Es gibt ja einige Auslandshunde, die Ängste haben/hatten. Ich würde gerne mal wissen, ob sich das irgendwann gelegt hat oder ob diese Ängste immer bleiben...?
Unsere Raya ist so eine Kandidatin. Sie hat solch Panik vor Menschen, insbesondere vor Menschen, die weit weit hinter uns laufen... Sie fällt sofort in Panik, sobald sie einen Menschen sieht. Nasse Pfoten, zittern, sabbern....
Wir hatten eine Trainerin da, noch eine Dame die mal Pflegestelle für Angsthunde aus dem Ausland war und eine Hundepsychologin. Alle sagten, dass die Bindung schon ganz toll ist, Raya ist sehr auf mich fixiert - aber das geht nun mittlerweile seit fast 8 Monaten so.
Die kleinsten Gassirunden sind für sie ein Survival Training und für uns eine nervenaufreibende Geduldsprobe. Sie hat Panik, muss alles im Blick haben, schaut alle paar Sekunden nach hinten. Ich gebe ihr sehr viel Ruhe und Sicherheit und versuche ihr Gehabe zu ignorieren, aber meine Nerven liegen mittlerweile echt blank.....
Heute Morgen haben wir eine knappe 3/4 Stunde gedreht, sie hat nicht mal ein Geschäft erledigt - weder groß noch klein.
Sie bekommt vom TA seit letzten Dienstag Reconcile. Das soll im Gehirn Glückshormone auslösen und diese soll sie dann mit den ganzen Situationen verbinden. So die Theorie... Die Praxis zeigt leider seit der Einnahme eine extreme Verschlimmbesserung.
So langsam bin ich echt mit meinem Latein am Ende. Sie macht sonst alles so toll.
Sie fährt super Auto, auch wenn sie anfangs immer noch etwas trillert. Sie fährt gerne im Fahrradanhänger, wir haben jetzt sogar schon mal kleine Strecken am Rad versucht - da ist sie voll in ihrem Element!
Zu Hause ist sie ein absolutes Goldstück, macht nichts kaputt, kann alleine bleiben... Frisst nur leider sehr sehr schlecht und ist zu dünn
Alles in allem sehr unbefriedigend und ich musste mich grad einfach mal ausheulen.
Sie wurde uns als lebensfroh und aufgeschlossen präsentiert. Beim Kennenlernen war sie so nicht, sie hatte sich nicht anfassen lassen. Aber wir hatten gesagt, dass kommt wieder, sie braucht nur ihre Zeit. Aber irgendwie sind mittlerweile Zweifel im Köpfchen...
Danke fürs "Zuhören" 😇
Meine erster Gedanke war...anfassen😄mein zweiter Gedanke war sich einen chilligen Kumpel suchen an dem sie sich orientieren kann.
Ich erkläre mal🙈
Zu meinem ersten Gedanken: also nur du weißt was machbar ist, deshalb hör nicht auf mich, wenn du bei meinem Gedanken ein schlechtes Bauchgefühl hättest. Ich hab ja keine Ahnung, wie deine Hündin tickt. Wäre ich mit Louis in dieser Situation gewesen, wäre meine Intuition gewesen, ihn jemanden in die Hand zu drücken, dem er auch vertraut, bei uns wäre es früher meine Tochter oder mein jetzt Exmann gewesen. Ich wäre zu dem Fremden gegangen und hätte mit ihm gesprochen, hätte also bei ihm gestanden..von mal zu mal hätte ich das dann in kleinen Schritten ausgebaut. Hatte zb Bekannten bescheid gesagt, die Louis nicht kannte und hätte sie umarmt oder sie an der Hand genommen und wäre näher gekommen. Jedesmal, wenn er ruhig geblieben wäre hätte ich die Situation, in der einfach nichts passiert belohnt. Aber ob sowas bei euch klappen könnte weiß ich natürlich nicht.
Mein zweiter Gedanke war ein chilliger Kumpel...orientiert sie sich an anderen Hunden? Vielleicht habt ihr ja bei euch in der Gegend einen Hund, mit dem ihr laufen könnt und der ihr Sicherheit gibt. Wir hatten das und so hat Louis viel von seiner Angst verloren. Jetzt haben wir hier eine Hundetruppe die "SocialPows" wir treffen uns meist an Wochenenden und machen Gassirunden oder Runden in denen Dinge erarbeitet werden. Vielleicht gibt's sowas ja auch bei euch.
Wir wissen nunmal nicht was unseren Mäusen passiert ist auf ihrem Weg, vielleicht hatte sie einmal ein traumatisches Erlebnis, in der ihr Menschen gefolgt sind oder sie gejagt haben.
Louis hat den Großteil seiner Ängste überwunden, uns haben ganz arg die beiden Hunde geholfen, die seine besten Kumpels waren. Louis hatte anfangs Angst vor Hunden...und vor Katzen und vor Trecker und LKWs.. Bussen.. Bahnübergängen..kleinen Kindern.. Dingen die laute Geräusche machen. Also irgendwie vor fast allem. Die Angst vor kleinen Kindern ist geblieben, wenn sie wild sind..wenn nicht, lässt er sich mittlerweile von ihnen anfassen. Laute Geräusche umgeht er jetzt..also bei großen lauten Fahrzeugen springt er über den Graben und läuft da weiter bis sie an uns vorbei sind, aber er schmeist sich nicht mehr hin, er hat da seine Lösung gefunden. Er würde aber zb in unserem Wohnzimmer niemals zwischen Tisch und Sofa herlaufen, wenn dort eine Flasche im Weg steht, denn die macht ein Geräusch wenn sie umkippt.
Aber Louis hat nicht nur schwächen, er hat auch viele stärken. Zb geht er super sanft mit Menschen um, die Angst vor Hunden haben. Oder ist mittlerweile ein guter Trainingspartner für Hunde mit Aggressionen gegen andere Hunde, weil er sie komplett ignoriert ...deine Maus hat auch tolle Stärken!!