Es tut mir leid, dass ich deine kurze Frage nicht mit einem ebenso kurzen Satz beantworten kann. Dafür hängt einfach zu viel daran.
Ich würde mich als allererstes fragen: Kann ich mir einen Hund überhaupt leisten? Und zwar finanziell und zeitlich. Ein Hund bedeutet die nächsten 10 bis 15 Jahre jeden Tag mehrere Stunden Spaziergänge, Beschäftigung und Training. Dazu kommen Futter, Tierarzt, Versicherungen und Hundesteuer. Gerade ein Welpe braucht anfangs Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Man muss für Jahre auf spontane Urlaube, Ausschlafen oder lange Partynächte verzichten. Auch Erziehung und Hundeschule kosten Nerven. Das muss man vorher wissen und voll dahinterstehen.
Direkt danach kommt Plan B: Was passiert, wenn ich mal länger ausfalle (Krankenhaus, Reha)? Einen Hundepaten hat man nicht automatisch. So ein Netzwerk aus Familie, Freunden oder Sittern muss stehen, bevor der Hund einzieht.
Der nächste Schritt ist die Vorauswahl der Rasse. Sie muss gut zum echten Alltag und dem eigenen Energieniveau passen. Dafür sollte man Rasseportraits lesen, Videos schauen und ehrlich zu sich sein: Reicht meine Erfahrung für diese Rasse? Kann ich ihrem Bedarf gerecht werden? Man verliebt sich schnell in die Optik, aber am Ende lebt man mit der Genetik. Wer gemütlich lebt, wird mit einem Border Collie oder Aussie unglücklich. Das sind Arbeitshunde, die mentale Auslastung brauchen. In der Stadt wird deren Hütetrieb bei Autos oder Fahrrädern schnell zum Dauerstress.
Genauso wichtig ist die Gesundheit: Ich würde Rassen meiden, die zu chronischen Krankheiten neigen – wie extreme Qualzucht, schwere Gelenkprobleme oder Herzfehler.
Wenn die Rasse steht, geht die Züchtersuche los. Ein seriöser Züchter stellt die Gesundheit der Elterntiere und eine gute Aufzucht über den Profit. Vergesst den Mythos, dass „der Hund sich seinen Menschen aussucht“. Ein guter Züchter beobachtet die Welpen über Wochen und teilt sie den Familien passend zu. Nur er findet den Charakter, der wirklich zu eurem Leben passt.
Danach steht der Zukunft mit dem neuen Familienmitglied eigentlich nichts mehr im Weg.