Ich finde es ehrlich gesagt erschreckend, in welche Richtung sich diese Diskussion teilweise entwickelt.
Da wird auf Zigarettenkippen, Pferdemist, Feuerwerksmüll und andere Umweltsünden verwiesen. Aber seit wann rechtfertigt das Fehlverhalten anderer das eigene? Verantwortung beginnt doch nicht erst dann, wenn alle anderen ihrer Verantwortung ebenfalls gerecht werden.
Auch das immer wieder angeführte Argument der Hundesteuer überzeugt mich nicht. Hundesteuern sind in Deutschland grundsätzlich nicht zweckgebunden. Sie sind weder eine Reinigungsgebühr noch ein Freibrief dafür, öffentliche Flächen oder fremdes Eigentum zu verschmutzen. Und ob die Einnahmen die tatsächlich durch Hundehaltung verursachten kommunalen Kosten decken, lässt sich nicht pauschal behaupten.
Niemand verlangt, dass Hunde nicht mehr urinieren dürfen. Es geht darum, Rücksicht zu nehmen, insbesondere dort, wo durch wiederholtes Markieren Schäden entstehen können.
Ob das Nachspülen mit Wasser tatsächlich einen messbaren Nutzen bringt, ist eine berechtigte Frage, die auch ich gestellt habe. Darüber kann und sollte man sachlich diskutieren.
Aber eine freiwillige Aktion zum Anlass zu nehmen, grundsätzlich jede Eigenverantwortung infrage zu stellen, finde ich ausgesprochen schade.
Wir Hundehalter wünschen uns zu Recht Rücksicht und Akzeptanz. Dann sollten wir auch bereit sein, selbst Rücksicht zu nehmen.