Home / Forum / Zucht / Was haben wir aus dem Hund gemacht?

Verfasser-Bild
Dogorama
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 488
zuletzt 23. Aug.

Was haben wir aus dem Hund gemacht?

Stell dir vor, Menschen würden wie Hunde gezüchtet. Manche wären 3 Meter groß und 360 kg schwer – andere gerade mal 86 cm mit 13 kg. Klingt absurd? Genau das haben wir mit unseren Hunden gemacht – in nur 150 bis 200 Jahren. Aus Sicht der Evolution ein bloßer Wimpernschlag. 😱 Wir sind auf dieses unglaubliche Gedankenexperiment bei @wissen_macht_wau (Instagram) aufmerksam geworden. In der Natur entscheidet natürliche Selektion, welche Merkmale sich durchsetzen. Bei Hunden entscheidet der Mensch, wer sich fortpflanzen darf. So können einzelne Merkmale innerhalb weniger Generationen extrem verstärkt werden. Das Problem: Der Körper passt sich nicht immer genauso schnell an wie das Aussehen. Folgende Zahlen zeigt wissen_macht_wau: 🐾 Großwüchsige Rassen wie die Deutsche Dogge leben durchschnittlich 3,5 Jahre kürzer und haben ein bis zu 114-fach erhöhtes Risiko für eine Magendrehung. 🐾 Bei 92 % der untersuchten Chihuahuas hat sich der Schädel nicht vollständig geschlossen – dem Gehirn fehlt schlicht der Platz. Und das ist nur die Größe – Falten, Plattnasen und überlange Rücken kommen noch dazu. 👉 Welche Gedanken gehen dir dabei durch den Kopf? 👉 Wie stehst du zur „modernen“ Hundezucht?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
10. Aug. 13:32
Das hört sich für mich leider nicht sehr empathisch an. Was ist denn mit einem Hund aus einer guten Zucht, der dann nicht das Anforderungsprofil erreicht???
Das käme drauf an. Da gibt es keine Standardlösung sondern man muss individuell schauen. Ich wähle meinen Hund auch nicht rein emotional aus sondern nach speziellen Rasseeigenschaften und Charakter. Man fährt ja nicht zum Züchter und nimmt einfach einen mit. Passt es aus irgendwelchen Gründen absolut nicht geht der Welpe zurück zum Züchter was aber echt selten vorkommt. In der Regel ist der Käufer mit der Wahl zufrieden. Rückläufer weil es doch nicht passt sind echt Ausnahmen. Meistens gibt es andere Gründe. Ich kenne nur zwei Zuchtwelpenbesitzer die den Hund wieder zurückgebracht haben. Beide male weil die Haltung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr machbar war und beide haben Rotz und Wasser deswegen geheult. Manchmal muss man sich trennen obwohl man es eigentlich nicht möchte. Da ist es gut wenn es dieses Auffangnetz bei Züchtern gibt.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
SandrA
10. Aug. 13:38
Mal abgesehen vom Kontext außerhalb der Arbeit. Benötigt es zwingend Hunde *hust Terrier* die bewusst so gezüchtet wurden, dass sich sich auch unter absolut lebensbedrohlicher Verletzung sich im Hormonpegel lieber für dranbleiben entscheiden würden, als für den Rückzug? Im aktuellen Zeitalter? Ist das noch vertretbar? Oder darf das auch unter absurd fallen?
Eben. Absolut absurd 😉
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Ulli mit
10. Aug. 13:38
Das käme drauf an. Da gibt es keine Standardlösung sondern man muss individuell schauen. Ich wähle meinen Hund auch nicht rein emotional aus sondern nach speziellen Rasseeigenschaften und Charakter. Man fährt ja nicht zum Züchter und nimmt einfach einen mit. Passt es aus irgendwelchen Gründen absolut nicht geht der Welpe zurück zum Züchter was aber echt selten vorkommt. In der Regel ist der Käufer mit der Wahl zufrieden. Rückläufer weil es doch nicht passt sind echt Ausnahmen. Meistens gibt es andere Gründe. Ich kenne nur zwei Zuchtwelpenbesitzer die den Hund wieder zurückgebracht haben. Beide male weil die Haltung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr machbar war und beide haben Rotz und Wasser deswegen geheult. Manchmal muss man sich trennen obwohl man es eigentlich nicht möchte. Da ist es gut wenn es dieses Auffangnetz bei Züchtern gibt.
Und auch dass ein Züchter einen Hund dann wirklich zurücknimmt, ist nicht immer so. Eben erst in der Nachbarschaft mit 2 Hunden vom selben Züchter erlebt. Besitzer verstorben, der Züchter hatte seine Zucht aufgegeben und die Angehörigen sehen sich nicht in der Lage, die Hunde zu nehmen. Also kamen sie ins Tierheim. Und da wurde nicht gesagt, die sind ja nicht von uns.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sabine
10. Aug. 13:46
Und auch dass ein Züchter einen Hund dann wirklich zurücknimmt, ist nicht immer so. Eben erst in der Nachbarschaft mit 2 Hunden vom selben Züchter erlebt. Besitzer verstorben, der Züchter hatte seine Zucht aufgegeben und die Angehörigen sehen sich nicht in der Lage, die Hunde zu nehmen. Also kamen sie ins Tierheim. Und da wurde nicht gesagt, die sind ja nicht von uns.
