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Verfasser
Ilona
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zuletzt 16. Mai

Verhaltensveränderung im Urlaub

Ihr Lieben Wir sind gerade im Urlaub im ländlichen Gebiet. Yuna ist hier total tiefenentspannt. Kein Ziehen an der Leine, sehr gute Ansprechbarkeit, schläft gut. Kann mit ihr am Feld laufen ohne zieherei etc. Wir wohnen ja in Berlin und da sieht ihr Verhalten etwas anders aus. Grundsätzlich hat sie eine gute Leinenführigkeit. Ist aber doch schnell hoch in der Erregung durch Hundesichtungen, Fussgänger, Radfahrer etc. Die Ansprechbarkeit ist in Berlin gut, nimmt aber ab je mehr Reizen sie ausgesetzr ist. Vorallem die Hundedichte ist in Berlin ja ne andere als hier. Hier begegne ich mal 1 bis 2 Hunde beim Gassi, in Berlin sind es ja doch erheblich mehr... So nun meine Frage an Euch: sollte ich im Alltag in Berlin was ändern? Wir gehen schon oft zu Zeiten wo weniger los ist. Aber vermeiden kann ich Reize ja gänzlich nicht. Ich freue mich sehr, das ich Yuna hier so anders erlebe. Und denke mir, das sie ja kann. Aber was kann ich von hier mit in den Alltag nehmen? Mehr Pausentage? Hier gehen wir unterschiedliche Runden. Sie darf viel schnüffeln und auch beobachten. Gerade die Tierwelt ist hier für sie interessant. Training oder Bespassung findet hier nur wenig statt. Also was meint ihr? Ich hätte gerne diese Yuna auch in Berlin.
 
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Julia 🐾Nero
16. Mai 06:21
Ich habe nicht das Gefühl, dass jemand versucht Ilona etwas einzureden. Man teilt Erfahrungen und einige hier haben nun mal das selbe erlebt wie sie gerade. Ich habe übrigens schon in der Stadt und auf dem Land Urlaub gemacht und es gibt zumindest bei meinem Hund einfach deutliche Unterschiede. Obwohl er sich in beiden Umgebungen nicht auskennt, wir keinen Termindruck haben usw. Wo ich dir aber recht geben kann, in der Stadt bin ich sicherlich selber trotz Urlaub nicht so entspannt, wie auf dem Land (vollkommen unabhängig ob ich einen Hund habe oder nicht). Die Menschen und Hundedichte (hier wird auch sozialer Stress durch Markierungen oft vernachlässigt) ist einfach nicht vergleichbar, dazu eben die Licht und Lärmbelastung. Wobei Land auch nicht gleich Land ist. Bei uns haben einige Faktoren mit reingespielt. Einer der größten war der Freilauf, den ich in der Stadt sowieso nicht habe, aber in einer ländlichen Region mit hoher Wilddichte und uneinsichtbaren Gelände auch nicht in dem Ausmaß bieten könnte. Jetzt sollen sich Leute, die in der Stadt wohnen nicht auf die Füße getreten fühlen (ich wohne doch selber in der Stadt). Es gibt eben Hunde, die kommen damit besser oder schlechter zurecht. Ich finde es aber auch nicht richtig zu behaupten, dass die Umgebung keinen Unterschied macht, erst recht wenn es um Hunde mit ausgeprägten Verhaltensproblemen geht (Angst, Aggression, Reaktivität, Unruhe), die stark im Alltag belasten und alles auf "du musst einfach entspannt sein" abgetan wird. Natürlich hilft es dem Hund, wenn der Halter entspannt ist. Aber dadurch verschwinden Reize nicht. Und für einen Hund, der Probleme mit Reizverarbeitung hat, kann eine reizarme Umgebung starke Linderung verschaffen.
Eine Sache möchte ich noch anfügen.
Ich finde einen großen Unterschied macht auch, ob man seinen Hund durch Übungen und Management und Training zu mehr Ausgeglichenheit verhilft, oder ob es einfach ohne jeglichen Zutun durch die passende Umgebung geschieht.

