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Celine
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Anzahl der Antworten 831
heute 13:12

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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Ina
heute 12:05
Hallo wie oft stellt man den Beitrag hier noch rein. Der arme Hund kann nichts dafür wenn der Mensch mit Hunden schlecht umgeht. Und dann sowas passiert .
 
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Celine
heute 12:07
Ich musste mir bei der Aussage, dass es ja nur ein Spiel war, das außer Kontrolle gelaufen ist, auch an den Kopf greifen. Das macht die Tatsache, dass der Halter vom eigenen Hund tot gebissen wurde auch nicht besser. Sollte es wirklich aus einer "Spielsituation" heraus passiert sein, dann fand der Halter das vielleicht noch als lustiges Spielchen, der Hund aber wohl nicht. Das wird er auch sicher gezeigt haben, auch wenn es nur mit einer veränderten Körperspannung zu tun hatte. Herrchen hört nicht auf zu "spielen", Hund ist getriggert und setzt dem ganzen ein Ende. Kampfhunde sind nicht per se "böse", aber aufgrund ihrer Genetik und Anatomie ist es eben verdammt nochmal wichtig sich darüber im Klaren zu sein, dass der Hund vielleicht keine ach so liebe Knutschkugel ist - und ja, ein Hund kann eben auch einen Menschen töten. Und man muss den Hund sicher lesen und führen können. Ob es der Bruder kann, ich bin mir nicht sicher. Zumal im familiären Umfeld auch immer noch Emotionen im Spiel sind. Da wird man auch leicht nachlässig, weil der ist ja immer so lieb, der braucht doch nicht immer ein Maulkorb ...🙄 Ich weiß, nicht nett was mir auch schon durch den Kopf ging, aber vielleicht findet man es auch "voll cool", dass man einen "Killer-Hund" hat 🙈 Ich hoffe ich habe jetzt nicht zu verwirrend geschrieben, aber das ganze Social Media Geschwurbel und diese Spendenaufrufe machen mich so langsam gaga 😀
Absolut. Es macht sie nicht besser, es entwertet sie.
Wie du selber schreibst, für den Hund war es sicherlich kein Spiel, wenn ein Hund so reagiert.

Dass der Bruder jetzt die Führung übernimmt, sehe ich auch kritisch. Wenn dort immer noch die Einstellung vorherrscht, es sei ja alles nur ein ‚unglückliches Spiel‘ gewesen, wird die notwendige Konsequenz und Vorsicht (Maulkorb, Sicherung, striktes Management) wahrscheinlich sehr schnell wieder schleifen gelassen. Emotionale Befangenheit ist in der Hundeerziehung oft der größte Feind der Sicherheit.

Wenn man einen Hund führt, der die anatomische Kraft hat einen Menschen zu töten, dann muss man entsprechend führen. Egal wie unauffällig der Hund vorher war.
 
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Sonja
heute 12:11
Hallo wie oft stellt man den Beitrag hier noch rein. Der arme Hund kann nichts dafür wenn der Mensch mit Hunden schlecht umgeht. Und dann sowas passiert .
Hä? Reinstellen? Das ist ein Thema, was halt nach wie vor beantwortet wird, kein immer wieder neuer Beitrag 😅
 
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Celine
heute 12:13
Ich verstehe diesen Fokus auf die Rasse null, abgesehen von der Folge aufgrund von Größe/ Beißkraft, ist es doch komplett egal, ob es der Bully, der Schäferhund oder ein Retriever war… Ebenso mit der Schuldzuschreibung, ja, dann war es eben das Fahrrad oder das Kind hat komisch geguckt what ever, deshalb sollte ein Hund trotzdem nicht zubeißen. Was eine Attacke ausgelöst haben kann, ist wichtig für die Einschätzung des Hundes etc., sollte aber den Vorfall an sich nicht beschönigen. Der Hund hat gebissen (nicht geknabbert, gekniffen etc.) Unser erster Hund hat mal mit voller Wucht auf unserem Grundstück einen Verwandten gebissen. Die Person hat sich „untypisch“ verhalten und der Hund kannte die Person nicht gut. Natürlich war das Verhalten der Person bissl doof, aber der Hund durfte immer alleine in den Garten, hatte ohnehin einen Beschützermodus (was immer als lustig/positiv angesehen wurde), es gab keinerlei Gedanken darum „was/wie können wir mit dem Hund arbeiten, dass sowas nicht wieder passiert“- der Verwandte war selber schuld, das war’s auch (Hund nach wie vor oft alleine im Garten, Beschützerangewohnheiten weiter gefördert 🙈) bis heute keine Einsicht…
Da hast du recht. Dieser Fokus auf den Auslöser (das Kind, das Fahrrad, das falsche Verhalten) ist lenkt von der Problematik ab. Es handelt sich um einen Hund, der eine Entscheidung zur Aggression getroffen hat. Wenn wir anfangen, das Verhalten des Opfers als Rechtfertigung für einen Biss zu nehmen, landen wir in einer ganz gefährlichen Sackgasse. Und ich meine hier nicht, die Fälle, bei dem der Hund gequält/ geschlagen wurde und aus Abwehr gebissen hat. Ein Hund muss in unserer Gesellschaft eine gewisse Reizschwelle haben, Punkt.
Immer wieder liest man „plötzlich“ beißt der Hund zu. Es ist super selten, dass das ein Hund macht. Da wurde vorher das Beutefangverhalten falsch gefördert, Signale übersehen oder sonstiges.