Wenn man tot ist, erlöschen alle Verträge. Jetzt werden die Ansprüche an Züchter echt hanebüchen. Muss man auch noch auf das Alter und den Gesundheitszustand des Züchters achten?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Antoinette
10. Aug. 13:48
Deshalb suchte ich bei meinen Pekinesen eine Retro Züchterin und die 2 Mäuse könnten ganz normal atmen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Ulli mit
10. Aug. 13:50
Das käme drauf an. Da gibt es keine Standardlösung sondern man muss individuell schauen. Ich wähle meinen Hund auch nicht rein emotional aus sondern nach speziellen Rasseeigenschaften und Charakter. Man fährt ja nicht zum Züchter und nimmt einfach einen mit. Passt es aus irgendwelchen Gründen absolut nicht geht der Welpe zurück zum Züchter was aber echt selten vorkommt. In der Regel ist der Käufer mit der Wahl zufrieden. Rückläufer weil es doch nicht passt sind echt Ausnahmen. Meistens gibt es andere Gründe. Ich kenne nur zwei Zuchtwelpenbesitzer die den Hund wieder zurückgebracht haben. Beide male weil die Haltung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr machbar war und beide haben Rotz und Wasser deswegen geheult. Manchmal muss man sich trennen obwohl man es eigentlich nicht möchte. Da ist es gut wenn es dieses Auffangnetz bei Züchtern gibt.
Wie oft hat Du denn den Züchter Deiner Hündin besucht, bevor Du sie mitgenommen hast?
Aus einem Wurf Welpen den Charakter eines jeden davon zu bestimmen und danach auszuwählen, welchen man mit acht Wochen mitnimmt....holla die Waldfee, dazu braucht es einiges an Erfahrung.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Ulli mit
10. Aug. 13:51
Wenn man tot ist, erlöschen alle Verträge. Jetzt werden die Ansprüche an Züchter echt hanebüchen. Muss man auch noch auf das Alter und den Gesundheitszustand des Züchters achten?
Der Halter ist gestorben, nicht der Züchter.
Der Züchter WOLLTE die Hunde nicht zurücknehmen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
10. Aug. 13:52
@Katrin: Ich glaube, du beantwortest noch immer eine andere Frage als die, die ich stelle. 😉 Ich rede nicht davon, dass ein BC in einer Wohnung gestresst ist, weil sein Halter ihn dreimal um den Park führt. Und ich rede auch nicht davon, dass ein schlechter Züchter einen wesensschwachen Hund produziert. Mein Punkt ist viel grundsätzlicher; nämlich wann ein Verhalten selbst zum Zuchtproblem wird. Also wenn man eine ursprünglich sinnvolle Eigenschaft, wie Arbeitsmotivation, Reaktivität, Menschenbezogenheit, Jagdverhalten, Erregbarkeit etc., durch Selektion so weit verstärkt, dass die Ausprägung für den Hund selbst zur Belastung wird. Wenn das so ist, dann ist „der Halter muss den Hund eben richtig auslasten“ für mich keine Antwort auf die züchterische Frage. Denn dann diskutieren wir nicht mehr darüber, ob der Halter dem Hund gerecht wird, sondern darüber, ob der Hund überhaupt noch in einem Ausmaß genetisch auf Leistung oder ein bestimmtes Verhalten selektiert werden sollte, das ein normales Leben außerhalb dieses ursprünglichen Arbeitskontextes so schwierig macht (und auch innerhalb des Kontextes Leid nicht ausgeschlossen ist). Und deshalb trifft dein Satz „nicht der Hund oder der Züchter ist das Problem, sondern der Halter“ meinen Punkt nicht. Der Halter kann einen ungeeigneten Hund für sein Leben auswählen. Aber der Züchter entscheidet, welche Eigenschaften in diesem Hund maximiert werden - und das teilweise bis ins Absurde Wenn wir körperliche Merkmale bis ins Extreme züchten und der Hund darunter leidet, nennen wir das Qualzucht. Warum sollte bei Verhalten grundsätzlich eine andere Logik gelten? Wenn ein Merkmal züchterisch erzeugt oder immer weiter verstärkt wird und seine extreme Ausprägung für den Hund selbst zur Belastung wird, dann ist für mich genau diese züchterische Entscheidung das Problem und nicht erst der unfähige Halter danach. Das ist mein Punkt. Nicht nur „falsche Haltung macht Hunde krank“ - bei sichtbaren QZ Merkmalen scheint das offensichtlich einfacher zu verstehen zu sein als bei augenscheinlich unsichtbaren wie dem Verhalten.
Ich verstehe schon was du meinst nur ist meine Sicht eine andere. Denn züchterisch macht es schlicht keinen Sinn solche Hunde zu züchten die dauerhaft drüber sind. Das es mal passiert steht außer Frage aber halt nicht bei einer ganzen Rassen sondern dann in den Zuchstätten bzw in einzelnen Linien. Schließlich wollen Züchter eine Rasse auch verbessern (gerade bei den Gebrauchsrassen). Das da welche auch über das eigentliche Ziel hinausschießen passiert ganz bestimmt. Das Problem ist das diese Form von Qual aber nicht auf eine Rasse bezogen werden kann sondern immer nur auf das einzelne Individuum.

