Danke für deine Mühe mir so zu verdeutlichen was du meinst. Bei dem Video wo sie sich so hochgespult hat, hätte ich tatsächlich Problemlos abbiegen können. Dann hätte ich sie aber schon kraftvoll zurückziehen müssen. Damit habe ich aber letztendlich kein Problem, wenn es sie aus der Situation rausholt. Ist halt nur nicht ganz so schön für sie. Ich hätte es wohl auch gemacht ( zumindest stehengeblieben und Leine eingeholt) wenn ich nicht gefilmt hätte.
Bei deinem Beispiel mit Wildwechsel wo ich dem Hund auf der Fährte ruhig folge, mache ich doch gemeinsame Spurverfolgung, die ich dann irgendwann beenden muss. Aber dann stehe ich dem Hund ja tatsächlich bei der Umkehr im Weg. Klar kann ich mich schon seitlich wegdrehen. Werde ich probieren. Oder habe ich es missverstanden?
Am besten kaufe ich mir auch mal das Praxisbuch.
Seitlich wegdrehen oder den Rücken zuwenden, ist auf jeden Fall nochmal ein guter Hinweis.
Aber wo ist die Grenze zwischen gemeinsam jagen/Spuren verfolgen und zu viel des Guten🤔. Klar ist in die Leine springen und rum janken zu viel und der Hund sollte da möglichst freundlich rausgeholt werden.
Erstmal vielen Dank für deine Ratschläge🤗
Entschuldige die späte Antwort. Ich versuchs fürs Verständnis zumindest ein bisschen zu strukturieren, meine Gedanken sind oft chaotisch 😬 Vorab, die Mira ist die Mira und die Cleo die Cleo und ich denke, du wirst eh für dich sortieren, was du gebrauchen kannst, und was für dich nicht passt.
Was ich mit der Mira häufig mache ist gemeinsames Beobachten. Mal angenommen, es war ein wirklich extrem starker Reiz da, es ist ihr wichtig, sie will unbedingt hin und wir können das aber nicht. Sie drängt nach vorne, ist wenig ansprechbar. Nun könnte ich sie versuchen aus ihrem Film rauszureißen, zum Beispiel über ein erlerntes Kommando (Abbruch, Rückruf,…), das fast reflexhaft ausgeführt wird, oder in dem ich ihr besondere Leckerchen in Aussicht stelle und sie damit locke oder andere Dinge in der Richtung. Habe ich natürlich in der Vergangenheit ausprobiert, und wenn ich mich rein auf die Theorie rund um die Lernquadranten fokussieren würde, würde das sicher auch ein bisschen „effektiver“ gehen und wir würden sicher auch die ein oder andere Notfallsituation im Freilauf damit gemeistert bekommen. Das Problem, dass sich aber daraus ergeben hat, ist das die Mira dann durch mich diese Situation auf dem Highlevel verlässt. Nach meinem Empfinden konnte sie nichts verstehen und verarbeiten. Wird sie dann zum Beispiel durch einen ähnlichen Geruch wie in der Situation getriggert, steigt sie ziemlich schnell fast auf dem gleichen Level ein, und es ergibt sich daraus eher eine Spirale, wo Mira und ich uns gegenseitig bemühen schneller als die andere zu sein. Also quasi eher das Gegenteil von Kooperation. Ich habe für mich gemerkt, dass es uns langfristig gar nicht gut tut, wenn ich sie mit sehr hohem Aufwand aus aufregenden Situationen reiße und das sich das sehr stark mit der Situation deckt, die die Ulli im grünen Buch am Ende beschreibt, wenn der Hund wegläuft und der Halter entsprechend reagiert.
=„Die Anzeigen werden schwächer oder er stellt sie überhaupt ein, worauf die Spaziergänge wieder auf „Level: Jeder für sich allein“ sinken.“
Das ist genau das, was bei uns dadurch passiert ist.
