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Verfasser
Ekath
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 24
zuletzt 3. Mai

Plötzlich (wieder) unkontrollierbaren Jagdtrieb

In der Hoffnung, dass jemand Tipps hat und vielleicht ähnliches erlebt habt. Wir haben unserer Tierschutzhündin seit etwa über 2 Jahren. Sie wird Ende des Jahres 4. Ich habe von Anfang an super viel Arbeit in den Freilauf gesteckt. Leinenführigkeit war mir nie so wichtig. Ich wollte einen Hund, den ich quasi immer frei laufen lassen kann. Wir haben sehr viel geübt. Sie macht gerne Tricks und lernt auch neue Tricks auf dem Spaziergang. Mittlerweile sind wir bei über 30 Kommandos, die sie sicher beherrscht. Die (Rück-) Orientierung klappte bis Anfang des Jahres auch problemlos. Ebenso der Rückruf. Sie schaut sich normaler im Radius von 5-6 Metern um mich herum immer um und kommt auch regelmäßig ohne Kontaktaufnahme zu mir zurück. Ich weiß, dass sie Jagdtrieb hat. In den ganzen zwei Jahren vorher ist sie aber nur zweimal in ein Feld und dann stehen geblieben. Sie durfte von Anfang an nur hinter oder vor auf dem Weg laufen. Geschäft erledigen am Wegesrand, aber niemals vom Weg runter. Impulskontrollübungen (Sitzen bleiben auf der Bewegung, Futter/ Leckerli erst nach Freigabe nehmen, Apportieren) machen wir auch. Seit diesem Jahr ist das anders, richtig schlimm seit zwei-drei Wochen. Sie nimmt eine Fährte auf oder hört was rascheln und weg ist sie. Nie außer Sichtweite und natürlich ist seit zwei Woche nur noch Schleppleine oder kurze Leine angesagt, aber es will nicht besser werden. Ich habe mittlerweile auch eine kleine Sinneskrise, weil natürlich mit jedem Mal die Angst und Verzweiflung wächst und das Vertrauen schwindet. Sie kann auch apportieren, macht sie nur momentan nicht gerne. An der Schleppleine (5 Meter) üben wir gerade Radius einhalten (Rückruf bevor die Leine spannt), Stoppsignal aus der Vorwärtsbewegung, Rückruf. Ich versuche die Spaziergänge abwechslungsreich zu gestalten ( z.B klettert sie gerne auf den gefällten Baumstämmen). Bin aktuell wirklich ratlos :/.
 
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Aga
1. Mai 08:44
Ich kann mich da ebenfalls anschließen, dass zu Beginn nur Sichtreize interessant waren. Das nachgehen von Spuren ohne Sichtreize hat bei uns auch erst so zwischen 3 und 4 stattgefunden. Das scheint wohl bei vielen der Fall zu sein. Interessant auf jeden Fall und hat dann sicher was mit der jagdlichen Lernkurve zu tun die der Hund in seiner Entwicklung so erlernt.
 
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Frank
1. Mai 09:30
Ist bei uns ähnlich.
Geholfen hat Jagdersatztraining (Dummy-Apportieren und Reizangeltrainig) und Anleitungen aus "Wege zur Freundschaft". Lese dazu auch oft im entsprechenden Thread mit.

100% klappt das auch bei uns nicht zuverlässig, je nach Hormonzustand und Launen meiner "Madame", ein Husky-Mix mit hohem Husky-Anteil. 😁

Aber es ermöglicht uns doch oft, sie ne Zeitlang im Freilauf zu führen, zu Fuß und auch am Rad. Halt Phasenweise.
Ich muss halt echt aufpassen wie Hundine drauf ist und was Witterung und co. an Verlockungen mit sich bringen.
Bis jetzt fahren wir gut damit.
Und klar, das "Training" hält nicht sehr lange, das muss immer freundlich und mit viel Spass aufgefrischt werden.
 
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Andreas
2. Mai 17:49
..ich finde Deinen Ansatz der "superinteressanten" Wanderung spannend..
Aktuell gehe ich mit Rocky gemeinsam jagen 😉

Er ist an lockerer Schlepp und folgt einer Spur.. ich lasse mich führen und wenn Wild aufspringt bzw erscheint... lobe ich ihn über den Klee im Stop, sitzend oder liegend.. Dann wird gemeinsam getobt 😍

Ihm Jagen abzugewöhnen versuche ich genauso wenig, wie ihm zB Wachlaute und Meldungen abzugewöhnen.. ich lenke seine Anlagen nur in die von mir gewünschten Bahnen.. Also zB kurzes Warnbellen und danach stolz und ruhig zu mir kommen.. oder wie beschrieben beim gemeinsamen Jagen...

Aber vllt hast Du höhere Ansprüche als ich.. , was vollkommen ok ist. Bei allen kleinen oder grossen Erfolgen, die ich mit Rocky feiere.. kann ich doch keine 100 prozentige Garantie abgeben, dass er nicht doch mal losrennt.

Jagd- Wach- und Schutztrieb akzeptiere ich voll und "lenke" nur... So habe auch ich mehr Spass..
 
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Andreas
3. Mai 13:57
Ist bei uns ähnlich. Geholfen hat Jagdersatztraining (Dummy-Apportieren und Reizangeltrainig) und Anleitungen aus "Wege zur Freundschaft". Lese dazu auch oft im entsprechenden Thread mit. 100% klappt das auch bei uns nicht zuverlässig, je nach Hormonzustand und Launen meiner "Madame", ein Husky-Mix mit hohem Husky-Anteil. 😁 Aber es ermöglicht uns doch oft, sie ne Zeitlang im Freilauf zu führen, zu Fuß und auch am Rad. Halt Phasenweise. Ich muss halt echt aufpassen wie Hundine drauf ist und was Witterung und co. an Verlockungen mit sich bringen. Bis jetzt fahren wir gut damit. Und klar, das "Training" hält nicht sehr lange, das muss immer freundlich und mit viel Spass aufgefrischt werden.
"Wege zur Freundschaft" ist auch für mich sehr lesenswert. Tolles Buch.