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Celine
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heute 13:12

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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Sina
14. Feb. 10:06
Irgendwo in den Kommentaren habe ich gelesen, dass die Familie plant, die Obduktionsergebnisse von einem weiteren Gutachter prüfen zu lassen.
Finde ich prinzipiell gut, falls das so stimmt.

Sollte dieser die Ergebnisse bestätigen, werden wir zwar wahrscheinlich nichts davon erfahren, aber vielleicht hilft es der Familie die Wahrheit anzunehmen.

Sollte es sich nicht bestätigen, wäre das natürlich ein Skandal. Aber daran glaube ich eher nicht.
 
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Lou
14. Feb. 10:14
Irgendwo in den Kommentaren habe ich gelesen, dass die Familie plant, die Obduktionsergebnisse von einem weiteren Gutachter prüfen zu lassen. Finde ich prinzipiell gut, falls das so stimmt. Sollte dieser die Ergebnisse bestätigen, werden wir zwar wahrscheinlich nichts davon erfahren, aber vielleicht hilft es der Familie die Wahrheit anzunehmen. Sollte es sich nicht bestätigen, wäre das natürlich ein Skandal. Aber daran glaube ich eher nicht.
Ja, von Dr. Tsokos 🥴 allerdings nur durch Bilder.
Frage mich ja, wie sie reagieren würden, würde er dann doch auch zum gleichen Entschluss kommen, wie der andere Rechtsmediziner.
 
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Lena
14. Feb. 10:16
Wenn es als ‚normales Vorgehen‘ betrachtet wird, dass ein Hund, der einen Menschen getötet hat (und auch schon eine Katze), nach einem künstlichen Test wieder in ein privates Umfeld darf, dann ist das System am Ende. Ein Wesenstest simuliert Bedrängnis, Schirme oder fremde Personen. Er kann aber niemals die Dynamik simulieren, die dazu geführt hat, dass dieser Hund seinen Halter getötet hat. Die reale Tat ist der ultimative Beweis. Und zusätzlich hat der neue Besitzer nicht einmal Geld für die Auflagen oder Hundehaltung.
Der Mensch, der den Post verfasst hat, weiß auf jeden Fall wie man an Spenden kommt…
 
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Celine
14. Feb. 12:16
Der Mensch, der den Post verfasst hat, weiß auf jeden Fall wie man an Spenden kommt…
Würden diese Menschen mal für die ganzen Langzeitinsassen spenden aber nein, lieber für einen Hund, der einen Menschen getötet hat.
 
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Katja
14. Feb. 12:22
Wenn es als ‚normales Vorgehen‘ betrachtet wird, dass ein Hund, der einen Menschen getötet hat (und auch schon eine Katze), nach einem künstlichen Test wieder in ein privates Umfeld darf, dann ist das System am Ende. Ein Wesenstest simuliert Bedrängnis, Schirme oder fremde Personen. Er kann aber niemals die Dynamik simulieren, die dazu geführt hat, dass dieser Hund seinen Halter getötet hat. Die reale Tat ist der ultimative Beweis. Und zusätzlich hat der neue Besitzer nicht einmal Geld für die Auflagen oder Hundehaltung.
Man sollte sicherlich darüber diskutieren, wie solche Fällen zu bewerten sind.
Das hat aber nichts mit Unfähigkeit der Behörden zu tun, die haben nur das gemacht, was die Gesetze vorsehen.

Ich bin der Meinung, dass ein Hund, der einen Menschen totgebissen hat, niemals wieder in private Hände gegeben werden darf, auch wenn er den Wesenstest besteht, der ja nur eine Momentaufnahme ist.
 
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Katja
14. Feb. 12:28
Ja, von Dr. Tsokos 🥴 allerdings nur durch Bilder. Frage mich ja, wie sie reagieren würden, würde er dann doch auch zum gleichen Entschluss kommen, wie der andere Rechtsmediziner.
Dann würden sie sagen, dass man das anhand von Bildern nicht erkennen kann 🙈.
 
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Lena
14. Feb. 12:33
Für Langzeitinsassen gibt es keine Follower…,
niemanden von diesen „Tierschützern“ geht es um diesen einen Hund oder überhaupt um Tierschutz.
 
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Celine
14. Feb. 13:16
Man sollte sicherlich darüber diskutieren, wie solche Fällen zu bewerten sind. Das hat aber nichts mit Unfähigkeit der Behörden zu tun, die haben nur das gemacht, was die Gesetze vorsehen. Ich bin der Meinung, dass ein Hund, der einen Menschen totgebissen hat, niemals wieder in private Hände gegeben werden darf, auch wenn er den Wesenstest besteht, der ja nur eine Momentaufnahme ist.
Wenn die aktuelle Gesetzeslage es tatsächlich zulässt, dass ein Hund nach einem Todesfall und ohne finanzielle Absicherung des neuen Halters ins alte Umfeld zurückkehrt, dann ist genau das der Beweis für die Unfähigkeit des Systems. Zumindest in meinen Augen. 🤷🏻‍♀️
Das kann ja jeder für sich selbst bewerten.
 
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Katja
14. Feb. 13:45
Wenn die aktuelle Gesetzeslage es tatsächlich zulässt, dass ein Hund nach einem Todesfall und ohne finanzielle Absicherung des neuen Halters ins alte Umfeld zurückkehrt, dann ist genau das der Beweis für die Unfähigkeit des Systems. Zumindest in meinen Augen. 🤷🏻‍♀️ Das kann ja jeder für sich selbst bewerten.
An der Stelle muss ich Dir 100% zustimmen!

Ich weiß nicht, wie man das Risiko angemessen managen will, wenn das Umfeld, in das der Hund kommt, die Tat komplett negiert.
Dass das keine Behörde auf dem Schirm zu haben scheint, macht mich denn doch fassungslos!

PS@Michi: Danke für den Gedanken, aber bei näherem Nachdenken klar: Der Spendenaufruf ohne jegliche Erwähnung der Tötung ist definitiv arglistige Täuschung von Spendern für mich!
 
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Celine
14. Feb. 14:04
An der Stelle muss ich Dir 100% zustimmen! Ich weiß nicht, wie man das Risiko angemessen managen will, wenn das Umfeld, in das der Hund kommt, die Tat komplett negiert. Dass das keine Behörde auf dem Schirm zu haben scheint, macht mich denn doch fassungslos! PS@Michi: Danke für den Gedanken, aber bei näherem Nachdenken klar: Der Spendenaufruf ohne jegliche Erwähnung der Tötung ist definitiv arglistige Täuschung von Spendern für mich!
Eben, wenn der neue Halter die Tat als Unglück oder fehlgeleitete Liebe abtut, wird er im Alltag nachlässig werden. Er wird den Maulkorb vielleicht mal ablassen, weil der Hund heute so entspannt wirkt oder die Gartenpforte nicht doppelt sichern, was auch immer.

Wenn die Halter die Gefahr negieren, wird auch die Nachbarschaft unfreiwillig zum Testgelände für einen Hund, der seine Hemmschwelle bereits verloren hat..aber gut. Ich bin in dem Punkt froh, dass der Hund nicht in unserem Umfeld ist.