Also ja, ist toll und super nützlich, das zu können, und kann dem Hund im Notfall das Leben retten, aber das tatsächliche Anwenden müssen bringt für uns ungünstige Nebeneffekte, vor allem dann, wenn regelmäßig Notfall angesagt ist. Deswegen würde ich vorziehen, nicht besonders regelmäßig in diese Notsituationen zu kommen.
Was ich tun kann, ist die Leine und verbal den Kontakt zu halten und zu beobachten. Mal angenommen ich bin hinter ihr, es kommt je nach Aufregung irgendwann der Punkt, an dem sie sich ein wenig beruhigt, sie nicht mehr nach vorne drängt, und ich Druck aus der Leine nehmen kann, in dem ich die Hand wenige Millimeter nach vorn gebe. Ich kann zum Beispiel nun rückwärts gehen, damit sie nach hinten (zu mir hin) mehr Luft hat und einen Ausweg aus der Situation bekommt, sobald sie diesen annehmen kann. (Dabei ziehe sie nicht mit, sondern gebe die notwendige Leine raus, um mich nach hinten bewegen zu können. Das geht gut mit der Schleppleine, inwiefern das mit Flexi möglich ist, bin ich überfragt.)
Das geht in Situationen, wo nach recht kurzer Zeit ein wenig Entspannung eintreten kann, aber nicht während hochflüchtiges Wild vor unseren Augen wegläuft. Da versuche ich es gar nicht erst, sondern warte die Situation ab, und bleibe von meiner Seite in Verbindung.
Ist das so nicht möglich, weil die Aufregung zu hoch ist, und die Mira dadurch, dass ich so weit weg bin, vom Gefühl her quasi vorne allein dasteht, außer sich ist, oder sich gar bei Beobachten immer mehr reinsteigert, kann ich mich an der Leine nach vorne zu ihr hangeln, wir beobachten gemeinsam weiter oder ich gucke, wie ich sonst unterstützen kann. Vorschläge, was man vorne beim Hund tun kann, gab’s ja schon, über Snacken, Körperlich halt geben, usw. Was bei uns hilft, variiert nach Situation, ich gehe danach, was die Mira in dem Moment gut annehmen kann.
Das kommende Beispiel bezieht sich darauf, was man tun könnte, wenn man den Platz hat um abzubiegen, also es kein enger Waldpfad ist.
Mal angenommen, ich wäre nun nicht zu ihr nach vorne gegangen, sondern ich möchte die Situation mit ihr verlassen. Nach hinten geht vielleicht nicht, weil ich Mira über die Stimme allein nicht mehr erreicht bekomme, weil sie schon zu arg drinsteckt und vorne einfach ein bisschen allein ist (sie hört mich ja nur, reicht aber wegen der Aufregung vielleicht nicht). Habe ich in der Umgebung etwas Platz, weil es kein enger Pfad ist, kann ich die Leinenlänge so halten und dabei vorne seitlich in ihr Sichtfeld treten (siehe Foto). Dort Druck aus der Leine nehmen und sie über die Armbewegung und körpersprachliche Einladung (ähnlich wie beim Richtungswechsel) dazu einladen mit mir gemeinsam seitlich den Ausweg aus der Situation anzutreten, ohne sie an der Leine mitschleifen zu müssen.
Mir ging es also nicht darum, sie aus der Situation zu ziehen, sondern Auswege aufzuzeigen, sobald sie bereit dafür ist. Ist nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen, so gescheit bin ich von mir aus in diesen Situationen nicht, im Gegenteil, sondern aus dem, was ich von anderen mitnehmen konnte und funktioniert ziemlich oft erstaunlich gut.
Der Unterschied ist für mich, dass sie sich so freiwillig anschließen kann.
Danach kann man ja immer nochmal zurückkehren und Spuren untersuchen, wenns nicht mehr ganz so frisch ist, und das Wild verschwunden ist, um ein bisschen besser abschließen zu können.
Die Wildwechselgeschichte schaffe ich gerade nicht mehr. Hole ich nach.
Okay. Liest sich vielleicht doch etwas chaotisch. Vielleicht kann ich das im Nachgang über Fragen ein bisschen beseitigen. Sorry.