Ich musste mir bei der Aussage, dass es ja nur ein Spiel war, das außer Kontrolle gelaufen ist, auch an den Kopf greifen. Das macht die Tatsache, dass der Halter vom eigenen Hund tot gebissen wurde auch nicht besser.
Sollte es wirklich aus einer "Spielsituation" heraus passiert sein, dann fand der Halter das vielleicht noch als lustiges Spielchen, der Hund aber wohl nicht. Das wird er auch sicher gezeigt haben, auch wenn es nur mit einer veränderten Körperspannung zu tun hatte. Herrchen hört nicht auf zu "spielen", Hund ist getriggert und setzt dem ganzen ein Ende.
Kampfhunde sind nicht per se "böse", aber aufgrund ihrer Genetik und Anatomie ist es eben verdammt nochmal wichtig sich darüber im Klaren zu sein, dass der Hund vielleicht keine ach so liebe Knutschkugel ist - und ja, ein Hund kann eben auch einen Menschen töten. Und man muss den Hund sicher lesen und führen können. Ob es der Bruder kann, ich bin mir nicht sicher. Zumal im familiären Umfeld auch immer noch Emotionen im Spiel sind. Da wird man auch leicht nachlässig, weil der ist ja immer so lieb, der braucht doch nicht immer ein Maulkorb ...🙄
Ich weiß, nicht nett was mir auch schon durch den Kopf ging, aber vielleicht findet man es auch "voll cool", dass man einen "Killer-Hund" hat 🙈
Ich hoffe ich habe jetzt nicht zu verwirrend geschrieben, aber das ganze Social Media Geschwurbel und diese Spendenaufrufe machen mich so langsam gaga 😀
Absolut. Es macht sie nicht besser, es entwertet sie.
Wie du selber schreibst, für den Hund war es sicherlich kein Spiel, wenn ein Hund so reagiert.
Dass der Bruder jetzt die Führung übernimmt, sehe ich auch kritisch. Wenn dort immer noch die Einstellung vorherrscht, es sei ja alles nur ein ‚unglückliches Spiel‘ gewesen, wird die notwendige Konsequenz und Vorsicht (Maulkorb, Sicherung, striktes Management) wahrscheinlich sehr schnell wieder schleifen gelassen. Emotionale Befangenheit ist in der Hundeerziehung oft der größte Feind der Sicherheit.
Wenn man einen Hund führt, der die anatomische Kraft hat einen Menschen zu töten, dann muss man entsprechend führen. Egal wie unauffällig der Hund vorher war.