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Celine
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heute 14:32

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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Katja
14. Feb. 06:10
Ich bin gerade ziemlich entsetzt. Ein Mann, der sich auf Instagram für Sam einsetzt hat, erklärt jetzt, dass Sam den Wesenstest bestanden und somit seinen Besitzer nicht totgebissen hat 😱. Und dann die ganzen likes und Kommentare 🙈
 
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Anja
14. Feb. 08:04
Ich glaube langsam, wir kennen alle nur die halbe Wahrheit. Wäre alles bewiesen und so eindeutig…gäbe es die Diskussion doch eigentlich gar nicht. Wie kann das sein? Hätte die Polizei den Hund auf Verdacht getötet, wäre der Aufschrei groß gewesen. Logisch. Dann wurde es jedoch bewiesen und unzählige Irre reden sich den Fakt schön, das er sein Herrchen offiziell getötet hat.

Der neue Halter bzw. Bruder verharmlost das als Bruder selbst? Na das klingt wie das optimale neue Herrchen. Es passt überhaupt nicht zusammen

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das es sich bei dem Vorgehen der Behörden nun…eindeutig so zugetragen hat. Natürlich soll kein Hund zu Unrecht vorverurteilt werden, aber das was nun im Anschluss passiert…bestätigt entweder das komplette Versagen der Behörden oder die Theorie, das es eben doch nicht so eindeutig war.

Es muss doch von der Pathologie eindeutig die Todesursache bestimmt werden können. Genau das ist der Job eines Pathologen. Also warum agiert man hier im Anschluss so?

Die ganze Wahrheit werden wir wohl alle nicht erfahren.
 
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Katrin
14. Feb. 08:32
Ich glaube langsam, wir kennen alle nur die halbe Wahrheit. Wäre alles bewiesen und so eindeutig…gäbe es die Diskussion doch eigentlich gar nicht. Wie kann das sein? Hätte die Polizei den Hund auf Verdacht getötet, wäre der Aufschrei groß gewesen. Logisch. Dann wurde es jedoch bewiesen und unzählige Irre reden sich den Fakt schön, das er sein Herrchen offiziell getötet hat. Der neue Halter bzw. Bruder verharmlost das als Bruder selbst? Na das klingt wie das optimale neue Herrchen. Es passt überhaupt nicht zusammen Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das es sich bei dem Vorgehen der Behörden nun…eindeutig so zugetragen hat. Natürlich soll kein Hund zu Unrecht vorverurteilt werden, aber das was nun im Anschluss passiert…bestätigt entweder das komplette Versagen der Behörden oder die Theorie, das es eben doch nicht so eindeutig war. Es muss doch von der Pathologie eindeutig die Todesursache bestimmt werden können. Genau das ist der Job eines Pathologen. Also warum agiert man hier im Anschluss so? Die ganze Wahrheit werden wir wohl alle nicht erfahren.
Die Pathologie war sehr klar. Die Bisse waren schuld. Es muss zu einer Auseinandersetzung mit dem Hund gekommen sein. Den Grund/Auslöser dafür kann aber niemand nennen.

Nun wurde der Hund über Wochen auf den Wesenstest vorbereitet. Ich halte es für sehr gut möglich das er den auch bestanden hat. Das heißt aber nicht das er den Halter nicht getötet hat sondern nur das in den Situationen der Hund nicht auffällig war.

Der Wesenstest bildet die Basis um weitere Entscheidungen treffen zu können zB ob der Hund überhaupt vermittelt werden kann, welche Auflagen und/oder Therapien nötig sind, Trainingsschwerpunkte usw.
 
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Katja
14. Feb. 08:42
Für mich ist das absolutes behördenversagen..
Wo genau siehst absolutes Behördenversagen?
Sam hat seinen Halter totgebissen, hat aber den Wesenstest bestanden und darf unter Auflagen zu dem Bruder des Getöteten.
So wie ich das verstehe, ist das das normale Vorgehen.
 
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Lou
14. Feb. 09:01
Ich bin gerade ziemlich entsetzt. Ein Mann, der sich auf Instagram für Sam einsetzt hat, erklärt jetzt, dass Sam den Wesenstest bestanden und somit seinen Besitzer nicht totgebissen hat 😱. Und dann die ganzen likes und Kommentare 🙈
ja, es ist furchtbar. Mich gruselt ehrlich gesagt diese Dummheit.
Sogar Maulkorb scheint für einige unverständlich zu sein.
 
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Christa
14. Feb. 09:14
Wer um Himmelswillen übernimmt die Verantwortung wenn wieder etwas passiert? Einen Hund wiederhaben wollen der mein Kind bzw. Bruder totgebissen hat ??? Ich verstehe die Welt nicht mehr 🥵
 
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Celine
14. Feb. 09:21
Wo genau siehst absolutes Behördenversagen? Sam hat seinen Halter totgebissen, hat aber den Wesenstest bestanden und darf unter Auflagen zu dem Bruder des Getöteten. So wie ich das verstehe, ist das das normale Vorgehen.
Wenn es als ‚normales Vorgehen‘ betrachtet wird, dass ein Hund, der einen Menschen getötet hat (und auch schon eine Katze), nach einem künstlichen Test wieder in ein privates Umfeld darf, dann ist das System am Ende.

Ein Wesenstest simuliert Bedrängnis, Schirme oder fremde Personen. Er kann aber niemals die Dynamik simulieren, die dazu geführt hat, dass dieser Hund seinen Halter getötet hat. Die reale Tat ist der ultimative Beweis.

Und zusätzlich hat der neue Besitzer nicht einmal Geld für die Auflagen oder Hundehaltung.
 
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Celine
14. Feb. 09:26
ja, es ist furchtbar. Mich gruselt ehrlich gesagt diese Dummheit. Sogar Maulkorb scheint für einige unverständlich zu sein.
Ich hoffe, dass solche Leute keine Hunde haben
 
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Celine
14. Feb. 09:29
Wer um Himmelswillen übernimmt die Verantwortung wenn wieder etwas passiert? Einen Hund wiederhaben wollen der mein Kind bzw. Bruder totgebissen hat ??? Ich verstehe die Welt nicht mehr 🥵
Also wenn ich mir vorstelle, ich hätte einen Hund, der meine Mutter oder meinen Vater tötet, dann könnte ich diesen Hund niemals wieder unter die Augen treten..
 
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Sina
14. Feb. 10:00
Aus psychologischer Sicht ist das Leugnen, dass Sam seinen Halter totgebebissen hat, gar nicht so ungewöhnlich. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Die Wahrheit wäre noch viel schmerzhafter, weshalb dann das Gehirn einen Verdrängungsmechanismus einsetzt, um es besser aushalten zu können.
Da es keine Zeugen gibt, ist der naheliegendste Traumareaktion, fest daran zu glauben, dass er es nicht war.

So Phänomene gibt es auch bei menschlichen Mordfällen zuhauf. Beispiel Rebecca Reusch, da steht die Familie geschlossen, trotz aller Ungereimtheiten hinter dem tatverdächtigen Schwager.
Es ist einfach über so ein Verhalten zu urteilen, solange man selbst nie in so einer furchtbaren Lage war.

Wo mein Verständnis allerdings aufhört, ist bei den ganzen anderen Leuten auf Social Media, die den Hund nichtmal kennen und jetzt herumposaunen, dass der Wesenstest Beweis wäre, dass er unschuldig ist.
Das ist dann wirklich nicht mehr mit Logik zu erklären.