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Jay
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zuletzt 10. Jän.

Analyse & Interpretation von Verhalten

Auf mehrfachen Wunsch hin versuch ich hier mal einen Sammelthread zu Analysen und Interpretationen von Verhalten zu starten. Ich denk das könnte ganz spannend werden 😊 Einfach Videosequenz posten und ggf etwas Drumherum-Wissen (z.B. Alter, Geschlecht, Beziehung der Hunde untereinander etc.) posten und schauen was Andere darin sehen. Auch Sequenzen ohne große weitere Beschreibung könnten eventuell interessante Sachen hervor bringen. Bin mal gespannt ob es Anklang findet und was so bei rum kommt.
 
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Pixel
14. Dez. 10:35
Er schaut erst mich an, und dann an mir vorbei. Hinter mir steht der Weihnachtsbaum, den wir gestern Abend aufgestellt haben. Den fand er erst unheimlich und dann sehr interessant
Hat da dann etwas angefangen zu blinken oder zu leuchten? Denn ich sehe da nicht unbedingt ein Grummeln aufgrund von Beanspruchen. Da wären die Augen nicht so aufgerissen. Das sieht mir mehr nach Unsicherheit aus. Hat er davor geschlafen oder gedöst. Dann hat er sich vor dem Baum wieder kurz erschrocken? Vielleicht braucht er noch etwas Zeit und immer wieder Unterstützung um den Baum zu akzeptieren.
 
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Sabine
14. Dez. 10:36
Ja, Frustrationstoleranz und Impulskontrolle war noch nie seine stärke, wir waren auch lange in der Hundeschule. Dann bemühe ich mich mal um Einzeltraining. Es ist sicher nicht verkehrt, wenn sich unsere Trainerin das dann mal vor Ort anschaut.
Das halte ich für eine sehr gute Idee 👍 das scheint kein Selbstläufer Hund zu sein, mit dem automatisch alles rund läuft. Aber man wächst mit seinen Aufgaben 😉
 
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Katja
14. Dez. 11:06
Wow, danke euch allen für die sehr anschaulichen Erklärungen! Ist ein toller Thread!!!

Da seh ich mal wieder, wieviel ich über Hundekommunikation noch lernen muss… wir haben hier aber auch so‘n Selbstläufer-Modell am Start, da ist die Not nicht so groß!😉
 
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Sina
14. Dez. 11:26
Bewegst du dich? Hast das Handy laut? Oder irgendwas anderes störendes für den Schlaf des Hundes? Carl schaut manchmal so wenn ihm etwas nicht passt. Also eine Beschwerde. Wobei das knurren schon Recht vehement und deutlich klingt
So sehe ich das auch. Ich würde es als verunsichert, motzig beschreiben, irgendwas passt ihm gerade nicht.

Eine ernste Drohung oder das beanspruchen der Couch sehe ich da überhaupt nicht. Dafür passt für mich die Körpersprache nicht.

Aber natürlich kann man bei so einer kurzen Sequenz auch falsch liegen.
 
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Julia
14. Dez. 18:07
Das halte ich für eine sehr gute Idee 👍 das scheint kein Selbstläufer Hund zu sein, mit dem automatisch alles rund läuft. Aber man wächst mit seinen Aufgaben 😉
Ja, ein Selbstläufer ist er nicht 🙈 zum Glück sehr Futtermotiviert und für alles zu begeistern, aber auch schlauer, als gut für uns als Ersthundehalter ist 😅 und die Mischung aus unsicher aber auch selbstständig und dickköpfig. Aber wir haben schon einen weiten Weg mit ihm geschafft.
 
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🍪 Kirsten
15. Dez. 00:14
Ich zweifle keinesfalls an, dass es Ressourcenverteidigung gibt, aber ich denke, dass es oft auch unterstellt wird, wo eine normale Kommunikation nicht ankommt. Eben dort wo Missverständnisse in der gegenseitigen Kommunikation bestehen.

Man sieht ja hier gar nicht, wie der Konflikt entstanden ist. Alles was man sieht, ist dass auf dem Video noch ein Problem besteht.

