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Cassy
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Anzahl der Antworten 34
zuletzt 18. Aug.

Hundeopa, Krebs? OP? Chemo?

Ich bin wieder mal am overthinken. Mein Senior Mischling ist 12. Er hat kleine gesundheitliche Probleme, Lipome, Schilddrüse und bekommt Physio aufgrund von Rückenschmerzen (wahrscheinlich Hüfte). Nun mache ich mir Gedanken darüber was wäre, wenn der kleine Krebs hätte. Er hat bereits einige Lipome seit 3 Jahren. Was wäre nun wenn eins davon doch bösartig ist? Würdet ihr dem Hund die Tortur mit OP und Bestrahlung in dem Alter noch zumuten? Leider kommt der Krebs ja recht häufig zurück. Lohnt sich das alles in dem Alter noch oder würdet ihr dem Hund noch eine restliche schöne Zeit schenken?
 
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Sabine
28. Juli 18:57
Wir haben mit 12 Jahren noch einen Milztumor operieren lassen, weil unser Hund ansonsten topfit war ( lief noch am Fahrrad, etc.) und diese Tumore in der Regel zu plötzlichen inneren Blutungen führen. Klar war, das wir uns damit wahrscheinlich noch ein gutes Jahr erkaufen. Op. super überstanden, Fäden schon gezogen, Hund fällt auf Wiese um und verstirbt unter ziemlich dramatischen Umständen 3 Stunden später. Trotz Röntgen Thorax, Labor und Abdomenultraschall war ein Herztumor nicht gesehen worden. Mit dem Wissen hätten wir natürlich nicht operiert. Deswegen ist es immer eine Einzelfallentscheidung aus vielen Faktoren: Alter und Gesundheit des Hundes und der Artder Erkrankung und der Prognose und kann daher nicht allgemein beantwortet werden. Chemotherapie käme für mich z B. nie in Frage.
 
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Cassy
28. Juli 19:19
Wir haben mit 12 Jahren noch einen Milztumor operieren lassen, weil unser Hund ansonsten topfit war ( lief noch am Fahrrad, etc.) und diese Tumore in der Regel zu plötzlichen inneren Blutungen führen. Klar war, das wir uns damit wahrscheinlich noch ein gutes Jahr erkaufen. Op. super überstanden, Fäden schon gezogen, Hund fällt auf Wiese um und verstirbt unter ziemlich dramatischen Umständen 3 Stunden später. Trotz Röntgen Thorax, Labor und Abdomenultraschall war ein Herztumor nicht gesehen worden. Mit dem Wissen hätten wir natürlich nicht operiert. Deswegen ist es immer eine Einzelfallentscheidung aus vielen Faktoren: Alter und Gesundheit des Hundes und der Artder Erkrankung und der Prognose und kann daher nicht allgemein beantwortet werden. Chemotherapie käme für mich z B. nie in Frage.
Oh nein wie tragisch. Ja da gebe ich dir völlig recht. Ich hoffe ich muss sowas nie entscheiden..
 
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Sina
28. Juli 21:36
Ich glaube pauschal kann man vorher nie sagen wie es wird.
Meiner hatte zB schon früh Alterserscheinungen, mit 5 hatte er bereits mittelschwere Arthrose, Spondylose etc.

Hat man mich früher gefragt, habe ich eigentlich immer gesagt, dass ich ihm im hohen Alter nichts mehr zumuten werde.

Mittlerweile ist er 12, hat ausgeprägte orthopädische Probleme, hatte zwischenzeitlich starke epileptische Episoden, Hodenkrebs, und bekam dieses Jahr einen Herzschrittmacher.

Sehr oft habe ich mich innerlich auf das baldige Ende eingestellt.

Aber mein Hund, der weiss das alles nicht. Er war immer ein Kämpfer.
Und hat weiterhin die größte Lebensfreude, die man sich wünschen kann.
Hunde bemitleiden sich nicht selbst, solange wir es nicht tun, das ist ihr großer Vorteil.

Er läuft keine lange Strecke mehr, sitzt aber gechillt im Buggy, macht sich immer noch gross bei Hundebegegnungen, liebt seine Leckerchen, tägliche Kuscheleinheiten, ausgiebige Schnüffeleinheiten, wilde Zerrspiele und seine Menschen um ihn herum. Er ist ein rundum glücklicher Senior.

Solange es ihm so gut geht, würde ich ihm auch jetzt alles weitere ermöglichen
Ja, auch eine OP, oder Chemo, wenn realistische Chancen der Heilung bestehen.

Aber sobald ich merken würde, dass seine Lebensfreude nachlässt, die schlechten Tage überwiegen und keine Aussicht auf Besserung in Sicht ist, würde ich abbrechen und ihn gehen lassen.

Das entscheidet aber er, nicht ich. Meine Pflicht ist nur, diese Entscheidung dann zu sehen und in seinem Sinne zu handeln und nicht Vorhersagen für die Zukunft zu treffen.

