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Celine
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heute 21:32

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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Grit
17. Feb. 19:17
Stimmt, Instagram war da noch nicht so präsent aber zumindest Facebook. Empfand ich damals tatsächlich anders aber persönliches Empfinden ist ja nicht die Realität.
Heute stand im netz er hat den wesenstest bestanden
 
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Celine
17. Feb. 20:09
Heute stand im netz er hat den wesenstest bestanden
Ich weiß aber ein Wesenstest sagt mal gar nichts aus. Das ist am Ende ein Training, was abgerufen wird.

Wir haben hier im Kiez 2 American Bully XL gehabt, der eine hat einen Rottweiler getötet und einmal hätten sich die beiden Bullys getötet. Beide haben einen bestandenen Wesenstest. Deshalb sagt sowas für mich gar nichts aus. 😅
 
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Katrin
17. Feb. 20:16
Ein Wesenstest dient in diesem Fall dazu einschätzen zu können ob der Hund überhaupt wieder vermittelbar ist. Mehr nicht. Hätte er den nicht bestanden wäre zB einschläfern eine Option gewesen, die ist nun von Tisch.

Ein bestandener Wesenstest bedeutet NICHT das dieser Hund ,,unschuldig" am Tod des Besitzers ist.

Der Pathologe sagt ganz klar, Schuld am Tod sind die Bissverletzungen im Gesicht die durch eine Auseinandersetzung mit dem Hund entstanden sind. Es gibt nach wie vor keinerlei Grund dieses Aussage anzuzweifeln.
 
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Olli
17. Feb. 20:31
Ich weiß aber ein Wesenstest sagt mal gar nichts aus. Das ist am Ende ein Training, was abgerufen wird. Wir haben hier im Kiez 2 American Bully XL gehabt, der eine hat einen Rottweiler getötet und einmal hätten sich die beiden Bullys getötet. Beide haben einen bestandenen Wesenstest. Deshalb sagt sowas für mich gar nichts aus. 😅
In dem Zusammenhang kann das vielleicht jemand aus NDS beantworten:

Wenn es einen Beissvorfall gab und ein Wesenstest verordnet wird, wird dem Besitzer dann Zeit eingeräumt, sich auf den Wesenstest 'vorzubereiten'?

Oder möchte sich die Behörde über den status quo des Hundes zeitnah ein Urteil bilden - ohne eine Vorbereitung seitens des HH und des Hundes?

In anderen BL dient der Wesenstest bei Listenhunden ja auch der Überprüfung der Gefährlichkeit, die aber natürlich mit Training und Sozialisierung verringert werden kann.
 
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Celine
17. Feb. 20:31
Ein Wesenstest dient in diesem Fall dazu einschätzen zu können ob der Hund überhaupt wieder vermittelbar ist. Mehr nicht. Hätte er den nicht bestanden wäre zB einschläfern eine Option gewesen, die ist nun von Tisch. Ein bestandener Wesenstest bedeutet NICHT das dieser Hund ,,unschuldig" am Tod des Besitzers ist. Der Pathologe sagt ganz klar, Schuld am Tod sind die Bissverletzungen im Gesicht die durch eine Auseinandersetzung mit dem Hund entstanden sind. Es gibt nach wie vor keinerlei Grund dieses Aussage anzuzweifeln.
Ganz genau, das scheint vielen Menschen nicht bewusst zu sein.

Vor allem muss ein Hund der getötet hat, keine wilde, blutverschmierte Bestie sein.
Ein Biss, der ungünstig und mit einer unglaublichen Kraft wirkt, kann da leider nun mal tödlich enden.
 
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Celine
17. Feb. 20:32
In dem Zusammenhang kann das vielleicht jemand aus NDS beantworten: Wenn es einen Beissvorfall gab und ein Wesenstest verordnet wird, wird dem Besitzer dann Zeit eingeräumt, sich auf den Wesenstest 'vorzubereiten'? Oder möchte sich die Behörde über den status quo des Hundes zeitnah ein Urteil bilden - ohne eine Vorbereitung seitens des HH und des Hundes? In anderen BL dient der Wesenstest bei Listenhunden ja auch der Überprüfung der Gefährlichkeit, die aber natürlich mit Training und Sozialisierung verringert werden kann.
Also bei Sam wurde offen kommuniziert, dass der Bruder sehr oft mit Sam trainiert hat, um ihn auf den Wesenstest vorzubereiten
 
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Olli
17. Feb. 20:34
Also bei Sam wurde offen kommuniziert, dass der Bruder sehr oft mit Sam trainiert hat, um ihn auf den Wesenstest vorzubereiten
Ja, das hab ich auch gelesen und mich darum gefragt, ob das schon ein 'Entgegenkommen' der Behörde war.
 
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Katrin
17. Feb. 20:37
In dem Zusammenhang kann das vielleicht jemand aus NDS beantworten: Wenn es einen Beissvorfall gab und ein Wesenstest verordnet wird, wird dem Besitzer dann Zeit eingeräumt, sich auf den Wesenstest 'vorzubereiten'? Oder möchte sich die Behörde über den status quo des Hundes zeitnah ein Urteil bilden - ohne eine Vorbereitung seitens des HH und des Hundes? In anderen BL dient der Wesenstest bei Listenhunden ja auch der Überprüfung der Gefährlichkeit, die aber natürlich mit Training und Sozialisierung verringert werden kann.
Ja. Oftmal dauert es eine eine gewisse Zeit bis zum Prüfungstermin. Wieviel Zeit ist jedoch unterschiedlich. Meistens sind es einige Wochen in denen dann trainiert wird.
 
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Lena
17. Feb. 20:37
Ja, das hab ich auch gelesen und mich darum gefragt, ob das schon ein 'Entgegenkommen' der Behörde war.
Das ist tatsächlich eine sehr interessante Frage.

Allerdings, wenn ein Wesenstest in diesem Fall vorgesehen ist, kann es auch irgendwie nicht sein, dass dieser (im Gegensatz zu allen anderen Wesenstest) „anders“ durchgeführt wird- sonst gäbe es keine Vergleichbarkeit
 
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Katrin
17. Feb. 20:40
Quelle: Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz https://share.google/SAttrzKMFurME1dN3

Hier kann man nachlesen was geprüft wird.