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Celine
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zuletzt 27. Jän.

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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Christa
22. Jän. 07:08
In einem Satz dreimal Blödsinn zu schreiben ist schon 'ne Leistung - wow.
Ich denke das war ironisch gemeint
 
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𝕿𝖍𝖊 𝕻𝖆𝖈𝖐
22. Jän. 07:40
Ich finde die ganze Story merkwürdig.
Was ich persönlich auch merkwürdig finde beißt so ein Hund mit Absicht ins Gesicht hat man keins mehr.
Alles ein wenig komisch.
Gab es nur Verletzungen im Gesicht?
--
Sollte es dennoch so sein bin ich der Meinung sollte dieser Hund dann eingeschläfert werden.
 
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𝕿𝖍𝖊 𝕻𝖆𝖈𝖐
22. Jän. 07:48
Bei allem schön reden darf man ja auch nicht vergessen dass der Hund ein Beutegreifer ist- sein Urvater ist der Wolf, einer der besten und geschicktesten jäger- natürlich sind unsere Hunde heute keine Wölfe mehr und dennoch bleiben sie Jäger und Beutegreifer. Je nach Genetik ist natürlich der Trieb mehr oder weniger stark aber immer vorhanden. Da werden Hunde als Partnerersatz, Kind Ersatz oder auch zum angeben missbraucht. Glücklicherweise passiert ja nun selten etwas und es kommt wirklich nicht oft vor dass ein Hund seinen Menschen angreift aber es passiert. Macht das ein Dackel kann es zu üblen Verletzungen kommen, ist aber nicht tödlich. Mach das ein 50, 60, 70 Kilo Hund kann es durchaus tödlich sein wie wir ja gerade wieder gesehen haben. Und ja es gibt auch unberechenbare Hunde gerade bei diesen Hybrid und Kreuz und querzüchtungen hat man eben keine Wesensfestigkeit und bei dem American Bully ist das leider hin und wieder so. Dann wird lustig schön geredet oh der guckt ja so lieb der kann es nicht gewesen sein( alle Bulldoggen gucken so). Ein Malinois oder ein Herdenschutzhund und auch die ursprünglicheren Rassen gucken nicht so und darum werden sie vielleicht auch nicht so romantisiert. Sie entsprechen eben nicht dem Kindchenschema im Gegenteil, sie lösen dann eher Ängste aus weil man ihnen den Jäger ansieht. Und nein Hunde sind nicht die besseren Menschen! Wenn ich diesen Quatsch höre krempeln sich mir die Fußnägel um! Hunde sind Hunde. Es hängt ja auch von der Situation ab in der ein Hund angreift und das wird ja sogar bei der Rechtsprechung berücksichtigt denn wenn ein Hund sich oder seinen Menschen beschützt und dabei beißt wird das anders gewertet als ein Hund der seinen eigenen Menschen angreift. Wenn man aber dann Kommentare liest wie ach der guckt so lieb der kann es ja nicht gewesen sein dann dreht sich mir der Magen um. Mein früherer Hund war ein Bildschöner Hund und viele Leute sagten tatsächlich: Oh der ist so hübsch! Der kann doch gar nicht aggressiv sein und ließen ihren Wauzi zu ihr... Natürlich ging der Hund dann ab wie eine Rakete und ich habe auch verhindert dass sie den anderen Hund fressen konnte und wenn die Situation vorbei war saß sie wieder da als ob sie kein Wässerchen trüben könnte und gegenüber Menschen war sie auch der liebste und zuverlässigste Hund. Mit Blauäugigkeit ist niemandem geholfen und darum muss in einem solchen Fall auch wirklich jede Möglichkeit in Betracht gezogen werden.
Unterschätze die kleinen nicht 😅
Kannte mal einen Dackel der hat einen Königspudel getötet mit einem Satz an die Kehle gesprungen. 🫣
Könnte auch beim Menschen gehen während man auf der Couch sitzt.
 
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Sonja
22. Jän. 08:23
Unterschätze die kleinen nicht 😅 Kannte mal einen Dackel der hat einen Königspudel getötet mit einem Satz an die Kehle gesprungen. 🫣 Könnte auch beim Menschen gehen während man auf der Couch sitzt.
Solche Fälle gab es sogar schon. In der Tat ziemlich selten, aber auch kleine, unscheinbare Hunde können gefährlich sein. Vor allem für Kinder und alte Menschen.
 
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Carola
22. Jän. 08:38
Unterschätze die kleinen nicht 😅 Kannte mal einen Dackel der hat einen Königspudel getötet mit einem Satz an die Kehle gesprungen. 🫣 Könnte auch beim Menschen gehen während man auf der Couch sitzt.
Ja natürlich kann das auch passieren dürfte aber eher selten sein. Aber darum sage ich ja man sollte einen Hund niemals unterschätzen und immer daran denken dass er ein Jäger ist und bleibt.
Gerade Dackel sind knallharte Jäger! Deshalb habe ich keine obwohl ich Dackel liebe.
 
