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Ilona
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 54
zuletzt 16. Mai

Verhaltensveränderung im Urlaub

Ihr Lieben Wir sind gerade im Urlaub im ländlichen Gebiet. Yuna ist hier total tiefenentspannt. Kein Ziehen an der Leine, sehr gute Ansprechbarkeit, schläft gut. Kann mit ihr am Feld laufen ohne zieherei etc. Wir wohnen ja in Berlin und da sieht ihr Verhalten etwas anders aus. Grundsätzlich hat sie eine gute Leinenführigkeit. Ist aber doch schnell hoch in der Erregung durch Hundesichtungen, Fussgänger, Radfahrer etc. Die Ansprechbarkeit ist in Berlin gut, nimmt aber ab je mehr Reizen sie ausgesetzr ist. Vorallem die Hundedichte ist in Berlin ja ne andere als hier. Hier begegne ich mal 1 bis 2 Hunde beim Gassi, in Berlin sind es ja doch erheblich mehr... So nun meine Frage an Euch: sollte ich im Alltag in Berlin was ändern? Wir gehen schon oft zu Zeiten wo weniger los ist. Aber vermeiden kann ich Reize ja gänzlich nicht. Ich freue mich sehr, das ich Yuna hier so anders erlebe. Und denke mir, das sie ja kann. Aber was kann ich von hier mit in den Alltag nehmen? Mehr Pausentage? Hier gehen wir unterschiedliche Runden. Sie darf viel schnüffeln und auch beobachten. Gerade die Tierwelt ist hier für sie interessant. Training oder Bespassung findet hier nur wenig statt. Also was meint ihr? Ich hätte gerne diese Yuna auch in Berlin.
 
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Ilona
16. Mai 12:20
Das ist sicher richtig. Man muss differenzieren, ob der Tagesablauf bzw die Tagesstruktur den Hund stresst oder die Umgebung. Wobei die Umgebung häufig Einfluss auf den Tagesablauf hat. Sicherlich gibt es auch Faktoren, die sich aus dem Urlaub übertragen lassen. Vielleicht können wir sie auch gemeinsam irgendwie ausarbeiten. Es gibt aber auch Faktoren, die Stadtgebunden sind. Hohe Menschen und Hundedichte erfordern einfach mehr gegenseitige Rücksichtnahme, die einen anderen Umgang mit dem eigenen Hund (sofern er auffällig ist) einschließen. Ilonas Hund hat soweit ich mich erinnern kann durch die Schilddrüsenproblemen einfach größere Probleme Reize zu verarbeiten und auszuhalten. Da spielt die Umgebung einfach einen größeren Faktor, als bei einem "gesunden" Hund.
Ja, yuna ist durch ihre SD Problematik durch stark schwankende Hormonlage das eine oder andere Mal reizbarer und reizoffener. Hinzu kommt noch eine Schmerzthematik bedingt durch Spondylose.
Sie hat schon sehr gute Fortschritte gemacht, läuft in Berlin in unserer Gegeng gut an der Leine. Die Problematik ist eben diese Vielzahl an Reizen, die ihr hier begegnen. Das ist schon so, dad wir gegen 6.30 raus gehen und wir dann schon ca 10 Hunden begegnen, Radfahrer auch. Dann ist es schon manchmal, je nach Lage, schwierig für sie. Ich kann die Reizlage nicht ändern. Früher gehen geht auch mal, aber eben auch nicht immer.
Wir machen regelmäßig Pausen an unseren Inseln, ich lass Yuna auch viel glotzen, ich betreibe, wenn nötig Management. Was mich einfach im Urlaub verblüfft hat, das sie dort ganz anders war, trotz neuer Umgebung. Und ich hab mir gedacht, wie kann ich das übertragen. Was braucht es noch für sie, um hier noch entspannter unterwegs zu sein. Schwierig ist eben die gesundheitliche Komponente, die dann immer wieder rein kickt.
Vielleicht kann man das Urlaubsfeeling auch nicht übertragen. Es war von mir nur die Überlegung meinerseits, was kann ich noch tun?
 
