Und wie soll die Führung dann aussehen? Weiterziehen? Stehenbleiben und hartnäckig auf die Richtung bestehen?
Das hängt vom Hund ab, in diesem Fall ein Toller, die sehr schnell lernen, selbständig und sensibel sind, aber Fehler ausnutzen.
Einen Welpen oder kleinen Hund kann ich ein kurzes Stück tragen und nach der 'Stelle' wieder absetzen.
Mit einem unsicheren Hund kann ich mich der 'Stelle' nähern, kurz vorher umdrehen und wieder nähern, usw.
Mit einem willensstarken Hund wie meinem Gassi-Kangal drehe ich Volten, wenn sie nicht weiter will. Ziehen ist bei 64 kg keine Option, aber man kann die Leine auf Zug bringen und warten, bis Hund einen Schritt macht und den dann verbal belohnen. Da haben wir dann 25 min für 20 m gebraucht - mit den Volten aus dem Pferdetraining ging es besser, weil Hund dazu in Bewegung bleibt.
Das 'neue' Gassi-Chow-Mädchen, wollte zuerst mit mir nicht mit, weil sie mich nicht kannte. Da hat schon gereicht, dass ich mich hinter sie gestellt habe, damit sie sich bewegt, weil sie Abstand wollte. Jetzt, nach dem dritten Mal, hopst sie fröhlich durch die Gegend.
Dem unsicheren Barsoi-Mädchen haben meine Altrüden gezeigt, dass so eine S-Bahn-Brücke kein Problem ist und Böller in der Ferne auch harmlos sind.
Und zu guter Letzt hängt es natürlich vom Halter ab, wie souverän er sich bewegt oder zögerlich ist in Alltagssituationen.
Der Spruch 'mit gutem Beispiel voran gehen' kommt ja nicht von ungefähr. :-)