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Sonja
22. Jän. 08:40
Ja natürlich kann das auch passieren dürfte aber eher selten sein. Aber darum sage ich ja man sollte einen Hund niemals unterschätzen und immer daran denken dass er ein Jäger ist und bleibt. Gerade Dackel sind knallharte Jäger! Deshalb habe ich keine obwohl ich Dackel liebe.
Ich finde Dackel auch super, aber in den richtigen Händen. Schlimm, dass die zur Zeit auch so ein Modeaccessoire geworden sind. Vor allem Kurzhaar und die Ami-Zwerge.
 
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Celine
22. Jän. 08:56
Das Tierheim Berlin hat einige solcher Hunde.

Sind wir mal ehrlich genau solche Hunde werden Langzeitinsassen. Und bei diesen Voraussetzungen einer Hundehaltung frage ich mich selbst, wie artgerecht das noch sein kann.
Da sitzen Hunde mit 5 Vorbesitzern und etlichen Bissvorfällen. Wer will selbst dieses Risiko für sich und andere aufbürden?
 
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Olli
22. Jän. 09:43
Das Tierheim Berlin hat einige solcher Hunde. Sind wir mal ehrlich genau solche Hunde werden Langzeitinsassen. Und bei diesen Voraussetzungen einer Hundehaltung frage ich mich selbst, wie artgerecht das noch sein kann. Da sitzen Hunde mit 5 Vorbesitzern und etlichen Bissvorfällen. Wer will selbst dieses Risiko für sich und andere aufbürden?
Natürlich sind das Anforderungen, die den normalen HH psychisch, physisch und finanziell überfordern können, weshalb er und die anderen 'auffälligen' Hunde dort bleiben werden.

Über artgerecht kann man streiten, aber wenn ein Hund im Umgang mit Sozialkontakten schwierig ist, finden sich halt nur wenige finanziell gut aufgestellte, im Wald wohnende Eremiten mit Hundesachverstand.

Da sind wir dann auch wieder bei der Diskussion, ob einschläfern nicht besser wäre. Aus dem Grund resultiert ja der auch der Wunsch in NDS dem Hund Bewährung zu geben, damit er keinen Platz blockiert.

Allerdings kommen dabei auch ökonomische Überlegungen und nicht nur reines Tierwohl ins Spiel.
 
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Katrin
22. Jän. 09:57
Natürlich sind das Anforderungen, die den normalen HH psychisch, physisch und finanziell überfordern können, weshalb er und die anderen 'auffälligen' Hunde dort bleiben werden. Über artgerecht kann man streiten, aber wenn ein Hund im Umgang mit Sozialkontakten schwierig ist, finden sich halt nur wenige finanziell gut aufgestellte, im Wald wohnende Eremiten mit Hundesachverstand. Da sind wir dann auch wieder bei der Diskussion, ob einschläfern nicht besser wäre. Aus dem Grund resultiert ja der auch der Wunsch in NDS dem Hund Bewährung zu geben, damit er keinen Platz blockiert. Allerdings kommen dabei auch ökonomische Überlegungen und nicht nur reines Tierwohl ins Spiel.
Ich finde es ehrlich gesagt nicht gut mit der geplanten ,,Bewährung". Viele Hunde die mal zugebissen haben waren zuvor durchaus über längere Zeit ,,unauffällig". Menschen neigen meiner Erfahrung nach im Umgang mit dem Tier sorgloser zu werden je länger es sich gut benimmt. Wenn dann noch ein Beißer quasi zurückgestuft und dann weitervermittelt wird weil er eben nicht mehr als gefährlich angesehen wird übermittelt das aus meiner Sicht ein falsches Bild von dem Hund.
 
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Carola
22. Jän. 10:02
Ich finde es ehrlich gesagt nicht gut mit der geplanten ,,Bewährung". Viele Hunde die mal zugebissen haben waren zuvor durchaus über längere Zeit ,,unauffällig". Menschen neigen meiner Erfahrung nach im Umgang mit dem Tier sorgloser zu werden je länger es sich gut benimmt. Wenn dann noch ein Beißer quasi zurückgestuft und dann weitervermittelt wird weil er eben nicht mehr als gefährlich angesehen wird übermittelt das aus meiner Sicht ein falsches Bild von dem Hund.
Ich denke man muss aber auch berücksichtigen warum ein Hund als gefährlich eingestuft wurde. Wenn er einen Menschen angegriffen hat(Notwehr ausgenommen) dann sollte diese Regelung nicht greifen. Hier darf es aus meiner Sicht keine Kompromisse geben.
Wenn er vielleicht einmal in einen Hundekampf verwickelt war und gegenüber Menschen nie eine Aggression gezeigt hat sehe ich das anders. Ein solcher Hund sollte durchaus eine Chance bekommen.