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Celine
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heute 14:32

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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Sandra
heute 13:12
Also ich bin selbst kampfhunde Besitzerin aktuell hab ich eine american bully Standart und muss sagen diesen Fall finde ich sehr merkwürdig finde da auch keine vernünftige Antwort
Hatte noch nie Probleme bei meinen Hunden
Sehr merkwürdiger Fall
 
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Sonja
heute 13:46
Das mit dem Rettungsversuch würde ich für möglich halten, wenn es keine Kampfspuren gegeben hätte und keinen gezielten Biss in den Hals. Ein Hund, der helfen will, zeigt ein völlig anderes Verletzungsmuster als ein Hund, der im Ernstkampf- oder Beutemodus agiert. Ein Biss in den Hals ist bei einem Raubtier keine Hilfestellung, sondern eine finale Tötungsabsicht. Vielleicht ist er auf den Hund gestürzt und der Hund hat aus Schmerz und Abwehr gebissen..ist aber auch nur eine weitere Spekulation. Vielleicht war es tragisch aber ein Biss in den Hals ist meiner Meinung nach kein Versehen. Hunde wissen untereinander auch genau, wo sie für welche Absicht beißen müssen. Ein Hund, der maßregeln will, beißt anders als einer, der töten will.
Absolut. Wir hatten hier auch schon Ressourcenstreitigkeiten unter Hundefreunden, da hätte man denken können die bringen sich um... Das war aber alles nur Show, nicht ein Kratzer. Ein Hund der beißt und erst recht einer, der mit derartiger Beschädigungsabsicht beißt, der weiß genau was er da tut. Und selbst wenn es eine Schmerz- oder Schreckreaktion war, ist die Intensität übertrieben. Bei der nächsten ähnlich gelagerten Sache kann das wieder passieren... Wie will man verhindern, dass man vielleicht nochmal stürzt oder was auch immer?
 
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Celine
heute 14:22
Absolut. Wir hatten hier auch schon Ressourcenstreitigkeiten unter Hundefreunden, da hätte man denken können die bringen sich um... Das war aber alles nur Show, nicht ein Kratzer. Ein Hund der beißt und erst recht einer, der mit derartiger Beschädigungsabsicht beißt, der weiß genau was er da tut. Und selbst wenn es eine Schmerz- oder Schreckreaktion war, ist die Intensität übertrieben. Bei der nächsten ähnlich gelagerten Sache kann das wieder passieren... Wie will man verhindern, dass man vielleicht nochmal stürzt oder was auch immer?
Ganz genau. Hunde sind Meister der Kommunikation und können extrem viel Getöse machen, ohne sich auch nur ein Haar zu krümmen. Das zeigt uns ja gerade, dass sie eine bewusste Kontrolle über ihre Beißkraft haben.

Eben, der Trigger ist nicht bekannt, man kann nur spekulieren und das macht es ebenso gefährlich.
 
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Silvia
heute 14:32
Ganz genau. Hunde sind Meister der Kommunikation und können extrem viel Getöse machen, ohne sich auch nur ein Haar zu krümmen. Das zeigt uns ja gerade, dass sie eine bewusste Kontrolle über ihre Beißkraft haben. Eben, der Trigger ist nicht bekannt, man kann nur spekulieren und das macht es ebenso gefährlich.
Eine Aussage von einer Hundetrainerin hat sich in mein Hirn gebrannt:

Als wir damals in der Junghundegruppe trainiert haben, sind immer mal wieder einige Hunde gegen ihre Halter gebrettert. Die Halter sagten dann immer so etwas wie "Ach, der ist tollpatschig. Deshalb ist er gegen mich gedonnert". Und die Trainerin nur "Habt ihr euren Hund unterwegs schonmal gegen einen Baum laufen sehen?! Die laufen absichtlich gegen euch!".

Hund wissen somit ganz genau was sie tun. Wir Menschen können es nur oft einfach nicht lesen.