An die Theorie mit dem Baum glaube ich nicht, zumindest nicht im Augenblick des Videos. Es muss ja auch etwas vor Aufnahme des Videos gewesen sein, was Julia dazu veranlasst hat, hier ein Video aufzunehmen. Für mich ergibt es da keinen Sinn, warum der Hund auf einmal auf den Baum umschwenken sollte.

Erste-Hilfe-Maßnahme wäre für mich erstmal die eigene Körpersprache deeskaliernd anzupassen also Blick (und Smartphone) vom Hund abzuwenden, sich ggf. mit dem Oberkörper zusätzlich rausdrehen. Vermitteln, dass man gerade gar nicht beabsichtigt den Hund zu belästigen.

Schmeißt man den Hund direkt in so einer Situation von der Couch könnte es sein, dass es bei diesem Vorgang richtig eskaliert.
 
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Jochen
15. Dez. 07:55
Ich zweifle keinesfalls an, dass es Ressourcenverteidigung gibt, aber ich denke, dass es oft auch unterstellt wird, wo eine normale Kommunikation nicht ankommt. Eben dort wo Missverständnisse in der gegenseitigen Kommunikation bestehen. Man sieht ja hier gar nicht, wie der Konflikt entstanden ist. Alles was man sieht, ist dass auf dem Video noch ein Problem besteht. An die Theorie mit dem Baum glaube ich nicht, zumindest nicht im Augenblick des Videos. Es muss ja auch etwas vor Aufnahme des Videos gewesen sein, was Julia dazu veranlasst hat, hier ein Video aufzunehmen. Für mich ergibt es da keinen Sinn, warum der Hund auf einmal auf den Baum umschwenken sollte. Erste-Hilfe-Maßnahme wäre für mich erstmal die eigene Körpersprache deeskaliernd anzupassen also Blick (und Smartphone) vom Hund abzuwenden, sich ggf. mit dem Oberkörper zusätzlich rausdrehen. Vermitteln, dass man gerade gar nicht beabsichtigt den Hund zu belästigen. Schmeißt man den Hund direkt in so einer Situation von der Couch könnte es sein, dass es bei diesem Vorgang richtig eskaliert.
Ich sehe das Wegschauen als deeskalierendes Beschwichtigen mit Aufrechterhaltung der Warnung, das sieht man oft bei unsicheren/ängstlichen Hunden.
Es geht auch nicht um ein „Runterschmeißen“, sondern ein Runterschicken, also nüchtern ohne Aufregung ihm einen anderen Platz zuweisen. Wenn der Hund noch nicht in so einem guten Trainingszustand ist, würde ich sein Interesse und Neugierde wecken irgendwo im Raum, dass er freiwillig kommt.
 
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🍪 Kirsten
15. Dez. 10:28
Ich sehe das Wegschauen als deeskalierendes Beschwichtigen mit Aufrechterhaltung der Warnung, das sieht man oft bei unsicheren/ängstlichen Hunden. Es geht auch nicht um ein „Runterschmeißen“, sondern ein Runterschicken, also nüchtern ohne Aufregung ihm einen anderen Platz zuweisen. Wenn der Hund noch nicht in so einem guten Trainingszustand ist, würde ich sein Interesse und Neugierde wecken irgendwo im Raum, dass er freiwillig kommt.
Würde ich auch so interpretieren wie du.

Den Satz mit dem Runterschmeißen habe ich angehängt, weil ich oft den Eindruck habe, dass es eine Art allgemeiner Konsens ist, in dem Moment keinen Millimeter zurückzuweichen und dem Hund in dem Moment zu beweisen, dass der Mensch das Sagen hat.
 
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M.
12. März 14:28
Ich bin gespannt auf eure Interpretation. Ich habe eine für die drei Situationen, finde aber andere Sichtweisen sehr spannend.
Zur kurzen Info:
Im Mantel - Intakte Hündin (3)
Ohne Mantel - zwei intakte Rüden (4 & 8)
Die Hunde kennen sich bereits.
 
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Jochen
12. März 16:38
Einmal geht sie auch aktiv zwischen beide und macht ihre Individualdistanz klar. Sehr schön zu sehen, wie die Rüden das akzeptieren und sie in der Folge in Ruhe lassen.
(freue mich sehr, dass du wieder da bist MM)