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Liane
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 9
zuletzt 4. März

Unterschiedliches verhalten drine und draussen

Hallo, Emma ist nun 4 Wochen bei uns. Sie ist schüchtern, neugierig aber auch ängstlich. Meinen Töchtern gegenüber ist sie schon sehr vertraut . Uns Erwachsenen gegenüber ist sie noch sehr vorsichtig, ängstlich. Wenn wir sie mit Futter locken wollen, kämpft sie regelrecht mit sich selbst..ob sie es nimmt oder nicht. Die langen Spaziergänge mit uns Erwachsenen reagiert sie ganz anders. Sie hört auf uns, nimmt blick kontakt auf und frisst liebend gerne aus der Hand. Meine Frage dazu.. warum ist das so draussen und nicht drin? Was können wir tun damit sie uns schneller vertraut? Bei den Kindern ging das ja fix.
 
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Sandra
Beliebteste Antwort
24. Feb. 09:22
Lasst ihr einfach ihre Zeit und versucht nicht, etwas zu erzwingen.
Je größer eure Erwartung ist, desto mehr Druck entsteht.
Das wir alles noch werden.
 
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Amira
23. Feb. 16:01
Wo hat sie denn vorher gelebt? Wenn sie z.B. aus dem Tierschutz ist und nie in einem Haus gelebt hat, dann ist das alles wahrscheinlich noch neu für sie und deswegen fühlt sie sich draußen sicherer.
 
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Liane
23. Feb. 16:04
Wo hat sie denn vorher gelebt? Wenn sie z.B. aus dem Tierschutz ist und nie in einem Haus gelebt hat, dann ist das alles wahrscheinlich noch neu für sie und deswegen fühlt sie sich draußen sicherer.
Ja sie kommt aus dem Tierschutz. War aber 8 Wochen vorher bei einer Pflegestelle, da hatte sie ein super Verhältnis zur Pflegerin. Allerdings war es nur ein Mensch und 8 Hunde . Nun sind es 4 Menschen und ein Hund
 
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Heike
23. Feb. 16:23
Da hat sie sich bei der Pflegestelle die Sicherheit vielleicht bei den anderen Hunden geholt.
Ist die Unsicherheit gleich bei Mann oder Frau?
Wer weiß, was sie früher mit erwachsenen Menschen schlechtes erlebt hat?
Ich denke, sie braucht eben noch Zeit, das wird schon …👍
 
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Liane
23. Feb. 16:40
Kinder gehen unbedarfter damit um. Sie machen sich keine Gedanken ob er her kommt oder nicht. Das wird schon, nur Geduld.
 
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Lisa-Eileen
24. Feb. 09:14
Würde auch sagen das die anderen Hunde auf der Pflegestelle Sicherheit gaben, warscheinlich hat die Pflegestelle auch schon mit ihr Vertrauen aufgebaut, lief ja sicherlich nicht von Anfang alles perfekt.
Vielleicht ist sie charakterlich auch anders als ihr.
Hunde merken sehr wie wir drauf sind.
Ich kannte schon mehrere Hunde die eigentlich vor Menschen Angst haben, zu mir kamen sie als wär nix.
Die eine ist mir sogar im Auto aufn Schoß geklettert obwohl sie das bei anderen nie tun würde.
Ich hab halt so ne Ruhe an mir wo sie sich wohl wohl und sicher fühlen.
Weiß ja nicht wie ihr charakterlich usw drauf seid.
Das kann nen Angsthund halt auch nochmal abschrecken.
Wie die anderen schon sagten wenn sie das Leben drinnen noch nicht so kennt kanns sein das sie das verunsichert.
Bei euch zuhause ist ja auch was anderes als bei der Pflegestelle, andere Geräusche, Gerüche usw das ist wieder ne ganz neue Situation.
Hunde lernen ja auch Situationsabhängig.
Den Hund zu locken mit Leckerlie obwohl er nen Konflikt damit hat ist eher nicht gut bei Angsthunden, du sagst ja selbst das ihr sie damit in nen Konflikt bringt.
Besser ist es sie in Ruhe zu lassen, ihr Zeit zu lassen anzukommen und euch zu beobachten.
Wenn sie von sich aus Anzeichen macht Nähe zu suchen bestätigt das ruhig ohne Aufregung oder so.
Was ihr machen könnt ist euch in ihre Nähe zu setzen sodass sie euch sieht/ mitbekommt.
Und hinter euch möglichst bissi weiter weg von eurem Körper ihr n Leckerlie hinhaltet was sie sich abholen kann.
Sie dabei aber komplett in Ruhe lassen, nicht dann anschauen oder versuchen anzufassen oder sonst was.
Als Vorstufe vielleicht einfach immer wenn ihr an ihr vorbei geht oder sie in eurer Nähe ist n Leckerlie werfen oder fallen lassen ohne sie zu beachten.
Dann merkt sie sie kriegt was positives von euch aber sie wird nicht so in die Nähe oder Kontakt mit euch gezwungen.
Das wär nochmal n kleinerer Zwischenschritt.
Direkt sein, Zuwenden usw kann bedrohlich wirken grad für unsichere oder gar ängstliche Hunde.
Wenn ihr sie zu euch einladet oder euch ihr annähert guckt das ihr nicht direkt auf sie gerichtet lauft oder steht und eher immer bissi seitlich versetzt.
Wendet Gesicht und eventuell auch den Körper von ihr ab, das zeigt ihr das ihr keine Bedrohung seid und nichts von ihr wollt.
 
