Versteht mich nicht falsch aber bei anderen Kategorisierungen wird auch kein Drama gemacht.
Die Aufgabe des Jagdhundes ist aufspüren, hetzen und ggf auch zu töten.
Da schreit keiner auf und das heißt auch nicht, dass jeder Jagdhund eine potenzielle Tötungsmaschine ist.
Bei einem Schutz und Wachhund ist die Aggression gegenüber Eindringlinge oder zur Verteidigung gewünscht. Niemand würde einen Schäferhund oder Dobermann allein wegen dieser Bezeichnung vorverurteilen.
Es ist eine Kategorie, mehr nicht.
Diese basiert geschichtlich.
Man hätte ja auch Jagd oder Begleithunde zum kämpfen nehmen können, ging aber nicht. .
Ein „Kampfhund“ entstand durch Kreuzungen der Bulldogge (die brachten den Haltewillen, sprich Festbeißen mit, sie wurden als Bullenbeißer eingesetzt) und dem Terrier (Schnelligkeit und Agilität).
Und in der Kampfhundzucht wurde auf Gameness selektiert und ich bin mir bei den heutigen Hundekämpfen sicher, dass darauf auch noch selektiert wird.
Gameness ist die Bereitschaft einen Kampf zu Ende zu bringen, egal ob erschöpft oder schwer verletzt. Wenn diese Hunde im „Arbeitsmodus“ sind, wird extrem viel Adrenalin ausgeschüttet, damit der Körper alles ausblendet.
Breite Schädel für eine hohe Kaumuskulatur. Der breite, massige Bau, somit schwer umzuwerfen. Und ein breites Maul damit beim festbeißen noch genug Luft inhaliert werden kann.
Man hat eigentlich die Aggression gegenüber den Menschen, den eigenem Halter weg gezüchtet, damit man sie im Kampf trennen konnte.
Ich heiße das nicht gut aber so ist nun mal der Ursprung und so lange es Menschen gibt, die nicht bei echten Züchtern solche Hunde kaufen, sondern im Ausland oder „Hobbyzucht“ besteht das Risiko dieser Selektion.
Wenn man den Begriff „Kampfhund“ ernst nimmt, müsste er ausschließlich Hunde bezeichnen, die tatsächlich für Hundekämpfe gezüchtet oder eingesetzt wurden.
Dann stellt sich die Frage:
Wurden Rottweiler, Cane Corso, Mastiff, Dogo Argentino oder Tosa historisch für Hundekämpfe gezüchtet?
Vermutlich nicht. Und genau deshalb ist die Pauschale Bezeichnung „Kampfhund“ unfair und diskriminierend.
Sie unterstellt eine Nutzung, die es bei vielen dieser Rassen historisch nie gegeben hat, und bewertet Hunde nach Optik statt nach Verhalten und/oder Genetik.