Ja wir machen zuhause Ruheübungen, Entspannungssignale, gehen nicht zu den Stoßzeiten und nicht da, wo alle anderen Gassi gehen, weichen Triggern großräumig aus usw usw. Das hilft ja auch alles.
Aber es ist ein ganz, ganz anderes Lebensgefühl, wenn all das gar nicht nötig ist und man einfach "sein" kann.

Weiß nicht, ob man versteht was ich meine. Wenn man nicht gegen den Stress beim Hund ankämpfen muss, weil er einfach nicht da ist.
Weil man nicht performen muss, weil niemand gefährdet wird und auch wenn mal etwas nicht klappt, ist es pupsegal.
Fühlt sich sehr befreiend an.
 
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Dogorama-Mitglied
16. Mai 07:00
Ich habe nicht das Gefühl, dass jemand versucht Ilona etwas einzureden. Man teilt Erfahrungen und einige hier haben nun mal das selbe erlebt wie sie gerade. Ich habe übrigens schon in der Stadt und auf dem Land Urlaub gemacht und es gibt zumindest bei meinem Hund einfach deutliche Unterschiede. Obwohl er sich in beiden Umgebungen nicht auskennt, wir keinen Termindruck haben usw. Wo ich dir aber recht geben kann, in der Stadt bin ich sicherlich selber trotz Urlaub nicht so entspannt, wie auf dem Land (vollkommen unabhängig ob ich einen Hund habe oder nicht). Die Menschen und Hundedichte (hier wird auch sozialer Stress durch Markierungen oft vernachlässigt) ist einfach nicht vergleichbar, dazu eben die Licht und Lärmbelastung. Wobei Land auch nicht gleich Land ist. Bei uns haben einige Faktoren mit reingespielt. Einer der größten war der Freilauf, den ich in der Stadt sowieso nicht habe, aber in einer ländlichen Region mit hoher Wilddichte und uneinsichtbaren Gelände auch nicht in dem Ausmaß bieten könnte. Jetzt sollen sich Leute, die in der Stadt wohnen nicht auf die Füße getreten fühlen (ich wohne doch selber in der Stadt). Es gibt eben Hunde, die kommen damit besser oder schlechter zurecht. Ich finde es aber auch nicht richtig zu behaupten, dass die Umgebung keinen Unterschied macht, erst recht wenn es um Hunde mit ausgeprägten Verhaltensproblemen geht (Angst, Aggression, Reaktivität, Unruhe), die stark im Alltag belasten und alles auf "du musst einfach entspannt sein" abgetan wird. Natürlich hilft es dem Hund, wenn der Halter entspannt ist. Aber dadurch verschwinden Reize nicht. Und für einen Hund, der Probleme mit Reizverarbeitung hat, kann eine reizarme Umgebung starke Linderung verschaffen.
Also ich hab hier halt Kommentare gesehen wo behauptet wird dass der Hund wohl in der Stadt zu gestresst ist… komischerweise zeigt mein Hund genau diese Verhaltensänderung obwohl wir sehr sehr ländlich wohnen (noch ländlicher wäre einsam auf nem Berg). Auch unser Trainer sagt dass sehr viele Hunde sich so im Urlaub Verhalten weil der komplette Tagesablauf ein anderer ist. Man ist viel mehr draußen unterwegs, der Hund kennt die Umgebung noch nicht, der Mensch ist meistens entspannter, man hat den ganzen Tag Zeit für den Hund, usw. Wenn man möchte dass der Hund sich zuhause genauso verhält wie im Urlaub, dann müsste man einiges umstellen (und es hat nur sehr selten etwas mit Stadt oder Land zu tun)…
 
