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Celine
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zuletzt 27. Jän.

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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Lena
20. Jän. 16:18
Möglicherweise könnte es auch sein, dass das kein gezielter Angriff mit tötungsabsicht war.
sehr gut möglich, genauso möglich, dass ihn Kaninchen nicht interessieren- also tu dir keinen Zwang an 👍
 
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Sina
20. Jän. 16:31
Möglicherweise könnte es auch sein, dass das kein gezielter Angriff mit tötungsabsicht war.
Wahrscheinlich war es das nicht.
Wäre es gezielte Tötungsabsicht gewesen, hätte man es kaum noch mit einem medizinischen Notfall verwechseln können.

Aber er hat zumindest einmal zugebissen, und das hat gereicht, dass ein Mensch verstirbt.
Und das macht das ganze ja noch unberechenbarer, weil man die Ursache nicht kennt, was ihn da plötzlich so getriggert hat
 
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Katrin
20. Jän. 16:41
Ich fasse es ehrlich gesagt nicht das es Leute gibt die tatsächlich meinen das dieser Hund zukünftig noch ein halbwegs normales Leben führen könnte.

Dieser Hund behält den Stempel ,,gefährlich" und auch die damit verbundenen höheren Kosten. Alltag wie man es mit anderen Hunden kennt wird es für ihn nie wieder geben. Hier hat ein Hund einen Menschen getötet. Das ist das absolut schlimmste was passieren kann in der Hundehaltung. Also wieviel Lebensqualität wird dieser Hund wohl zukünftig noch haben können?
 
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Katja
20. Jän. 16:43
Haben wir, es passte bisher aber noch keins zu uns oder zu ihr.
Na, dann ein Vorschlag zur Güte: Wir finden hier im Forum ein passendes Zuhause für euren Hoppel, wo er mit anderen glücklich werden kann… und Du hast dann Kapazität, Dich kompetent um Sam zu kümmern!

Ich denke, nach dem Wesenstest werden sie sehr froh sein, jemanden erfahrenen zu finden, der ihn in die Obhut nimmt!
Aber erstmal müssen sie ja jetzt scheinbar einen Gutachter finden -> hab gelesen, dass sie schon da Probleme haben, jemanden geeignetes zu finden…
 
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Julia 🐾Nero
20. Jän. 16:45
Zu dem Punkt „Überdramatisierung“ möchte ich noch etwas ergänzen, weil mir hier ein Aspekt zu kurz kommt. Es ist realistisch, Jagdverhalten als etwas völlig Natürliches einzuordnen. Was dabei aber nicht ausgeblendet werden sollte, sind die realen Konsequenzen, die Hunde tragen müssen, wenn dieses Verhalten eben nicht verantwortungsvoll gemanagt wird. Bevor ich Ivy fand, habe ich reichlich Profile von Tierheimhunden durchstöbert und bin mehrfach auf Hunde mit erheblichen Vermittlungshemmnissen gestoßen – nicht nur wegen Aggression gegen Menschen, sondern auch wegen Jagdverhalten; manchmal auch wegen beidem. Ein Beispiel war ein Husky, der in einen Nachbargarten eingebrochen ist und dort Hühner oder Kaninchen getötet hat. Die Folge war eine behördliche Einstufung als gefährlich, mit Maulkorb- und Leinenzwang. Langzeitinsasse. Das ist nicht meine und auch keine Social Media Forderung sondern eine reale Konsequenz die der Hund ausbaden muss. Jagdverhalten ist natürlich – die Konsequenzen für den Hund sind es nicht. Wenn man solche Entwicklungen durch frühes Training, Management und verantwortungsvollen Umgang verhindern kann, halte ich das nicht für dramatisch, sondern für sinnvoll. Dramatisch finde ich eher, was Hunde am Ende tragen müssen, wenn ihre Anlagen lange ignoriert oder verharmlost werden.
Da sind wir einer Meinung 👍.
 
