Hallo Ani,
ich kann verstehen, das es deiner Fellnase schwer fällt, alleine zu bleiben. Hunde sind in erster Linie nicht dafür gemacht, da es Rudeltiere sind. Aber keine Sorge, der Hund kann das lernen. Es ist nur sehr trainingsintensiv. Und für dich nervenaufreibend. Das dauert Wochen, wenn nicht sogar Monate bis dein Hund sowas erlernt. Also heißt es viel Geduld und Spucke.
Der Kommentar von Karin ist super gut. Du musst das umhergehen in der Wohnung mehrmals am Tag üben und deinen Hund dabei wirklich ignorieren. Laufe einfach strikt in die verschiedenen Räume und wieder zurück. Gehe in die Räume hinein, mache deinem Hund vor der Nase die Türe zu und komme wieder hinaus und laufe weiter. Dann kannst du dich auch mal kurz auf das Sofa setzen und wieder aufstehen und umhergehen. Erst wenn es deinem Hund „zu blöd“ wird und er dann wirklich auf einem Platz liegen bleibt, kannst du die Haustüre nutzen. Da wieder in kleinen Schritten Anfangen. Nur kurz raus, Tür zu und gleich wieder auf und wieder ins Haus. Und das musst du natürlich auch bis zum Umfallen üben, bis dein Hund dir den Rücken zukehrt. Wenn das klappt, fange mit 30 Sekunden an. Dann mit einer Minute. So steigerst du dich immer wieder. Wenn er es mal schafft 15 Minuten alleine zu bleiben, dann kannst du auch mal 20 und 20 Minuten probieren. Und wenn er es schafft eine Stunde mal alleine zu bleibe, sind 2 oder 3 oder 4 Stunden normalerweise auch kein Problem mehr.
Was ich aber generell noch anfügen möchte, ist, dass du beim Rausgehen und wieder Reinkommen ggü. deinem Hund neutral bleibst. Bitte weder begrüßen noch verabschieden. Tue so als wäre er Luft. Ich weiß, dass ist schwer, aber wenn dein Hund solche Probleme mit dem Alleinsein hat, ist es wirklich wichtig. Auch in Zukunft. Dein Hund soll lernen, dass nichts großes passiert wenn du raus gehst und wieder rein kommst.
Ach ja, auch noch ganz wichtig: Laste deinen Hund vor dem Alleine sein richtig aus. Das kannst du auch schon vor den Geheinheiten machen.
Du wirst einen Unterschied merken. Ein Hund kann nur zur Ruhe kommen, wenn er davor Meisterarbeit leisten musste. Mache einen großen Spaziergang, im Anschluss Schnüffelarbeit in Form von Leckerliesuche oder Apportieren (z.B. Futterbeutel). 10 Minuten reine Nasenarbeit, sind ungefähr so auslastend für deinen Hund wie eine Stunde spazieren. Du wirst merken, danach ist er K.O.
Noch ein Tipp. Laufe so lange, bis dein Hund sich mal ablegt und dir nicht immer hinterher läuft. Das kann manchmal ziemlich lang sein, aber da muss man durch. Und wie gesagt, es dauert. Geduld ist ein wichtiges Stichwort. Es wird auch mal Rückschritte geben, aber das wichtigste ist weiterzumachen und dranzubleiben.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Training.
Viele Grüße