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Jochen
16. Mai 07:09
Ich habe nicht das Gefühl, dass jemand versucht Ilona etwas einzureden. Man teilt Erfahrungen und einige hier haben nun mal das selbe erlebt wie sie gerade. Ich habe übrigens schon in der Stadt und auf dem Land Urlaub gemacht und es gibt zumindest bei meinem Hund einfach deutliche Unterschiede. Obwohl er sich in beiden Umgebungen nicht auskennt, wir keinen Termindruck haben usw. Wo ich dir aber recht geben kann, in der Stadt bin ich sicherlich selber trotz Urlaub nicht so entspannt, wie auf dem Land (vollkommen unabhängig ob ich einen Hund habe oder nicht). Die Menschen und Hundedichte (hier wird auch sozialer Stress durch Markierungen oft vernachlässigt) ist einfach nicht vergleichbar, dazu eben die Licht und Lärmbelastung. Wobei Land auch nicht gleich Land ist. Bei uns haben einige Faktoren mit reingespielt. Einer der größten war der Freilauf, den ich in der Stadt sowieso nicht habe, aber in einer ländlichen Region mit hoher Wilddichte und uneinsichtbaren Gelände auch nicht in dem Ausmaß bieten könnte. Jetzt sollen sich Leute, die in der Stadt wohnen nicht auf die Füße getreten fühlen (ich wohne doch selber in der Stadt). Es gibt eben Hunde, die kommen damit besser oder schlechter zurecht. Ich finde es aber auch nicht richtig zu behaupten, dass die Umgebung keinen Unterschied macht, erst recht wenn es um Hunde mit ausgeprägten Verhaltensproblemen geht (Angst, Aggression, Reaktivität, Unruhe), die stark im Alltag belasten und alles auf "du musst einfach entspannt sein" abgetan wird. Natürlich hilft es dem Hund, wenn der Halter entspannt ist. Aber dadurch verschwinden Reize nicht. Und für einen Hund, der Probleme mit Reizverarbeitung hat, kann eine reizarme Umgebung starke Linderung verschaffen.
„Es gibt eben Hunde, die kommen damit besser oder schlechter zurecht.“

Ob das so ist, ist aber nur zum Teil Fatalismus.
Jedes Stressystem ist trainierbar. Bewältigbarer Stress hat immer eine positive Wirkung, wohingegen eine Überforderung abträglich ist.

Und das genau ist auch die Crux, wir können die Stressoren meistens nur wenig beeinflussen. Wenn es uns gelänge zB. den Stadtlärm sukzessive zu steigern, am besten schon vom Welpenalter an, gäbe es eine Adaption des Stresssystems.

Der Alltag ist aber meist der, dass die Haltenden hoffen Habituation brächte etwas, was aber in den allermeisten Fällen nicht zutrifft, sondern das Gegenteil, sich eine Verschlechterung einstellt (siehe oben Überforderung des Stressystems).
 
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Ilona
16. Mai 07:40
Könnt ihr dann nicht vielleicht einen Garten mieten oder so in einer ruhigen Ecke wo man am Wochenende hinfahren kann damit der sich besser entspannen kann?
Wir haben ja einen Garten, aber eben nicht sehr gross, ca. 350 qm. Wir halten schon Ausschau seit 1 Jahr. Haben bis jetzt aber nichts gefunden, was von der Größe und auch Preis passt.
 