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Ilona
16. Mai 12:26
Ich kann da wahrscheinlich wirklich nicht mitreden, da Polli sich quasi von Anfang an selbst erzogen hat…🥴 Trotzdem versuch ich‘s, auch auf Grundlage dessen, was ich jeden Tag (in Mengen!) um mich rum sehe: das Wichtigste ist für mich, beobachten & Schlüsse ziehen… und dann eine Strategie entwickeln, wie man genau DIESE Reize gezielt stufenweise steigert. Ich weiß, dass Du da ne echt Herausforderung an der Leine hast, Julia, und ich ziehe echt meinen Hut vor dem, was Du mit Nero geschafft hast… auch tw. gegen Deine eigene Natur!!! Bei Illona kann ich das nicht wirklich einschätzen, also berichte ich aus meinem Alltag aus der Stadt. Und da sehe ich soooo viele Leute, die trotz klarer Signale des Hundes Dinge tun… und sehe dann auch, wie sich der Hund über Wochen und Monate immer mehr entwickelt. Und das in eine Richtung, die der Halter nicht wirklich will. Deswegen: welche Signale gibt es, dass ein größerer Garten der Situation helfen würde? 350qm find ich jetzt nicht sooo klein (für Berliner Verhältnisse!). Wenn Polli im Garten ist, liegt sie eh nur in der Sonne. Und vielleicht versteckt sie auch mal nen Knochen… Bewegungsradius braucht sie da nicht. Was macht Yuna denn bei Radfahrern und anderen Hunden? Weißt Du, was ihre Motivation ist? Dann würde ich das ganz gezielt erstmal rausnehmen und stückchenweise hochfahren, so dass ich dem Verhalten, was ich sehen will, Stück für Stück näher komme. Ich finds dabei übrigens ganz ganz wichtig, sich bewusst zu machen: was will ich in ganz genau DIESER Situation eigentlich als Endergebnis sehen? Und mir dann einen Weg zu überlegen, wie ich da Stück für Stück hinkomme… Mein Vorbild sind definitiv die Hunde von Punkern, Obdachlosen & Co hier in Berlin. Die merkt man größtenteils nicht, die sind einfach mit dabei!😀 Letztens in der (nicht ganz leeren!) U-Bahn: kommt ne Gruppe mit nem großen Hund (ohne Leine) rein. Die stellen sich in die Mitte, da keine Sitzplätze mehr frei waren. Der Hund geht in eine freie Ecke und legt sich an der Wand einfach hin… gänzlich ohne in die Nähe eines fremden Menschens zu kommen. Irgendwann steigen sie aus. Gefühlt ohne Ansprache oder Auffordern folgt der Hund einfach im Fuß. Viele im Wagen haben gar nicht mitgekriegt, dass der überhaupt drin war! Chapeau, die Leute hätte ich echt für ihren Hund knutschen können!!!😀 Bis vor kurzem hatten wir auch eine Wagenburg in der Nähe. Die Gassigänger von dort hab ich immer gerne getroffen: selbst wenn es mal ein unkastrierter Rüde war, wird eben auf Entfernung kurz die Situation geklärt. Wenn ich dann sage, Hündin, aber auch ein bisschen schüchtern, wird gleich aufgepasst, dass der eigene Hund nicht zu übergriffig wird. Aber Kontakt zulassen oder nicht ist eigentlich fast nie die Frage, alles echt gechillt. Aber bei mir ist immer die Frage: was würde ich bei meinem Hund in DER Situation gerne sehen? und zwar nicht allgemein („soll nicht auslösen“), sondern: darf er/sie gucken? Ab wann ist das Gucken nicht ok (-> Fixieren)? Soll er/sie weitergehen? Darf er/sie stehenbleiben? Wenn ja: vor mir, neben mir oder sogar hinter mir? Und was davon ist mit MEINEM Hund realistisch? Polli z.B. wird sich nie in fremden Situationen hinlegen. Dafür ist sie als ehemaliger Strassenhund immer noch zu sehr im Hinterkopf in sowas wie „allzeit bereit!“-Modus. Hinsetzen geht besser. Und ist definitiv besser als stehen, da es die Spannung rausnimmt und den Fokus auf mich lenkt. Also sitzen wir halt viel!😀 Herrchen versucht sich immer noch mit „Platz“ überall… und es ist (für mich gefühlt) ein ständiger Kampf. Das hat mir aber alles Hundine Stück für Stück selber „erklärt“… Puh, langer Text… aber vielleicht wird ein bisschen klar worauf ich hinauswill…🥴
Ich verstehe was du meinst. So ist ja auch meine Herangehensweise. Manchmal möchte sie den anderen vertreiben,gerade Fremdhunde. Bei Hunden die sich kennt möchte sie hin, was auch in der Regel gut macht. Bei Radfahrern ist es manchmal, der Schreck, wenn die ohne Vorwarnung an uns vorbeizu schiessen. Ich sehe schon viel, aber manchmal eben auch nicht. Ich warne auch Yuna vor: Achtung das kommt ein Radfahrer. Manchmal schiessen die Schmerzen rein, dann will sie nur Abstand. Schön ist ja, das sie unsere Signale in der Regel gut funktionieren. Ich kann aber oft nicht erkennen, wann es zuviel wird. Weil das so schnell kippt. Und ich kann sie schon gut lesen, ist aber manchmal, als wenn ein Schalter umgelegt wird.
 