Jeder hat nur ein einziges Leben.
Und solange das lebenswert ist, kämpfen wir dafür 💪
 
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Franka
9. Aug. 13:37
Bitte sich nicht das Leben schwer machen, solange noch gar keine echte Gefahr da ist. Lipome sind idR gutartig, gerade wenn sie gehäuft auftreten, so jedenfalls eine Gesundheitssendung des BR zu Lipomen und Atheromen beim Menschen (https://www.ardmediathek.de/video/gesundheit/atherome-lipome-wann-sollten-die-gutartigen-zysten-entfernt-werden/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNFdPMDE0OTk2QTAvc2VjdGlvbi81MTE1MDg0Yi0zOTk3LTRlZGItODMwZC01MWZiZmQxMTk5NDA). Ich kenne jede Menge Menschen, die schon Lipome hatten, da ist nie Krebs draus geworden.
 
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Andreas
9. Aug. 14:32
Hallo Cassy Cass, -

Ich denke, dass wenn Du eine histologische Untersuchung zu den Lipomen hast durchführen lassen. Du Dir wirklich keine Gedanken in Richtung einer Krebserkrankung machen musst. Sie sind ja letztlich nichts Anderes als Stoffwechselablagerungen im Gewebe - und gutartig ! Es kann natürlich sein das ein Lipom recht ungünstig sitzt, so dass es z. B. Nerven komprimiert, oder das es sonstige Schmerzen generiert, dann solltest Du das mit Deinem TA/TÄ thematisieren. - Alles Gute für Dich und Deinen Hund
 
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Kirstin
9. Aug. 15:00
Also bei mir Op ja evtl. Je nach Sitz des Tumors. Bestrahlung nein. Mein letzter Boxer hatte ein Harnblasenkarzinom. Wir haben lange mit Schmerzmitteln und Tag und Nacht alle zwei Stunden Gassigehen durchgehalten. Aber an dem Tag als er nicht mehr aufstand haben wir ihn auf unserer Terrasse einschläfern lassen. Vorher hatte er noch ein Big Mac Menü und Milkaherzen.
 
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R
9. Aug. 16:08
Was wäre wenn er morgen sein Futter nicht verträgt? Was wäre wenn er übermorgen stolpert und sich ein Bein bricht? ... Man sollte sich in dem bereich auf nichts festlegen. Man überspringt ja den Punkt der Realität, das erst Symptome auftreten, bzw der Tierarzt in der Diagnostik was findet. Ab da hat dein Hund dir schon gezeigt, wie es für ihn zu dem Zeitpunkt wäre.

Ich weiß auch nicht, ob du einen kleinen oder großen Hund hast. Für die Großen ist das Alter durchaus schon ein großes stück weiter als bei kleineren. Auch die Nebenerkrankungen sind abzuwägen. Chemo... würde ich einem Hund allgemein nicht zumuten... Risiko zu hoch, dass es nicht hilft, vlt nur Zeit rauszögert...aber in dieser Zeit wird es ihm oft und regelmäßig zugeführt erbärmlich schlecht gehen. Und OP - beinbruch wäre dann genauso... Wenn dein Hund fitte Vitalwerte hat zu dem Zeitpunkt, keine komplizierte Chirurgie notwendig ist usw wird der Arzt dir sicher die Empfehlung dementsprechend angeben.


Am Ende können wir nur mit dem Tierarzt soetwas behandeln. Dafür sind sie da. Dir dann gegebenenfalls alles klar zu machen.
 
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Sina
9. Aug. 21:31
Was ich mich hier schon länger frage: wieso herrscht hier eigentlich unisono die Meinung man dürfte einem Hund keine Chemo zumuten?
Teilweise ja auch unabhängig vom Alter des Hundes.

Ich kenne mich da nicht aus, aber es wird doch ähnlich der Humanmedizin sein.
Wenn dort noch Heilung besteht, enscheiden sich über 95% der Menschen dafür, (ja inklusive der Älteren, die eh nicht mehr viel vor sich haben)

Palliativ ohne Chance auf Heilung immer noch über 50%.
Wieso ist das bei Hunden dann so abwegig, wenn man fürs eigene Leben so selbstverständlich kämpfen würde?

Und was die Nebenwirkungen angeht, sind die ja auch sehr individuell.
Eine mir sehr nahestehende Person sagte mir bei ihrer Chemo (Palliativ, aber es hat ihr noch ein paar gute Jahre ohne jegliche Einschränkungen geschenkt):

"Öfter Schlapp und müde, manchmal ein bisschen übel, sonst easy, keine Schmerzen.
Die Schwangerschaft damals war viel schlimmer"

Wieso sollte das bei Hunden so anders sein, dass es von vornherein vehement ausgeschlossen wird?
 