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Ilona
16. Mai 07:43
Ich habe nicht das Gefühl, dass jemand versucht Ilona etwas einzureden. Man teilt Erfahrungen und einige hier haben nun mal das selbe erlebt wie sie gerade. Ich habe übrigens schon in der Stadt und auf dem Land Urlaub gemacht und es gibt zumindest bei meinem Hund einfach deutliche Unterschiede. Obwohl er sich in beiden Umgebungen nicht auskennt, wir keinen Termindruck haben usw. Wo ich dir aber recht geben kann, in der Stadt bin ich sicherlich selber trotz Urlaub nicht so entspannt, wie auf dem Land (vollkommen unabhängig ob ich einen Hund habe oder nicht). Die Menschen und Hundedichte (hier wird auch sozialer Stress durch Markierungen oft vernachlässigt) ist einfach nicht vergleichbar, dazu eben die Licht und Lärmbelastung. Wobei Land auch nicht gleich Land ist. Bei uns haben einige Faktoren mit reingespielt. Einer der größten war der Freilauf, den ich in der Stadt sowieso nicht habe, aber in einer ländlichen Region mit hoher Wilddichte und uneinsichtbaren Gelände auch nicht in dem Ausmaß bieten könnte. Jetzt sollen sich Leute, die in der Stadt wohnen nicht auf die Füße getreten fühlen (ich wohne doch selber in der Stadt). Es gibt eben Hunde, die kommen damit besser oder schlechter zurecht. Ich finde es aber auch nicht richtig zu behaupten, dass die Umgebung keinen Unterschied macht, erst recht wenn es um Hunde mit ausgeprägten Verhaltensproblemen geht (Angst, Aggression, Reaktivität, Unruhe), die stark im Alltag belasten und alles auf "du musst einfach entspannt sein" abgetan wird. Natürlich hilft es dem Hund, wenn der Halter entspannt ist. Aber dadurch verschwinden Reize nicht. Und für einen Hund, der Probleme mit Reizverarbeitung hat, kann eine reizarme Umgebung starke Linderung verschaffen.
Genau so ist es. Ich bin ja entspannt unterwegs, aber aufgrund der Reizdichte in Berlin ist es eben doch so, das ich einen Rundum Blick haben muss.
 
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Ilona
16. Mai 07:46
Eine Sache möchte ich noch anfügen. Ich finde einen großen Unterschied macht auch, ob man seinen Hund durch Übungen und Management und Training zu mehr Ausgeglichenheit verhilft, oder ob es einfach ohne jeglichen Zutun durch die passende Umgebung geschieht. Ja wir machen zuhause Ruheübungen, Entspannungssignale, gehen nicht zu den Stoßzeiten und nicht da, wo alle anderen Gassi gehen, weichen Triggern großräumig aus usw usw. Das hilft ja auch alles. Aber es ist ein ganz, ganz anderes Lebensgefühl, wenn all das gar nicht nötig ist und man einfach "sein" kann. Weiß nicht, ob man versteht was ich meine. Wenn man nicht gegen den Stress beim Hund ankämpfen muss, weil er einfach nicht da ist. Weil man nicht performen muss, weil niemand gefährdet wird und auch wenn mal etwas nicht klappt, ist es pupsegal. Fühlt sich sehr befreiend an.
Ich weiss genau, was du meinst. Hier im Urlaub kann ich auch mal entspannt stehen bleiben und die Umgebung geniessen, ohne das ich ständig schauen muss: kommt da ein Radfahrer, kommt da ein Hund etc.....
 
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Julia 🐾Nero
16. Mai 07:52
Das ist sicher richtig.
Man muss differenzieren, ob der Tagesablauf bzw die Tagesstruktur den Hund stresst oder die Umgebung.
Wobei die Umgebung häufig Einfluss auf den Tagesablauf hat.

Sicherlich gibt es auch Faktoren, die sich aus dem Urlaub übertragen lassen. Vielleicht können wir sie auch gemeinsam irgendwie ausarbeiten.

Es gibt aber auch Faktoren, die Stadtgebunden sind. Hohe Menschen und Hundedichte erfordern einfach mehr gegenseitige Rücksichtnahme, die einen anderen Umgang mit dem eigenen Hund (sofern er auffällig ist) einschließen.

Ilonas Hund hat soweit ich mich erinnern kann durch die Schilddrüsenproblemen einfach größere Probleme Reize zu verarbeiten und auszuhalten. Da spielt die Umgebung einfach einen größeren Faktor, als bei einem "gesunden" Hund.
 
