Ich meine das man den Hund nicht als ewiges Kleinkind behandeln sollte. Wie einen erwachsenen Menschen auch nicht, ist er ja auch nicht. Eher ein 'Ich sehe dich, ich möchte dich verstehen, ich nehme dich ernst, ich möchte ein gemeinsames Leben mit Dir, das für uns beide gut ist'. Dazu gehört wesentlich mehr, als "Gassi", Futter und bei Problemen des Tieres in der Menschenwelt dauerhaft nur zu managen.
Das sehe ich ganz ähnlich. Für mich heißt das, den Hund wirklich als Hund wahrzunehmen, mit seiner eigenen hündischen Struktur, Persönlichkeit und seinen artspezifischen Bedürfnissen. Nicht als ewiges Kleinkind und nicht als kleinen Menschen, sondern als eigenständiges Wesen.
Was ich an diesen ja recht populären Vergleichen mit Kleinkindern immer etwas problematisch finde, ist, dass Hunde dadurch schnell defizitär verstanden werden - so, als wären sie eine Art „unterentwickelter Mensch“. Ja, der Mensch entwickelt sich weiter, aber der Hund halt auch - nur eben hündisch. Er wird ein erwachsener Hund mit einer ausgereiften, eigenen Struktur und bleibt nicht auf einer Vorstufe stehen. Dass seine Entwicklung anders verläuft als unsere, macht sie ja nicht weniger vollständig.
Hunde lernen ja auch ständig über uns – unsere Stimmungen, unsere Signale, unsere Welt. Da finde ich es nur fair, dass wir uns genauso bemühen, ihre Art zu denken, zu fühlen und zu kommunizieren zu verstehen.
Mir gefällt der Gedanke, ein gemeinsames Leben zu gestalten, das für beide Seiten gut ist. Wertschätzend, anerkennend und artgerecht und nicht nur zweckmäßig und rein auf Funktion ausgelegt.