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Dogorama-Mitglied
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heute 19:59

"Wege zur Freundschaft" (Ulli Reichmann)

Hallo ihr Lieben :) Ich habe kürzlich o.g. Buch verschlungen und gleich begeistert mit dem dort aufgeführten Training begonnen. Für alle, die es nicht kennen: Es geht darum gemeinsam mit seinem Hund die Welt zu entdecken und Spuren zu suchen etc.. Quasi ein Leitfaden, wie man dem Hund zeigt nicht mehr alleine jagen zu gehen, sondern voller Freude zu kooperieren. Ich bin nun unendlich begeistert, weil erste (auch unerwartete) Erfolge schon in wenigen Tagen sichtbar wurden und wollte nun mal fragen, ob noch jemand inspiriert von diesen Methoden mit seinem Hund die Welt erkundet? Würde mich über einen Erfahrungsaustausch unheimlich freuen! Liebe Grüße
 
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Sarah
heute 18:22
"als Hütehund holt sie sich immer wieder die Rückversicherung, was ich von ihrem nächsten Schritt halte… ganz anders halt. Und auch ich bin ganz anderes: Ich glaube, ich bin viel sparsamer mit meinen Worten, dafür versuche ich mehr über Körpersprache, weggehen, andere Dinge anschauen." Interessant, ich fand den Ulli-Leitsatz, dass keine Frage unbeantwortet bleiben darf total schön und er wirkt immer noch nach. Natürlich kann man auch ausschließlich körpersprachlich antworten, aber gerade bei einem Hütehund verschenkt man mE. sehr viel... Du schätzt doch Baumann, der hat sich auch sehr beschwert über die Modeerscheinung mit den Hunden nicht mehr sprechen zu wollen...
Zum Glück gibt es ja nicht nur entweder oder. Ich glaube, manche Hunde sind, wie manche Menschen, weniger gesprächig. Wilma und ich kommunizieren auch gerne nonverbal. Wenn sie etwas fragt oder mir etwas zeigen möchte, ist meine natürliche Reaktion ein Blickkontakt und nicken, vielleicht geht auch der Körperschwerpunkt etwas vor. Falls Ihre Frage damit beantwortet ist, geht es weiter, falls nicht, insistiert sie, dass ich gucken komme/ihren Blickwinkel einnehme.
Also Fragen beantworten: ja, aber nicht unbedingt mit Lautäußerung.
 
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Sarah
heute 18:33
Bei mir spielt das Video leider nicht ab. In solchen Situationen spiele ich gerne Snackautomat:
Wilma hat so viel Leine, dass ich sie noch gut halten kann, sollte sie doch durchstarten. Dann hocke ich mich hin und lasse sie gucken, so viel sie mag, hab aber Leckerlies schon bereit. Kommt ein Blick zu mir, bestätige ich ihn durch Nicken, kommt sie aber für einen Snack zu mir, bekommt sie den sofort. Das hat sie mittlerweile echt raus und Wildbeobachtungen werden deutlich ruhiger: abwechselnd gucken und snacken (ist ja auch anstrengend alles!) hat den charmanten Effekt, dass sie 1. selbstständig die Blick- und Denkrichtung ändert, aber weiß, dass sie danach in Ruhe weiter gucken darf. So lange sie möchte.
2. Sehe ich sehr schön, wie viel Platz in Ihrem Kopf für anderes ist. Manchmal fällt ihr der Snackautomat schnell ein, manchmal braucht sie Zeit, um sich vom Reiz abwenden zu können.
 
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Sylvia
heute 18:41
Ach schade, aber vielleicht wird das Video noch geladen. Leider funktioniert im hohen Erregungszustand das mit den Lekkerlies nicht mehr.
 
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Sarah
heute 18:46
Ach schade, aber vielleicht wird das Video noch geladen. Leider funktioniert im hohen Erregungszustand das mit den Lekkerlies nicht mehr.
Ich habe es schon mit Appneustart versucht, immer noch nichts :(

Das war bei Wilma anfangs auch so, nach einigen Monaten üben mit weniger dollen Reizen kommt sie immer öfter auch in höheren Erregungslagen auf die Idee, nach einem Snack zu fragen. Das hat sich irgendwie so entwickelt. Wenn der Reiz bei uns für Leckerlies zu doll ist, fahre ich tatsächlich mit festhalten und abwarten am besten. (Irgendwann bahnt sich der Hunger aber immer seinen Weg 😅)
 
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Sylvia
heute 18:51
Ich stell nochmal neu rein. Cleo im hohen Erregungszustand und nicht ansprechbar. Wie würdet ihr reagieren?
 
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Sarah
heute 19:01
Ich stell nochmal neu rein. Cleo im hohen Erregungszustand und nicht ansprechbar. Wie würdet ihr reagieren?
Jetzt klappts 😀 ich würde meinen Hund an einer Stelle physisch festhalten (also daneben hocken und in den Arm nehmen) und sie dazu bringen, die Reize nacheinander durchzukauen. (Da hat uns der etablierte Snackautomat wieder geholfen). Das ist natürlich eine sehr plumpe Lösung, funktioniert bei uns aber am besten. Bei allem anderen flattert Wilma Irgendwann wie ein aufgeregtes Huhn vor mir her. Aber vielleicht haben die anderen ja elegantere Ideen. ☺️
 
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Babs
heute 19:02
Ich stell nochmal neu rein. Cleo im hohen Erregungszustand und nicht ansprechbar. Wie würdet ihr reagieren?
Ich würde stehen bleiben/Tempo rausnehmen und tief durchatmen, lächeln und in Ruhe schauen lassen.

Ihr macht doch auch Mantrailing, oder?
 
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Sylvia
heute 19:02
Ich würde stehen bleiben/Tempo rausnehmen und tief durchatmen, lächeln und in Ruhe schauen lassen. Ihr macht doch auch Mantrailing, oder?
Ja , aber mit dem anderen Hund.
 
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Babs
heute 19:05
Ja , aber mit dem anderen Hund.
Ah, ok.
 
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Doro
heute 19:06
Ich stell nochmal neu rein. Cleo im hohen Erregungszustand und nicht ansprechbar. Wie würdet ihr reagieren?
Ich wäre in dieser Erregung garnicht mit ihr so nicht weiter gelaufen. Ich wäre stehen geblieben und hätte sie schauen lassen. Wenn sie nicht von alleine wieder runterkommen kann, würde ich mit ihr die Situation verlassen und den Rückweg antreten.

Mila ist heute Morgen zum Ende der Runde für zwei Kaninchen in die Leine gesprungen. Hat sogar Laut gegeben. Ich bin dann einfach stehen geblieben und hab sie weiter den Kaninchen hinterher schauen lassen. Nach kurzer Zeit war sie wieder ansprechbar und wir sind weiter gelaufen. Wäre sie nicht von alleine wieder ein bisschen runtergefahren, hätte ich die Runde abgebrochen und den kürzesten Weg aus dem Park genommen.