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Katja
16. Mai 08:45
Das ist sicher richtig. Man muss differenzieren, ob der Tagesablauf bzw die Tagesstruktur den Hund stresst oder die Umgebung. Wobei die Umgebung häufig Einfluss auf den Tagesablauf hat. Sicherlich gibt es auch Faktoren, die sich aus dem Urlaub übertragen lassen. Vielleicht können wir sie auch gemeinsam irgendwie ausarbeiten. Es gibt aber auch Faktoren, die Stadtgebunden sind. Hohe Menschen und Hundedichte erfordern einfach mehr gegenseitige Rücksichtnahme, die einen anderen Umgang mit dem eigenen Hund (sofern er auffällig ist) einschließen. Ilonas Hund hat soweit ich mich erinnern kann durch die Schilddrüsenproblemen einfach größere Probleme Reize zu verarbeiten und auszuhalten. Da spielt die Umgebung einfach einen größeren Faktor, als bei einem "gesunden" Hund.
Ich kann da wahrscheinlich wirklich nicht mitreden, da Polli sich quasi von Anfang an selbst erzogen hat…🥴

Trotzdem versuch ich‘s, auch auf Grundlage dessen, was ich jeden Tag (in Mengen!) um mich rum sehe: das Wichtigste ist für mich, beobachten & Schlüsse ziehen… und dann eine Strategie entwickeln, wie man genau DIESE Reize gezielt stufenweise steigert.

Ich weiß, dass Du da ne echt Herausforderung an der Leine hast, Julia, und ich ziehe echt meinen Hut vor dem, was Du mit Nero geschafft hast… auch tw. gegen Deine eigene Natur!!!
Bei Illona kann ich das nicht wirklich einschätzen, also berichte ich aus meinem Alltag aus der Stadt.
Und da sehe ich soooo viele Leute, die trotz klarer Signale des Hundes Dinge tun… und sehe dann auch, wie sich der Hund über Wochen und Monate immer mehr entwickelt. Und das in eine Richtung, die der Halter nicht wirklich will.

Deswegen: welche Signale gibt es, dass ein größerer Garten der Situation helfen würde?
350qm find ich jetzt nicht sooo klein (für Berliner Verhältnisse!). Wenn Polli im Garten ist, liegt sie eh nur in der Sonne. Und vielleicht versteckt sie auch mal nen Knochen… Bewegungsradius braucht sie da nicht.
Was macht Yuna denn bei Radfahrern und anderen Hunden? Weißt Du, was ihre Motivation ist? Dann würde ich das ganz gezielt erstmal rausnehmen und stückchenweise hochfahren, so dass ich dem Verhalten, was ich sehen will, Stück für Stück näher komme.

Ich finds dabei übrigens ganz ganz wichtig, sich bewusst zu machen: was will ich in ganz genau DIESER Situation eigentlich als Endergebnis sehen? Und mir dann einen Weg zu überlegen, wie ich da Stück für Stück hinkomme…

Mein Vorbild sind definitiv die Hunde von Punkern, Obdachlosen & Co hier in Berlin. Die merkt man größtenteils nicht, die sind einfach mit dabei!😀
Letztens in der (nicht ganz leeren!) U-Bahn: kommt ne Gruppe mit nem großen Hund (ohne Leine) rein. Die stellen sich in die Mitte, da keine Sitzplätze mehr frei waren. Der Hund geht in eine freie Ecke und legt sich an der Wand einfach hin… gänzlich ohne in die Nähe eines fremden Menschens zu kommen. Irgendwann steigen sie aus. Gefühlt ohne Ansprache oder Auffordern folgt der Hund einfach im Fuß. Viele im Wagen haben gar nicht mitgekriegt, dass der überhaupt drin war!
Chapeau, die Leute hätte ich echt für ihren Hund knutschen können!!!😀

Bis vor kurzem hatten wir auch eine Wagenburg in der Nähe. Die Gassigänger von dort hab ich immer gerne getroffen: selbst wenn es mal ein unkastrierter Rüde war, wird eben auf Entfernung kurz die Situation geklärt. Wenn ich dann sage, Hündin, aber auch ein bisschen schüchtern, wird gleich aufgepasst, dass der eigene Hund nicht zu übergriffig wird. Aber Kontakt zulassen oder nicht ist eigentlich fast nie die Frage, alles echt gechillt.

