „Meine Halterin versteht mich, die hat echt Ahnung was abgeht, der kann ich vertrauen und mir macht es Spaß ihr was zu zeigen, ich werde nicht gedeckelt sondern gelobt, ich muss nicht meiden, ich muss sie nicht austricksen wenn ich meine besonderen Fähigkeiten unter Beweis stellen will und sie hat immer gute weitere Ideen.
Also es wird alles mit Beziehung aufgebaut. Der Hund versteht dich und fühlt sich verstanden und folgt dir dadurch ganz automatisch.
Ja, das klingt verrückt und widersinnig verglichen mit konventionellen Methoden, aber das macht -für mich zumindest- den Reiz aus, es ist ein Austausch des Mindsets, ein Perspektivenwechsel hin zum Hund.
Also konkret, lobe sie, wenn sie was gesehen hat und bellt, als hätte sie das erste Mal einen Trick richtig ausgeführt. So bekommst du Verständnis von ihr. Dann -das hast du ja schon super gemacht- beobachte mit ihr gemeinsam und hocke dich möglichst zu ihr, folge ihrem Blick und ihrer Ohrstellung. Lass das mit der Beruhigung, dein Hund ist freudig erregt, da braucht sie niemanden der „ruhig ruhig“ sagt und sie nervt (Stichwort Verständnis). Stelle dir vor, du bist gerade freudig aufgeregt im Arbeitsmodus mit Tatendrang und da kommt jemand und will mit dir in die Kontemplation.
Mein regelmäßiger Gasthund Willy ist vom Verhalten her ähnlich. Er sieht jede Bewegung hunderte Meter entfernt und meldet diese auch oft lautstark.
In Zukunft würde ich Mila immer wieder was zeigen und gemeinsam mit ihr beobachten und es spielt auch weniger eine Rolle, ob da wirklich was war oder nicht. Aber du wirst spannender und respektierter.
Und wenn du auch mal was vor ihr siehst, es muss nicht unbedingt Wild sein, ein Spaziergänger in der Ferne oder was auch immer und es dir gelingt, es ihr zu zeigen, dann wird sie dich bewundern. Ich weiß noch wie das bei Willy war, wie plötzlich sein Blick einrastete auf meinen Fingerzeig und wir gemeinsam stalkten.
Wenn er beim Spaziergang irgendwo hinschaut mit aufgestellten Ohren, schon dann frage ich was da war und lobe ihn, dass er es bemerkt hat, obwohl ich meistenfalls keine Ahnung habe was.
Wenn er nun seinen „Anzeigeflash“ bekommt, ist er ansprechbar, legt seine Ohren an und schaut kurz zu mir.
Das finde ich, ist schon eine erstaunliche Veränderung, wenn man bedenkt, dass ich ihn nur 1-2mal/Woche dabei habe und seine Halterin eine Decklerin ist.