Home / Forum / Zucht / Was haben wir aus dem Hund gemacht?

Verfasser-Bild
Dogorama
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 474
heute 16:15

Was haben wir aus dem Hund gemacht?

Stell dir vor, Menschen würden wie Hunde gezüchtet. Manche wären 3 Meter groß und 360 kg schwer – andere gerade mal 86 cm mit 13 kg. Klingt absurd? Genau das haben wir mit unseren Hunden gemacht – in nur 150 bis 200 Jahren. Aus Sicht der Evolution ein bloßer Wimpernschlag. 😱 Wir sind auf dieses unglaubliche Gedankenexperiment bei @wissen_macht_wau (Instagram) aufmerksam geworden. In der Natur entscheidet natürliche Selektion, welche Merkmale sich durchsetzen. Bei Hunden entscheidet der Mensch, wer sich fortpflanzen darf. So können einzelne Merkmale innerhalb weniger Generationen extrem verstärkt werden. Das Problem: Der Körper passt sich nicht immer genauso schnell an wie das Aussehen. Folgende Zahlen zeigt wissen_macht_wau: 🐾 Großwüchsige Rassen wie die Deutsche Dogge leben durchschnittlich 3,5 Jahre kürzer und haben ein bis zu 114-fach erhöhtes Risiko für eine Magendrehung. 🐾 Bei 92 % der untersuchten Chihuahuas hat sich der Schädel nicht vollständig geschlossen – dem Gehirn fehlt schlicht der Platz. Und das ist nur die Größe – Falten, Plattnasen und überlange Rücken kommen noch dazu. 👉 Welche Gedanken gehen dir dabei durch den Kopf? 👉 Wie stehst du zur „modernen“ Hundezucht?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
12. Aug. 06:12
Dann hast Du doch sicher ne Aufstellung was ein guter Züchter für einen Welpen ausgeben,oder? Also Samariter hab ich da noch nicht kennen gelernt.
Ich finde sie nicht mehr, hab einfach zuviel abgespeichert😅. Da die aber auch schon einige Jahre alt war und es seitdem eher teurer wurde anstelle günstiger werden die Kosten wohl jetzt noch höher sein.

Nehmen wir den Labrador als Beispiel.

Los gehts mit Geld das man erstmal investieren muss in die eigene Ausbildung, Vereinskosten, Erstaustattung für den ersten Zuchthund, Tierärztliche Untersuchungen Routine sowie spezielle für die Zuchtzulassung/Progesteronbestimmung/Trächtigkeit, Ausstellung, Reisekosten zu den Ausstellungen oder zum Deckrüden, Trainerkosten, Prüfungskosten, Futter, Versicherungen, Steuern, eventuell bauliche Maßnahmen für die Zuchtstättenzulassung, Erstausstattung für den Wurf (Wurfkiste, Zubehör wie Heizplatten oder Wärmelampen), laufende Kosten wie Strom, Wasser (man wäscht unglaublich viel Wäsche oft mit einer extra Waschmaschine), passendes Fahrzeug um einen Wurf transportieren zu können, Tierarztkosten für die Welpen, Wurfabnahme/Papiere, Renovierungskosten denn die Tapeten, Böden, Möbel im Haus leiden durchaus unter den Welpen, Welpenpaket für den neuen Besitzer, Ausstattung Außenbereich und Innenbereich für die Welpen.

Das ganze muss auch noch regelmäßig ausgetauscht oder ergänzt werden. Je mehr Zuchttiere umso mehr Kosten sind es natürlich. Dann gehen die Hündinnen nach drei oder vier Würfen in ,,Rente" verursachen aber trotzdem weiterhin laufende Kosten die mitgedeckt werden müssen und das über gut 5 bis 7 Jahre. Dazu kommt das Polster das dringend nötig ist und aufrecht gehalten werden muss und steuerliche Abgaben. Macht ein Züchter irgendwann einen Gewinn? Ja klar, das muss und soll er auch. Ohne Gewinn lässt sich eine Zucht nicht weiterführen weil dann die nötige finanzielle Grundlage und Sicherheit nicht da wäre. Denn nicht immer klappt jede Deckung, Wurfgrößen können schwanken was die Einnahme beeinflusst oder zu höheren Ausgaben führt. Vor dem ersten Wurf entstehen durchaus Kosten von bis 15.000 Euro, mal mehr mal weniger.