Aber bei mir ist immer die Frage: was würde ich bei meinem Hund in DER Situation gerne sehen? und zwar nicht allgemein („soll nicht auslösen“), sondern: darf er/sie gucken? Ab wann ist das Gucken nicht ok (-> Fixieren)? Soll er/sie weitergehen? Darf er/sie stehenbleiben? Wenn ja: vor mir, neben mir oder sogar hinter mir? Und was davon ist mit MEINEM Hund realistisch?
Polli z.B. wird sich nie in fremden Situationen hinlegen. Dafür ist sie als ehemaliger Strassenhund immer noch zu sehr im Hinterkopf in sowas wie „allzeit bereit!“-Modus. Hinsetzen geht besser. Und ist definitiv besser als stehen, da es die Spannung rausnimmt und den Fokus auf mich lenkt. Also sitzen wir halt viel!😀
Herrchen versucht sich immer noch mit „Platz“ überall… und es ist (für mich gefühlt) ein ständiger Kampf.
Das hat mir aber alles Hundine Stück für Stück selber „erklärt“…

Puh, langer Text… aber vielleicht wird ein bisschen klar worauf ich hinauswill…🥴
 
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Anke
16. Mai 08:50
Puh, schwierige Situation. Kenne das auch so von meiner Assiah. Für die war ich Dauerpflegestelle. Wir leben hier am Rande einer Kleinstadt in einer Wohnsiedlung, aber für Assiah waren das schon zu viele Reize. Die Vorgärten, Menschen, Hunde, Autos, Fahrräder, Mülltonnen, usw. Für die hatte ich einen Hundefahrradanhänger zum Jogger umgebaut und den als Safe Space auftrainiert. Darin fühlte sie sich sicher, wenn wir so zum Park gefahren sind. Waren es ihr dort zu viele Reize, konnte sie sich jederzeit in den Anhänger zurückziehen. Das hat ihr geholfen. Außerdem gab es Tage, an denen ich nur ganz kurz mit ihr spazieren gegangen/gefahren bin, weil es zu viel war. Dann haben wir viel im Garten gemacht (Mutmachspiele, Nasenspitze, usw.). Priorität hatte immer das Nervensystem runterzufahren und sie so zu stabilisieren.
Meine Emmi ist auch sehr ängstlich und reagiert extrem auf Reize. Bei der lege ich Spaziergänge in die frühen Morgenstunden und in den Abend, nachmittags mache ich das von ihrem Befinden abhängig. Auch bei ihr gibt es Tage, wo ich sie einfach nur im Garten beschäftige. Und dann ist am nächsten Tag sehr deutlich zu merken, dass sie bestimmte Reize viel besser verarbeiten kann.
Emmi und Assiah haben Inselspaziergänge sehr geholfen. Sagt dir das was?
Auch über Entspannung würde ich arbeiten, da gibt es ja verschiedenste Möglichkeiten ( konditionierte Entspannung, take a deep breath, Tellingtob Touches oder die Bänder, Isometrische Übungen, usw.).
 
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Kim
16. Mai 11:42
Ganz ehrlich? Ich bin fest davon überzeugt ,wenn der Hund etwas dazu sagen könnte ob er in der Stadt oder auf dem Land leben möchte,wäre die Antwort,Land !!!! Unsere Hunde "ertragen " das Stadtleben, glücklich sind sie damit sicher nicht ! Zuviel Reize,Stress usw.,darauf würden sie sicher gern verzichten!
Du musst es ja wissen