Wichtiger finde ich die Frage was der Züchter macht wenn er merkt das seine Zuchthunde sich so entwickelt haben. Macht er trotzdem so weiter oder versucht er es züchterisch wieder geradezubiegen? Wie geht er damit um? Sorgt er dafür das seine Hunde in passende Hände kommen? Erklärt er transparent was auf den Halter zukommt?

Fehler geschehen auch in der Zucht, das ist ja nix neues.

Ich persönlich wüsste jetzt keine seriös gezüchtete ganze Rasse die solche Extreme zeigt das sie darunter leidet. Hast du da eine bestimmte im Sinn?
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
10. Aug. 13:54
Stimmt, bei dir muss ja alles über wissenschaftliche Studien belegt werden...😅 Du willst mir also sagen, dass ein Labrador nie beißen wird. Hast du da Zahlen drüber?
Ich hab nicht gesagt ein Labrador beißt nicht sonder das kein wesensfester Hund plötzlich zum aggressiven Beißer wird.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sabine
10. Aug. 13:55
Der Halter ist gestorben, nicht der Züchter. Der Züchter WOLLTE die Hunde nicht zurücknehmen.
Eben, ein Züchter kann z.B. aus eigenen gesundheitlichen oder Todesfallgründen auch keine " ewige" Rücknahme-Garantie geben.