Vor kurzen bin ich auf Instagram auf einen Züchter gestoßen der trotz intensiver medizinischer Betreuung fast den ganzen Wurf verloren hat weil die Welpen sich wohl mit einem Keim infiziert hatten. Auch sowas muss finanziell dann abgesichert sein.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Carola
12. Aug. 06:54
Ich bin fasziniert, was aus der Frage „Was haben wir aus dem Hund gemacht“ hier geschrieben wird und was es mit Euch macht. Wenn man Eure Antworten liest, ohne die Fragestellung zu kennen, könnte man meinen es ginge um „Auslandstierschutz versus Hundezucht“. Ab und an kommt mal etwas zur Qualzucht. Allerdings wird sich dabei auf brachycephale Hunderassen und die Rückenlinie beim Schäferhund beschränkt. Auch der Basset hat sein Fett wegbekommen. Eigentlich gibt es ja noch viele weitere Merkmale. Macht ruhig so weiter - ihr werdet nie auf einen Nenner kommen. Vielen Dank an einige wenige, die hier sachlich argumentieren. Ich werde diese höchst amüsanten Beiträge weiter verfolgen 🍿
Ja es ist wirklich traurig was hier teilweise geschrieben wird und man kann schon sagen: setzen sechs! Thema verfehlt!
Hundezucht macht durchaus Sinn, denn in erster Linie ist der Hund für den Menschen ein Arbeitstier und lediglich in Europa und Ländern mit relativ hohen Wohlstand hat er es zum Luxustierchen geschafft. Das als Kind Ersatz auf dem Sofa herumliegt und arbeitslos ist.
Sobald dieses Stadium erreicht ist kommt es halt eben zu mehr als sonderbaren Ausreißern die auch der Gesundheit des Hundes nicht zuträglich sind!
Ich bin schon der Meinung dass bei der Zucht auf vernünftige Körperproportionen, Gesundheit geachtet wird und auch bei der Größe Ausreißer nach unten oder nach oben vermieden werden.
Leider ist wie immer der Käufer das Problem denn ohne Nachfrage würden solche Hunde nicht produziert.
Die Rassezucht täte sich einen großen Gefallen die Gesundheit und Wesensfestigkeit der Hunde /Rassen an die allererste Stelle zu stellen und erst dann die Optik.
Allerdings sehe ich die Rasse Zucht nicht an erster Stelle bei der Produktion von solchen Tier Elend sondern sinnlose Vermehrung und Mischen von Rassen ohne Sinn und Verstand.
All das hat aber nichts mit vermeintlichem oder echtem Tierschutz zu tun denn bei den sogenannten Straßenhunden-von denen viele gar keine echten Straßenhunde sind- sondern ausgemusterte Arbeitshunde denen man nicht ihren wohl verdienten Ruhestand gönnt, die Zwinger und Kettenhaltung die leider noch in vielen Ländern üblich ist ist auch nicht zu vernachlässigen.
Einen Hund der 10 Jahre im Zwinger oder an der Kette war den kann man nicht "retten" indem man ihn hierher holt denn er wird mit diesem Leben überhaupt nicht klar kommen. Die einzige Lösung für solche Hunde ist ihnen in ihrer bekannten Umgebung ein würdevolles Leben ohne Not und kette/Zwinger zu ermöglichen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Kirsten
12. Aug. 07:08
Mal ein neuer Gedankengang. Ein Gedankenexperiment. Ich habe mich gefragt, ob nicht ohne Zucht kaum einer in diesem Forum Hunde hätte. Meine verstorbenen Mischlingshunde aus dem Auslandstierschutz müssen biologisch irgendwann gezielt gezüchtete Vorfahren gehabt haben. Gäbe es keine Zucht hätte es auch diese Hunde nie gegeben. Also ich habe Tierschutzhunde. Übrigens jetzt sogar gezüchtete reinrassige Hunde. Auch das gibt es im Tierschutz. Ich habe per se nichts gegen Zucht; nur gegen Qualzucht. Vielleicht könnt ihr mein Gedankenexperiment entkräften. Ein bisschen auf mir rum hacken und dann zum Thema zurück kommen.
Interessanter Gedankengang.

Ob es wohl ein höheres Interesse an Pariahunden bzw. deren Nachkommen gäbe? Vielleicht würde man sie hier in Zoos oder aber Wildgehegen finden, wie Wildschweine oder die ursprünglich aus Asien stammenden Sikas? Oder als Exoten in den Privatgärten reicher Menschen?

Möglicherweise hätte sich der Blick und die Ansichten über Hunde und den Umgang mit ihnen anhand dieser Hunde entwickelt? Vielleicht gäbe es wenige(r) Menschen, die mit ihnen ähnlich Leben, wie mit Katzen?
Es gäbe sicher weniger Hundeleid, wenn weniger Hunde da wären.
Was würde wohl mit den Hunden passieren, die sich mehr oder weniger selbst gezüchtet haben?