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Ilona
16. Mai 12:29
Puh, schwierige Situation. Kenne das auch so von meiner Assiah. Für die war ich Dauerpflegestelle. Wir leben hier am Rande einer Kleinstadt in einer Wohnsiedlung, aber für Assiah waren das schon zu viele Reize. Die Vorgärten, Menschen, Hunde, Autos, Fahrräder, Mülltonnen, usw. Für die hatte ich einen Hundefahrradanhänger zum Jogger umgebaut und den als Safe Space auftrainiert. Darin fühlte sie sich sicher, wenn wir so zum Park gefahren sind. Waren es ihr dort zu viele Reize, konnte sie sich jederzeit in den Anhänger zurückziehen. Das hat ihr geholfen. Außerdem gab es Tage, an denen ich nur ganz kurz mit ihr spazieren gegangen/gefahren bin, weil es zu viel war. Dann haben wir viel im Garten gemacht (Mutmachspiele, Nasenspitze, usw.). Priorität hatte immer das Nervensystem runterzufahren und sie so zu stabilisieren. Meine Emmi ist auch sehr ängstlich und reagiert extrem auf Reize. Bei der lege ich Spaziergänge in die frühen Morgenstunden und in den Abend, nachmittags mache ich das von ihrem Befinden abhängig. Auch bei ihr gibt es Tage, wo ich sie einfach nur im Garten beschäftige. Und dann ist am nächsten Tag sehr deutlich zu merken, dass sie bestimmte Reize viel besser verarbeiten kann. Emmi und Assiah haben Inselspaziergänge sehr geholfen. Sagt dir das was? Auch über Entspannung würde ich arbeiten, da gibt es ja verschiedenste Möglichkeiten ( konditionierte Entspannung, take a deep breath, Tellingtob Touches oder die Bänder, Isometrische Übungen, usw.).
Ja Inselspsziergänge kenne ich auch. Haben wir hier auch etabliert. Es ist halt bei Yuna nötig genau zu schauen, was war die Tage zuvor los, was heute. Wann braucht sie einen Ruhetag oder kürzere Runden.
Wir nutzen die konditionierte Entspannun. Das klappt gut.
 
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Marie
16. Mai 12:33
Du musst es ja wissen
Hab nicht geschrieben daß ich es weiß!
Sondern das ich!!!! davon überzeugt bin! Und ausschließlich rede ich von mir !
Das ist meine Meinung,da muss man sich ja nicht gleich angegriffen fühlen!