Home / Forum / Verhalten & Psychologie / Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

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Celine
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Anzahl der Antworten 627
zuletzt 27. Jän.

Der Fall "Sam" - Angriff oder missglückter Rettungsversuch?

Der aktuelle Fall um den Hund "Sam" wirft bei mir viele Fragen auf. Je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich bezüglich des tatsächlichen Tathergangs. In den Medien (die nicht einmal die korrekte Rasse benennen können) ist die Rede davon, dass der Halter an einem Biss ins Gesicht verstarb. Dem steht die Theorie gegenüber, der Hund habe lediglich versucht, sein Herrchen (nach einem medizinischen Notfall) zu "wecken". Wie lässt sich die Schwere der Verletzungen mit einem bloßen Weckversuch vereinbaren? Ab wann schlägt Fürsorge in (unbeabsichtigte) schwere Verletzung um? Auf dem Bild erkennt man schon etwas rosa am weißen Brustzeichen, was für Kontakt mit Blut steht. Die Dobihündin, die bei mir zum Schluss war, lag 2 Tage neben dem toten Besitzer in der Wohnung. Der Besitzer hatte aber keine Spuren von seinem Hund. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen Hunden so sein muss, das ist mir schon klar. Wären aber solche Fälle nicht häufiger/ bekannter? Und vor allem, wenn es zu einem Kampf kam, warum hat niemand was gesehen oder gehört? Der Fall Chico damals, der nachweislich misshandelt wurde und die 2 Menschen getötet hat, hat meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen. Was ist hier anders? Ich bin mir bei dem Thema so unsicher, dass ich mir gar kein Urteil erlauben kann oder will. Dennoch freue ich mich über eure Ansichten und vielleicht auch die ein oder andere fachliche Einschätzung oder auch persönliche Erfahrung😊 https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/hund-toetet-halter-rechtsmedizin-bestaetigt-bisse-als-ursache,lohne-122.html
 
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Mel und
18. Jän. 22:37
https://youtu.be/H7vKVgt4fbA?si=JOqwZYLaUG0acDLo

Ein gutes Video zum Thema finde ich.
Ich stimme ihr uneingeschränkt zu!
 
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Takumi
18. Jän. 22:46
https://youtu.be/H7vKVgt4fbA?si=JOqwZYLaUG0acDLo Ein gutes Video zum Thema finde ich. Ich stimme ihr uneingeschränkt zu!
Ich finde auch, des sie es hier gut und neutral analysiert hat.
 
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Sina
18. Jän. 23:09
https://youtu.be/H7vKVgt4fbA?si=JOqwZYLaUG0acDLo Ein gutes Video zum Thema finde ich. Ich stimme ihr uneingeschränkt zu!
Ja, das war wirklich sehenswert 👍 damit ist eigentlich alles gesagt.
 
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Mary-Lou
18. Jän. 23:26
In wie weit die Untersuchungen nötig sind hängt denke ich davon ab was genau die Leichenbeschauung für Hinweise geliefert hat. Was ich nicht verstehe ist das es am hellichten Tag keine Zeugen gibt.
Ich wohne in einem ähnlich kleinen Dorf. Vor allem zu dieser Jahreszeit sehe ich beim Gassi gehen (sowohl im Dorf als auch außerhalb) manchmal tagelang niemanden. So ungewöhnlich finde ich es nicht, dass es keine Zeugen gibt.
 
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Mary-Lou
18. Jän. 23:29
Finde ich aber nicht richtig. Wenn ein Hund eine Katze tötet, bedeutet das für mich, dass der Hund ohne Leine war und a) nicht abrufbar war und b) nicht ablassen konnte. Hier hätte zumindest ein Wesenstest erfolgen müssen.. Wenn die Katze natürlich auf dem eigenen Grundstück getötet wurde, sehe ich das schon wieder etwas anders..
Dann müsste ja bei jedem jagenden Hund ein Wesenstest durchgeführt werden, egal ob er Hasen, Rehe oder Fasane jagt.
 