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Sebbi
9. Aug. 22:30
Was ich mich hier schon länger frage: wieso herrscht hier eigentlich unisono die Meinung man dürfte einem Hund keine Chemo zumuten? Teilweise ja auch unabhängig vom Alter des Hundes. Ich kenne mich da nicht aus, aber es wird doch ähnlich der Humanmedizin sein. Wenn dort noch Heilung besteht, enscheiden sich über 95% der Menschen dafür, (ja inklusive der Älteren, die eh nicht mehr viel vor sich haben) Palliativ ohne Chance auf Heilung immer noch über 50%. Wieso ist das bei Hunden dann so abwegig, wenn man fürs eigene Leben so selbstverständlich kämpfen würde? Und was die Nebenwirkungen angeht, sind die ja auch sehr individuell. Eine mir sehr nahestehende Person sagte mir bei ihrer Chemo (Palliativ, aber es hat ihr noch ein paar gute Jahre ohne jegliche Einschränkungen geschenkt): "Öfter Schlapp und müde, manchmal ein bisschen übel, sonst easy, keine Schmerzen. Die Schwangerschaft damals war viel schlimmer" Wieso sollte das bei Hunden so anders sein, dass es von vornherein vehement ausgeschlossen wird?
Der entscheidende Unterschied bei diesem Vergleich ist: Eine Chemotherapie beim Hund führt in den allermeisten Fällen nicht zur Heilung, sondern erkauft lediglich eine Lebensverlängerung um einige Wochen oder Monate.
Ein Mensch entscheidet sich selbst für eine solche Therapie, weil er das Ziel versteht und für seine eigene Zukunft kämpfen möchte. Ein Hund lebt aber rein im Hier und Jetzt. Er versteht nicht, warum ihm übel ist, warum er schwach ist oder warum er ständig zum stressigen Tierarzt geschleppt wird.
Bei unserem Felix hat uns der Tierarzt damals die Chemo sogar kostenlos angeboten, weil die Medikamente von einem Halter gespendet wurden, dessen Hund es leider nicht geschafft hatte. Nach der Aufklärung über die Nebenwirkungen war für uns eigentlich schon klar, dass das keine Option ist. Der Tierarzt bat uns nur, eine Nacht darüber zu schlafen. Nach dieser Nacht waren wir uns nur noch sicherer: Wir wollten ihm dieses Leiden nicht antun, nur weil wir selbst nicht loslassen konnten.
Dass eine Chemo beim Hund von vielen abgelehnt wird, hat also nichts mit mangelndem Kampfgeist zu tun. Echte Tierliebe bedeutet manchmal, dem Tier das Leiden zu ersparen, anstatt das eigene Bedürfnis durchzusetzen, den Hund um jeden Preis noch etwas länger bei sich zu haben. Beim Hund entscheidet man über die Lebensqualität eines Lebewesens, das den Sinn dahinter schlichtweg nicht begreifen kann.
 
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Sina
9. Aug. 23:00
Der entscheidende Unterschied bei diesem Vergleich ist: Eine Chemotherapie beim Hund führt in den allermeisten Fällen nicht zur Heilung, sondern erkauft lediglich eine Lebensverlängerung um einige Wochen oder Monate. Ein Mensch entscheidet sich selbst für eine solche Therapie, weil er das Ziel versteht und für seine eigene Zukunft kämpfen möchte. Ein Hund lebt aber rein im Hier und Jetzt. Er versteht nicht, warum ihm übel ist, warum er schwach ist oder warum er ständig zum stressigen Tierarzt geschleppt wird. Bei unserem Felix hat uns der Tierarzt damals die Chemo sogar kostenlos angeboten, weil die Medikamente von einem Halter gespendet wurden, dessen Hund es leider nicht geschafft hatte. Nach der Aufklärung über die Nebenwirkungen war für uns eigentlich schon klar, dass das keine Option ist. Der Tierarzt bat uns nur, eine Nacht darüber zu schlafen. Nach dieser Nacht waren wir uns nur noch sicherer: Wir wollten ihm dieses Leiden nicht antun, nur weil wir selbst nicht loslassen konnten. Dass eine Chemo beim Hund von vielen abgelehnt wird, hat also nichts mit mangelndem Kampfgeist zu tun. Echte Tierliebe bedeutet manchmal, dem Tier das Leiden zu ersparen, anstatt das eigene Bedürfnis durchzusetzen, den Hund um jeden Preis noch etwas länger bei sich zu haben. Beim Hund entscheidet man über die Lebensqualität eines Lebewesens, das den Sinn dahinter schlichtweg nicht begreifen kann.
Die Frage ist eben, ob eine Chemotherapie die Lebensqualität eines Hundes wirklich so maßgeblich verschlechtert.
Oder ob es eben einfach Nebenwirkungen sind, die auftreten können, aber nicht zwangsläufig müssen.
So wie beim Menschen eben auch.

Ich weiss es nicht, und es hätte mich interessiert, Erfahrungen von jemanden zu hören, der eine Chemotherapie mit Hund gewagt hat.
Diese Grundablehnung würde ich halt gerne rational nachvollziehen .

Das Ziel sollte dabei Natürlich sein, die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten, sofern keine Heilung möglich ist.
Jede Therapie kann doch auch jederzeit abgebrochen werden, wenn die Nebenwirkungen zu schlimm sein sollten.