Das ihr da auf keinen gemeinsamen Nenner in der Situation kommt, kann ich verstehen.
 
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Michi
heute 12:14
Hallo wie oft stellt man den Beitrag hier noch rein. Der arme Hund kann nichts dafür wenn der Mensch mit Hunden schlecht umgeht. Und dann sowas passiert .
Woher möchtest du denn so genau wissen, dass der Mensch schlecht mit dem Hund umgegangen ist?
Davon war ja nun wirklich nirgends die Rede !
 
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Celine
heute 12:17
Hallo wie oft stellt man den Beitrag hier noch rein. Der arme Hund kann nichts dafür wenn der Mensch mit Hunden schlecht umgeht. Und dann sowas passiert .
Ich weiß nur von einem Thread.
Und bitte nenne eine Quellenangabe, dass der Hund misshandelt wurde. Das sind schwerwiegende Verdächtigungen gegenüber einen Toten.
 
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Petra
heute 12:24
Zum Thema Rettungsversuch habe ich meine eigene Meinung. Ich bin auch schon gestürzt und mein Hund hat dann nach mir geschaut. Sie tapst mich da schon ordentlich ab und vorallem sie leckt mein Gesicht wie wild. Gebissen hat sie noch nie oder gezerrt. So ist es bei uns. Vielleicht sind da andere Hunde heftiger? Ich will da dem besagten Hund nichts Böses. Ich kenne ihn nicht. Mir fiel des jetzt nur zum Thema, das ja auch im Aufhänger steht, ein wie das so bei uns aussieht.
 
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Celine
heute 12:30
Zum Thema Rettungsversuch habe ich meine eigene Meinung. Ich bin auch schon gestürzt und mein Hund hat dann nach mir geschaut. Sie tapst mich da schon ordentlich ab und vorallem sie leckt mein Gesicht wie wild. Gebissen hat sie noch nie oder gezerrt. So ist es bei uns. Vielleicht sind da andere Hunde heftiger? Ich will da dem besagten Hund nichts Böses. Ich kenne ihn nicht. Mir fiel des jetzt nur zum Thema, das ja auch im Aufhänger steht, ein wie das so bei uns aussieht.
Das mit dem Rettungsversuch würde ich für möglich halten, wenn es keine Kampfspuren gegeben hätte und keinen gezielten Biss in den Hals.

Ein Hund, der helfen will, zeigt ein völlig anderes Verletzungsmuster als ein Hund, der im Ernstkampf- oder Beutemodus agiert. Ein Biss in den Hals ist bei einem Raubtier keine Hilfestellung, sondern eine finale Tötungsabsicht.

Vielleicht ist er auf den Hund gestürzt und der Hund hat aus Schmerz und Abwehr gebissen..ist aber auch nur eine weitere Spekulation.
Vielleicht war es tragisch aber ein Biss in den Hals ist meiner Meinung nach kein Versehen. Hunde wissen untereinander auch genau, wo sie für welche Absicht beißen müssen. Ein Hund, der maßregeln will, beißt anders als einer, der töten will.
 
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Petra
heute 12:32
Das mit dem Rettungsversuch würde ich für möglich halten, wenn es keine Kampfspuren gegeben hätte und keinen gezielten Biss in den Hals. Ein Hund, der helfen will, zeigt ein völlig anderes Verletzungsmuster als ein Hund, der im Ernstkampf- oder Beutemodus agiert. Ein Biss in den Hals ist bei einem Raubtier keine Hilfestellung, sondern eine finale Tötungsabsicht. Vielleicht ist er auf den Hund gestürzt und der Hund hat aus Schmerz und Abwehr gebissen..ist aber auch nur eine weitere Spekulation. Vielleicht war es tragisch aber ein Biss in den Hals ist meiner Meinung nach kein Versehen. Hunde wissen untereinander auch genau, wo sie für welche Absicht beißen müssen. Ein Hund, der maßregeln will, beißt anders als einer, der töten will.
Bin ganz Deiner Meinung, denke ich auch
 
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Carola
heute 13:01
https://www.noz.de/lokales/kreis-vechta/artikel/hund-toetet-herrchen-in-lohne-chronologie-zum-fall-sam-49910638