Home / Forum / Verhalten & Psychologie / Stress-Kot in neuer Umgebung – Erfahrungen & Praxistipps gesucht

Verfasser-Bild
Sabrina
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 5
zuletzt 12. Okt.

Stress-Kot in neuer Umgebung – Erfahrungen & Praxistipps gesucht

Hallo zusammen 😄Ich suche nach konstruktiven Praxistipps zu folgendem Thema bei meinem 2-jährigen Springer Spaniel Rüden.
Sobald wir an neuen Orten unterwegs sind (z. B. Tag 1 im Urlaub oder einmalige neue Strecken), macht er gefühlt alle paar Meter einen Haufen. Der 1. und 2. sind völlig normal. Danach geht es aber weiter und es kommen wenn überhaupt nur noch Mini-Mengen flüssiger Stress-Kot. Er tut mir in diesen Momenten extrem leid.
Wichtig zu erwähnen: Drinnen ist er absolut stubenrein. Auch in neuer Umgebung (z. B. in der Ferienwohnung) passiert drinnen rein gar nichts – es ist also ein reines Thema draußen in der Bewegung.
Auf bekannten Strecken passiert das gar nicht und im Urlaub ist es ab Tag 2-3 auch auf der Gassirunde komplett weg.
An der Schleppleine ist es wesentlich besser, als an der kurzen Leine.

Nebenbei ist es unterwegs manchmal unangenehm, wenn Passanten schauen, weil ich nach dem „Haufen“ nichts mehr aufhebe(wo nichts ist bzw. nur wenige Tropfen kommen, kann man nichts wegmachen). 🙈

Habt ihr Alltagstipps oder Erfahrungen, wie ihr euren Hunden geholfen habt, in solchen neuen Situationen schneller in die Entspannung zu finden? Wir üben zwar aber vielleicht finde ich hier noch neue Ansätze und Ideen.
Danke euch!
 
Beitrag-Verfasser
Tina
Beliebteste Antwort
8. Okt. 19:19
Es gibt einige Magen-Darmerkrankungen bei denen Stress ein Verstärker oder Auslöser sein kann. Ich gehe davon aus, dass er tierärztlich untersucht ist.
Wenn es an der Schleppleine besser klappt, dann würde ich die Leinenführigkeit überdenken.

Wenn eine kurze Leine Stress bedeutet, dann wurden hier Fehler beim Aufbau der Leinenführigkeit gemacht. Die Schlepp erzeugt Distanz und ermöglicht die Selbstregulation. Ich würde mir hier kritisch die Frage stellen warum die kurze Leine mehr Stress erzeugt?

Bedeutet kurze Leine Dauerkorrektur? Ist der Halter bei kurzer Leine angespannt? Bist du angespannter in fremder Umgebung? Spielt vielleicht Halsband oder Geschirr eine Rolle?

Hier könnte ein Trainer helfen. In diesem Fall erkennst Du gute Trainer, wenn sie vor Beginn des Trainings Stresssymptome und Regulationsstrategien beim Hund erklären.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Simone
8. Okt. 10:45
Bei manchen Hunden ist das so und das wird auch so bleiben man kann nicht immer alles trainieren usw. Ich hatte auch ein rüde wo das so war sein Leben lang
 
Beitrag-Verfasser
Tina
8. Okt. 19:19
Es gibt einige Magen-Darmerkrankungen bei denen Stress ein Verstärker oder Auslöser sein kann. Ich gehe davon aus, dass er tierärztlich untersucht ist.
Wenn es an der Schleppleine besser klappt, dann würde ich die Leinenführigkeit überdenken.

Wenn eine kurze Leine Stress bedeutet, dann wurden hier Fehler beim Aufbau der Leinenführigkeit gemacht. Die Schlepp erzeugt Distanz und ermöglicht die Selbstregulation. Ich würde mir hier kritisch die Frage stellen warum die kurze Leine mehr Stress erzeugt?

Bedeutet kurze Leine Dauerkorrektur? Ist der Halter bei kurzer Leine angespannt? Bist du angespannter in fremder Umgebung? Spielt vielleicht Halsband oder Geschirr eine Rolle?