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Sina
20. Jän. 16:45
Na, dann ein Vorschlag zur Güte: Wir finden hier im Forum ein passendes Zuhause für euren Hoppel, wo er mit anderen glücklich werden kann… und Du hast dann Kapazität, Dich kompetent um Sam zu kümmern! Ich denke, nach dem Wesenstest werden sie sehr froh sein, jemanden erfahrenen zu finden, der ihn in die Obhut nimmt! Aber erstmal müssen sie ja jetzt scheinbar einen Gutachter finden -> hab gelesen, dass sie schon da Probleme haben, jemanden geeignetes zu finden…
Wieso das? In der Deutschland wird es doch hoffentlich genug fachlich kompetente Gutachter geben?
Und ich gehe davon aus, dass so ein extremer Fall da doch auch Priorität hat.
 
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Selina
20. Jän. 16:49
Würdest du dein Tier in Gefahr bringen?
Also bist du dir die Gefahr eines solchen Hundes doch bewusst und trotzdem argumentierst du, dass dem Hund mit Training und Maulkorb geholfen werden soll. Warum sollen Fachleute / Experten sich der Gefahr aussetzen? Der Maulkorb kann verrutschen, eine falsche Bewegung und zack sind die Zähne am Menschen.
Außerdem leben bei solchen Fachleuten mehrere Tiere auf engem Raum - wieso sollen diese Tiere der Gefahr ausgesetzt werden?
 
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Katja
20. Jän. 16:52
Ich fasse es ehrlich gesagt nicht das es Leute gibt die tatsächlich meinen das dieser Hund zukünftig noch ein halbwegs normales Leben führen könnte. Dieser Hund behält den Stempel ,,gefährlich" und auch die damit verbundenen höheren Kosten. Alltag wie man es mit anderen Hunden kennt wird es für ihn nie wieder geben. Hier hat ein Hund einen Menschen getötet. Das ist das absolut schlimmste was passieren kann in der Hundehaltung. Also wieviel Lebensqualität wird dieser Hund wohl zukünftig noch haben können?
Naja, hab jetzt mit Erstaunen diese hitzige Diskussion verfolgt (kaum ist man mal ne Stunde nicht online…)… und muss sagen: beide Positionen sind mir doch zu extrem.
Erstmal muss ja eh der Wesenstest erfolgen. Dann hat man erstmal ne Vorstellung, mit was für einem Hund man das hier zu tun hat!

Und dann gibt’s die weiteren Schritte. Wenn sich danach jemand findet, der wirklich in der Lage ist, seine Themen kompetent anzugehen UND die entsprechenden Auflagen zu erfüllen… warum nicht. Aber ich stimme euch zu: ein normales Hundeleben wird DIESER Hund nie mehr führen!

Und, ehrlich gestanden: die Wahrscheinlichkeit, dass sich da jemand findet, geht wahrscheinlich gegen Null: Die sind alle übervoll mit viel weniger schweren Kalibern…

Aber doch bitte ein Schritt nach dem nächsten und nicht einfach „sofort töten!“ oder „Free Sam!!!“.
Wir hatten hier doch so eine schöne (und für mich wirklich erhellende!) Diskussion. Macht doch das bitte nicht wieder kaputt…
 
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Katja
20. Jän. 16:53
Wieso das? In der Deutschland wird es doch hoffentlich genug fachlich kompetente Gutachter geben? Und ich gehe davon aus, dass so ein extremer Fall da doch auch Priorität hat.
Irgendwie suchen sie schnell jemanden in der Gegend… da gab‘s aber niemanden, wenn ich mich richtig erinnere…
 
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Katja
20. Jän. 16:54
sehr gut möglich, genauso möglich, dass ihn Kaninchen nicht interessieren- also tu dir keinen Zwang an 👍
Naja, ne Katze hat er ja angeblich schon auf dem Gewissen…