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Sonja
19. Jän. 03:45
Ich finde es schwierig, dass so viele im Netz mit dem Argument kommen, dass er es niemals gewesen sein kann, weil er doch so lieb guckt. Er kann ja auch ein ganz toller Hund sein, trotzdem kann auch so ein Hund beißen. Und dass Freunde und Eltern es nicht glauben, OK. Aber ich würde behaupten (ich weiß natürlich nicht wie es in dem Fall ist) aber auch Familie und Freunde können sich mal irren und etwas falsch einschätzen. Wie viele schon schrieben, es kann ja auch an etwas medizinischen liegen.
Genau. Und ich finde man muss auch betonen, dass der Hund nicht einfach nur mal kurz gebissen, sondern einen Menschen getötet hat. Das ist eine Qualität der Eskalation, die man nun wirklich nicht verharmlosen sollte.
 
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Yvonne
19. Jän. 06:43
Ja, das ist schon richtig, aber ich frage mich, ob so ein älterer Bully eine Katze auf freier Wildbahn überhaupt erwischen konnte. Die sind doch viel schneller und wendiger. Die muss ihm eigentlich schon direkt vors Maul spaziert sein, oder es war wirklich auf dem eigenen Grundstück.
Ich gehe auch davon aus, dass die Katze dem vors Maul gelaufen ist oder zumindest überrascht wurde.

Unsere Katze wurde vor unserer Haustür von einem angeleinten Hund totgebissen.
Unsere Katze ist mit Hunden groß geworden und hatte keine Scheu, da mal zu schauen 😭
 
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Katrin
19. Jän. 07:07
Dann müsste ja bei jedem jagenden Hund ein Wesenstest durchgeführt werden, egal ob er Hasen, Rehe oder Fasane jagt.
Und was würde dagegen sprechen? Ganz ehrlich, ich denke wir sind an einem Punkt angelangt wo jeder Halter eines Hund der in der Lage ist körperlich schwere Schäden zu verursachen beweisen muss das er seinen Hund auch in hoher Reizlage (Wesenstest) sicher führen kann. Was wenn der Hund sich entschließt anstelle dem Hasen mal einem spielenden Kind nachzujagen?
 
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SandrA
19. Jän. 07:17
Und was würde dagegen sprechen? Ganz ehrlich, ich denke wir sind an einem Punkt angelangt wo jeder Halter eines Hund der in der Lage ist körperlich schwere Schäden zu verursachen beweisen muss das er seinen Hund auch in hoher Reizlage (Wesenstest) sicher führen kann. Was wenn der Hund sich entschließt anstelle dem Hasen mal einem spielenden Kind nachzujagen?
Da gehe ich mit. Es geht ja nicht darum einen „Wesenstest als Dtrafe für Hasenjagen“ zu etablieren, sondern um etwas Grundsätzlicheres:
Jagdverhalten ist kein harmloses Detail, sondern ein hoch aktivierender Funktionskreis, der gerade im heutigen Umfeld ernst genommen werden muss.
Einfach auch, weil die Rahmenbedingungen sich im Verhältnis zu „früher“ massiv verändert haben - Hundedichte, Lebensräume, Begegnungsfrequenz, Haltervielfalt.

Wenn sich die Verhältnisse ändern, müssen sich auch Haltung, Management und Bewertung ändern.
Das ist find ich keine Dramatisierung, sondern Anpassung an Realität.
 
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Katrin
19. Jän. 07:23
Da gehe ich mit. Es geht ja nicht darum einen „Wesenstest als Dtrafe für Hasenjagen“ zu etablieren, sondern um etwas Grundsätzlicheres: Jagdverhalten ist kein harmloses Detail, sondern ein hoch aktivierender Funktionskreis, der gerade im heutigen Umfeld ernst genommen werden muss. Einfach auch, weil die Rahmenbedingungen sich im Verhältnis zu „früher“ massiv verändert haben - Hundedichte, Lebensräume, Begegnungsfrequenz, Haltervielfalt. Wenn sich die Verhältnisse ändern, müssen sich auch Haltung, Management und Bewertung ändern. Das ist find ich keine Dramatisierung, sondern Anpassung an Realität.
Bin da ganz bei dir. Dazu kommt noch die Masse an Vermehrerhunde mit fraglicher Abstammung und Herkunft. Da weiß man schlicht nicht was genetisch alles an Veranlagungen mitgegeben wurde.