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Sandra
24. Feb. 09:22
Lasst ihr einfach ihre Zeit und versucht nicht, etwas zu erzwingen.
Je größer eure Erwartung ist, desto mehr Druck entsteht.
Das wir alles noch werden.
 
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Liane
2. März 18:13
Würde auch sagen das die anderen Hunde auf der Pflegestelle Sicherheit gaben, warscheinlich hat die Pflegestelle auch schon mit ihr Vertrauen aufgebaut, lief ja sicherlich nicht von Anfang alles perfekt. Vielleicht ist sie charakterlich auch anders als ihr. Hunde merken sehr wie wir drauf sind. Ich kannte schon mehrere Hunde die eigentlich vor Menschen Angst haben, zu mir kamen sie als wär nix. Die eine ist mir sogar im Auto aufn Schoß geklettert obwohl sie das bei anderen nie tun würde. Ich hab halt so ne Ruhe an mir wo sie sich wohl wohl und sicher fühlen. Weiß ja nicht wie ihr charakterlich usw drauf seid. Das kann nen Angsthund halt auch nochmal abschrecken. Wie die anderen schon sagten wenn sie das Leben drinnen noch nicht so kennt kanns sein das sie das verunsichert. Bei euch zuhause ist ja auch was anderes als bei der Pflegestelle, andere Geräusche, Gerüche usw das ist wieder ne ganz neue Situation. Hunde lernen ja auch Situationsabhängig. Den Hund zu locken mit Leckerlie obwohl er nen Konflikt damit hat ist eher nicht gut bei Angsthunden, du sagst ja selbst das ihr sie damit in nen Konflikt bringt. Besser ist es sie in Ruhe zu lassen, ihr Zeit zu lassen anzukommen und euch zu beobachten. Wenn sie von sich aus Anzeichen macht Nähe zu suchen bestätigt das ruhig ohne Aufregung oder so. Was ihr machen könnt ist euch in ihre Nähe zu setzen sodass sie euch sieht/ mitbekommt. Und hinter euch möglichst bissi weiter weg von eurem Körper ihr n Leckerlie hinhaltet was sie sich abholen kann. Sie dabei aber komplett in Ruhe lassen, nicht dann anschauen oder versuchen anzufassen oder sonst was. Als Vorstufe vielleicht einfach immer wenn ihr an ihr vorbei geht oder sie in eurer Nähe ist n Leckerlie werfen oder fallen lassen ohne sie zu beachten. Dann merkt sie sie kriegt was positives von euch aber sie wird nicht so in die Nähe oder Kontakt mit euch gezwungen. Das wär nochmal n kleinerer Zwischenschritt. Direkt sein, Zuwenden usw kann bedrohlich wirken grad für unsichere oder gar ängstliche Hunde. Wenn ihr sie zu euch einladet oder euch ihr annähert guckt das ihr nicht direkt auf sie gerichtet lauft oder steht und eher immer bissi seitlich versetzt. Wendet Gesicht und eventuell auch den Körper von ihr ab, das zeigt ihr das ihr keine Bedrohung seid und nichts von ihr wollt.
Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort. So einige Ansätze mache ich schon bereits. Wenn ich in der Küche stehe, schaut sie mich immer erwartungsvoll an..Aber aus der Hand nimmt sie es dann seltener.
Wie würdest du es beim spazieren gehen händeln. Wenn wir zu zweit oder am besten alle zusammen sind, geht sie mit Begeisterung Gassi. Anders ist es mit mir alleine, da geht sie das nötigste und setzt sich dann hin. Ich versuche dann sie liebevoll zum weiterlaufen zu bewegen. Aber ich muss sie dann ziehen..dann läuft sie wieder. Garantiert die falsche Entscheidung um Bindung aufzubauen. Aber tue ich es nicht, hilft nur umkehren und nach 5 min nach Hause. So würde sie kaum Gassi gehen. Wenn wir die hälte des weges bockig geschafft haben, läuft emma wieder wie ein Profi.. als wenn nie was war.
 