Hier könnte ein Trainer helfen. In diesem Fall erkennst Du gute Trainer, wenn sie vor Beginn des Trainings Stresssymptome und Regulationsstrategien beim Hund erklären.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Jochen
9. Okt. 04:26
Du gibst dir ja die Antwort schon selbst, dass -wenn der Hund sonst gesund ist- höchstwahrscheinlich Stress die Ursache ist.
Wenn der Stress durch neue Situationen, Orte oder Strukturen auftritt, spricht man bei ausgeprägten Symptomen von Neophobie.
Oft ist es bei Hunden mit ungünstiger Sozialisation oder generell stressanfälligen Hunden der Fall.

Es muss auch nicht unbedingt Disstress sein, auch Eustress kann dazu führen. Hast du vllt. auch schon mal registriert, dass wenn ihr mal eine ungewöhnlich lange tolle Wanderung macht, der Hund am Ende nochmal dünneren Output generiert.

Dass er mit Neuem generell keine Probleme mehr hat, wirst du wahrscheinlich nur mit einer Zeitmaschine lösen können.
Zur Abschwächung würde ich managementmäßig alles betrachten, was Stress verursacht und versuchen das zu vermeiden/minimieren (Stress baut sich kumulativ auf). Es gibt hier einen Stressmanagement-Thread mit vielen guten Anregungen.

Darüber hinaus kann man Stressregulation im gewissen Rahmen auch trainieren, zB. dass der Hund Strategien lernt, wie er ihn gut abbauen oder gar nicht erst entstehen lässt.

Extrem gut finde ich für euch speziell den Tipp von Tina, die Leinenführigkeit nochmal unter die Lupe zu nehmen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Würmeldürm
10. Okt. 20:26
Hallo Sabrina , ich kenn das gut . Neue Wege oder auch bekannte Wege , die wir aber lange nicht mehr gegangen sind . Das ist die komplette Reizüberflutung .

Bei uns hat geholfen : Fütterungstiming , also erst nach ca 3 Stunden nach Fütterung Gassi ( er wird aus bestimmten anderen Gründen mehrmals gefüttert , dh . das Futter ist nach der Zeit aus Magen und Dünndarm raus. Wenn deiner einmalig eine grosse Portion bekommt , reichen wahrscheinlich 3 Stunden nicht aus).
Dann ist es ( bei meinem Hund zumindest ) so , daß die letzten immer weicher/ dünneren Haufen eher zu Ende des Spaziergang waren.
Also Gassi Zeiten verkürzen , lieber öfter kurz , als Marathonausflüge.
Auch eine Strecke hin , dieselbe zurück ist besser als eine Runde obwohl mir die Runde lieber ist ).

Daß es an der kurzen Leine schlimmer für ihn ist , könnte ich mir so erklären , daß er da eben nicht alle Eindrücken/ Gerüche genau aufnehmen und analysieren kann und das stresst ihn noch mehr.
Was das mit fehlender Leinenführigkeit zu tun haben soll , kann ich mir echt nicht vorstellen .

Daß ein Junghund schnell hochfährt, alles unbedingt erkunden will und Gerüche aufnehmen muss , kannst du nicht verhindern .
Vielleicht legt sich das bei deinem Hund mit der Zeit .

Bei meinem nicht.
Aber durch Gassilänge/ Zeit , Rundenplanung und Fütterungstiming mittlerweile besser.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sabrina
12. Okt. 09:45
Vielen Dank für eure Antworten und Erfahrungen.
Ich hoffe einfach mal, dass sich das mit der Zeit noch etwas reguliert. Ich habe ihn seit dem Welpenalter und wir waren im ersten Jahr in einer Hundeschule. Leider war es im Nachhinein für uns absolut nichts: Es wurde viel mit Druck, Korrektur und erlernter Hilflosigkeit trainiert. Das hat uns mehr geschadet, als das wir was gelernt hätten und ich vermute, dass das evtl. auch noch Nachwirkungen davon sind. Als Ersthundehalterin dachte ich einfach, "das muss wohl so sein" – vor allem, weil es bei allen anderen dort scheinbar super funktioniert hat und alle begeistert waren und die nur top Bewertungen hatte. Laut TA ist alles in Ordnung.

Inzwischen haben wir eine Trainerin gefunden, die sich mit der Rasse auskennt und ganz andere Ansätze verfolgt.