Man kann mit dieser Grundlage das Kopfkino ein wenig stricken lassen 🐾
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
12. Aug. 07:17
Interessanter Gedankengang. Ob es wohl ein höheres Interesse an Pariahunden bzw. deren Nachkommen gäbe? Vielleicht würde man sie hier in Zoos oder aber Wildgehegen finden, wie Wildschweine oder die ursprünglich aus Asien stammenden Sikas? Oder als Exoten in den Privatgärten reicher Menschen? Möglicherweise hätte sich der Blick und die Ansichten über Hunde und den Umgang mit ihnen anhand dieser Hunde entwickelt? Vielleicht gäbe es wenige(r) Menschen, die mit ihnen ähnlich Leben, wie mit Katzen? Es gäbe sicher weniger Hundeleid, wenn weniger Hunde da wären. Was würde wohl mit den Hunden passieren, die sich mehr oder weniger selbst gezüchtet haben? Man kann mit dieser Grundlage das Kopfkino ein wenig stricken lassen 🐾
Ich bin mir sehr sicher das Pariahunde hier in Deutschland schlicht unerwünscht wären und als störend eingestuft werden würde. Warum sollte es ihnen hier anders ergehen wie Wolf und Co? Alles ,,wilde" das in Menschennähe kommt ist schlicht unerwünscht.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Carola
12. Aug. 07:21
Ich bin mir sehr sicher das Pariahunde hier in Deutschland schlicht unerwünscht wären und als störend eingestuft werden würde. Warum sollte es ihnen hier anders ergehen wie Wolf und Co? Alles ,,wilde" das in Menschennähe kommt ist schlicht unerwünscht.
Echte Pariahunde sind ja auch keine Schoßhündchen. Sie halten sich zwar als Kulturfolger in der Nähe des Menschen auf gehen ihnen aber schlauerweise aus dem Weg. Es sind hocheffektive Beutegreifer denn sonst würden sie nicht überleben.
Und wenn dann der nette Pariahund die Schafe oder die Hühner killt wird die Liebe ein schnelles Ende haben! Es wird ihm nicht anders ergehen als seinem Urvater dem Wolf.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
12. Aug. 07:21
Echte Pariahunde sind ja auch keine Schoßhündchen. Sie halten sich zwar als Kulturfolger in der Nähe des Menschen auf gehen ihnen aber schlauerweise aus dem Weg. Es sind hocheffektive Beutegreifer denn sonst würden sie nicht überleben. Und wenn dann der nette Pariahund die Schafe oder die Hühner killt wird die Liebe ein schnelles Ende haben! Es wird ihm nicht anders ergehen als seinem Urvater dem Wolf.
Japp, genau das ist es.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Lisa
12. Aug. 07:51
Auch wenn derzeit nur Hunde vom Tierschutz bei uns leben kann ich auch verstehen wenn sich Leute Hunde vom Züchter holen. Aber bitte schaut nicht nur auf das Aussehen oder den Preis. Ich kenne selbst Seriöse und wirklich tolle Züchter. Da bekommst du dann halt nicht sofort einen Welpen in die Hand gedrückt. Leider kenne ich auch einige Leute die trotz schlechter Erfahrungen wieder zur Gleichen Qualzucht greifen
Es gibt übrigens auch Rassehunde im Tierschutz *Auch wenn mir schon gesagt wurde ich wäre ja nicht für Tierschutz da mein Galgo reinrassig sei🤔🫣
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Carola
12. Aug. 08:05
Auch wenn derzeit nur Hunde vom Tierschutz bei uns leben kann ich auch verstehen wenn sich Leute Hunde vom Züchter holen. Aber bitte schaut nicht nur auf das Aussehen oder den Preis. Ich kenne selbst Seriöse und wirklich tolle Züchter. Da bekommst du dann halt nicht sofort einen Welpen in die Hand gedrückt. Leider kenne ich auch einige Leute die trotz schlechter Erfahrungen wieder zur Gleichen Qualzucht greifen Es gibt übrigens auch Rassehunde im Tierschutz *Auch wenn mir schon gesagt wurde ich wäre ja nicht für Tierschutz da mein Galgo reinrassig sei🤔🫣
Rassehunde mit Papieren sind selten im Tierschutz aber die Geschichte mit den Galgos ist ja ein besonders trauriges Kapitel!
Ich finde Galgos übrigens wunderschön, aber könnte keinen halten da ich ihm nicht das bieten könnte was er braucht
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Ulli mit
12. Aug. 08:14
Rassehunde mit Papieren sind selten im Tierschutz aber die Geschichte mit den Galgos ist ja ein besonders trauriges Kapitel! Ich finde Galgos übrigens wunderschön, aber könnte keinen halten da ich ihm nicht das bieten könnte was er braucht
So selten ist das leider nicht, dass Rassehunde mit Papieren in den Tierheimen sitzen. Die bekommt man da bei der Adoption natürlich nicht mit, weil eine weitere Zucht mit diesen Hunden ausgeschlossen werden soll.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Lisa
12. Aug. 08:50
So selten ist das leider nicht, dass Rassehunde mit Papieren in den Tierheimen sitzen. Die bekommt man da bei der Adoption natürlich nicht mit, weil eine weitere Zucht mit diesen Hunden ausgeschlossen werden soll.
Bei uns in der Gegend trudeln leider immer wieder Rassehunde ins Tierheim, oft aus sehr speziellen Gründen, wie z.b. der Deutschkurzharr Rüde mit nem Jahr Jagd die Katze des Hauses.