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Annett
4. März 15:53
Also Mailo hatte auch Angst vor Männern ( mitunter auch heute noch, wenn die ungewöhnlich aussehen) und ganz kleine Kinder im Krabbelalter waren ihm auch unheimlich. Damit hatte er schlechte Erfahrungen gemacht. Draußen war das tatsächlich für ihn leichter, da er dann die Möglichkeit hatte auszuweichen. Im Haus ist es deutlich enger und da kann es auch zu ganz engen Situationen (z.B. unterm Tisch) kommen, wo der Hund kaum ausweichen kann. Kinder sind auch kleiner und könnten damit weniger bedrohlich wirken. Da man ja die Vorgeschichte nicht kennt, kann das alle möglichen Gründe haben. Vielleicht hat euer Hund ja noch nie im Haus gelebt. Vielleicht ist euer Hund, so wie Mailo wahrscheinlich auch, mal als Kinderspielzeug angeschafft werden. Mailo liebt eigentlich Kinder, nur nicht die ganz kleinen. Die können ja schon ordentlich rabiat zufassen und z.B. an den Ohren ziehen. Wenn da die Eltern den Hund einfach den Kindern überlassen, kann den Hund da schon sowas prägen. Gebt Emma einfach Zeit und bedrängt sie nicht. Setzt euch immer wieder zu ihr auf den Boden und lasst sie von selber kommen. Dann seid ihr kleiner und weniger bedrohlich. Starrt sie nicht an, sondern nähert euch eher seitlich. Das wird garantiert mit der Zeit besser, wenn sie merkt, dass ihr lieb zu ihr seid und sie keine Angst haben muss. 4 Wochen ist noch gar nichts. 3 Monate dauert die Eingewöhnung mindestens, bei manchen (ängstigen) Hunden auch deutlich länger. Hat sie vor dir und deinem Mann gleich viel Angst? Meistens ist das eher bei Männern. Du kannst sie auch mal aus der Hand füttern. Das kann auch gut helfen. Das wird schon. Hab Geduld mit ihr.
 
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Annett
4. März 16:14
Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort. So einige Ansätze mache ich schon bereits. Wenn ich in der Küche stehe, schaut sie mich immer erwartungsvoll an..Aber aus der Hand nimmt sie es dann seltener. Wie würdest du es beim spazieren gehen händeln. Wenn wir zu zweit oder am besten alle zusammen sind, geht sie mit Begeisterung Gassi. Anders ist es mit mir alleine, da geht sie das nötigste und setzt sich dann hin. Ich versuche dann sie liebevoll zum weiterlaufen zu bewegen. Aber ich muss sie dann ziehen..dann läuft sie wieder. Garantiert die falsche Entscheidung um Bindung aufzubauen. Aber tue ich es nicht, hilft nur umkehren und nach 5 min nach Hause. So würde sie kaum Gassi gehen. Wenn wir die hälte des weges bockig geschafft haben, läuft emma wieder wie ein Profi.. als wenn nie was war.
Du machst das schon ganz richtig. Wenn sie nicht weiterläuft, nimm sie trotzdem vorsichtig, aber bestimmt und nicht zögerlich mit und geh einfach wieder - kurz ziehen und dann sofort die Leine wieder locker lassen. Du schreibst ja, sie geht dann weiter. Damit zerstörst du keine Bindung. Die gibt es sowieso noch nicht. Der Hund sollte nicht entscheiden, ob es weitergeht, oder wohin. Gerade ein ängstlicher vorsichtiger Hund braucht eine klare Führung. Wenn du da zögerst und noch hinterfragst, ob sie möchte, ist das in den Augen des Hundes keine klare Führung, sondern auch Unsicherheit oder gar Angst. Sie muss aber lernen, dass sie in Sicherheit ist, wenn sie bei dir ist, weil du die richtigen Entscheidungen triffst. Ansonsten werden eure Gassigänge eher immer anstrengender, statt besser. Wir hatten mal eine Nachbarin, die hat ihren Hund dann schlussendlich
oft Gassi getragen, weil der Arme ja nicht laufen möchte.🙈🙈🙈 Ich habe ihr dann mal die Leine abgenommen und er ist sofort mit mir gelaufen.🤪Also lauf mit ihr einfach entspannt und bestimmt los, dreh dich nicht ständig um, sei selbst überzeugt, dass es funktioniert und du wirst sehen, sie wird dir bestimmt folgen. Stell dir einfach vor, du hättest Angst. Würdest du dann mit jemandem mitgehen wollen, bei dem du das Gefühl hast, dass der auch unsicher ist? Wenn ihr alle zusammen geht, gibt ihr das vielleicht die nötige Sicherheit, oder du benimmst dich dann einfach anders, weil du ja weißt, dass es so klappt. Beobachte dich mal ganz genau. Hunde haben dafür ein ganz feines Gespür. Das wird schon! Ich finde es toll, dass ihr einem solchen Hund eine Chance gebt. Habt einfach Geduld! Ach und wenn du ihr etwas gibst, dann hocke dich auch vorher hin, schau sie nicht direkt an und gib es aus der Hocke heraus. Das hilft meistens auch. Direktes Anschauen wirkt für Hunde bedrohlich, wenn sie dich noch nicht richtig kennen und einschätzen können.