Die Statistik bildet die Realität und nicht das Gefühl ab.
Viele reden hier davon, dass es "immer schlimmer" wird und wir mehr Regulierung, mehr Auflagen, mehr eskalierende Maßnhamen und Reglementierung brauchen.
Das entspricht aber nicht der Realität.
Daher sollte man sich, auch wenn der Vorfall sehr schrecklich ist, auch mal besinnen und es als das betrachten, was es ist. Ein extremer Ausnahmefall und keine Repräsentantion der tatsächlichen Gefahr, die von Hunden ausgeht.
Das erinnert mich jetzt gerade ein bisschen an all die Begegnungsthreads, in denen man sich die letzten Wochen bemüht hat Leute davon zu überzeugen, dass 99% der Hunde und Begegnungen harmlos sind. Hier findet jetzt gerade das Gegenteil statt und alle Hunde werden einem Generalverdacht unterzogen.
Die häufigsten Opfer von Bissen sind Kinder und diese werden von ihnen bekannten Hunden gebissen. Und das sind keine gestörten, verhaltensauffälligen Hunde die zum Wesenstest müssen.
Und diese Hunde sind keine zukünftigen Menschenkiller.
Auch ein Hund, der ein Eichhörnchen tötet oder eine Katze, ist kein zukünftiger Menschenkiller.
Damit wir nicht aneinander vorbeireden. möchte mal kurz etwas richtigstellen, weil mein Kommentar, auf den du antwortest, hier aus dem Zusammenhang gerissen und inhaltlich verschoben wird.
Die zitierte Aussage bezog sich nicht auf tödliche Beißvorfälle bei Menschen, sondern auf eine Antwort an Katrin zum Thema Jagdverhalten. Mein Punkt war, dass Jagdverhalten ernst zu nehmen nicht bedeutet, Hundeverhalten zu dramatisieren oder zu pathologisieren, sondern frühzeitig daran zu arbeiten, um Eskalationen, auch gegenüber Wild, zu reduzieren.
In diesem Kontext greift der statistische Bezug auf tödliche Hundeangriffe beim Menschen nicht. Wenn man hier statistisch argumentieren möchte, müsste man konsequenterweise die Zahlen zu getöteten Wildtieren heranziehen - und die sind mE weder marginal noch irrelevant.
Mir geht es nicht um Generalverdacht oder Alarmismus, sondern um Prävention vor dem schlimmsten Endpunkt und deshalb halte ich es für wichtig, Verhalten wie zB Jagd bereits ernst zu nehmen, lange bevor es um Extremfälle geht.