Jedes Jahr derselbe Mist. Jedes Jahr landen nach der Urlaubszeit unzählige Hunde in den Tierheimen – oder werden sogar einfach ausgesetzt –, weil sie plötzlich nicht mehr ins Leben ihrer Besitzer passen. Und jedes Jahr wird so getan, als wäre das eine Überraschung.
Das eigentliche Problem ist doch, dass sich heutzutage jeder unfähige Egoist ohne große Hürden einen Hund anschaffen kann. Viele denken überhaupt nicht darüber nach, dass ein Hund 10 bis 15 Jahre oder länger lebt und Verantwortung bedeutet – jeden einzelnen Tag. Urlaub, Krankheit, Umzug, Trennung oder berufliche Veränderungen gehören zum Leben. Wer sich einen Hund anschafft, muss all das vorher bedenken.
Und dann wird wieder nach einem Hundeführerschein gerufen. Ganz ehrlich: Was soll der daran ändern? 😂 Ein Hundeführerschein macht aus einem verantwortungslosen Menschen keinen verantwortungsvollen Menschen. Er verhindert weder Egoismus noch Gleichgültigkeit. Wer einen sechs Monate alten Hund wegen eines Urlaubs im Tierheim abgibt oder ihn sogar aussetzt, weiß ganz genau, was er tut. Das ist keine Wissenslücke, sondern eine bewusste Entscheidung.
Ich werde auch nie verstehen, warum man Urlaub ohne Hund macht. Für uns ist das gar keine Option. Wir suchen unsere Urlaubsziele bewusst danach aus, dass unser Hund mitkommen kann und ebenfalls eine schöne Zeit hat. Sie gehört zur Familie.
Meiner Meinung nach müsste es endlich spürbare Konsequenzen geben. Wer einen Hund aus Bequemlichkeit oder wegen eines Urlaubs abgibt oder aussetzt, sollte lebenslang finanziell für dieses Tier aufkommen müssen. Warum sollen Tierheime, Tierschutzvereine und am Ende die Allgemeinheit für die Verantwortungslosigkeit solcher Menschen bezahlen? Außerdem sollte geprüft werden, ob solche Personen überhaupt jemals wieder ein Tier halten dürfen.
Solange Verantwortungslosigkeit kaum Folgen hat und jeder sich ohne ernsthafte Überlegung einen Hund anschaffen kann, wird sich nichts ändern. Die Leidtragenden sind immer die Tiere. Sie verlieren ihr Zuhause, ihre Bezugsperson und oft ihr ganzes Vertrauen – nur weil manche Menschen ihre eigenen Wünsche über das Wohl eines Lebewesens stellen.
Wegen meiner Mutter, mit der wir in einem 3 Generationen Haus, bis zu ihrem Tod mit 95 Jahren, zusammen gelebt haben, waren wir immer Urlaubsbetreuung für die Hunde für Freunde und die meine Mutter kannte und vor denen sie keine Angst hatte. Seit wir jetzt nur noch ein 2 Generationen Haushalt sind und ich jetzt auch in Rente bin, haben wir vor über 2 Jahren einen HSH Mix aus dem Tierschutz adoptiert. Von vorne herein haben wir entschieden, entweder einer von uns bleibt daheim, wenn Urlaubszeit ist oder Lilly kommt mit. Sowas funktioniert halt am besten, wenn ein guter Familienzusammenhalt besteht und der Hund auch Teil der Familie ist. Bei den modernen Kleinfamilien ist es wesentlich schwieriger, eine adäquate Urlaubsbetreuung für das Haustier zu finden, da die anderen Familienmitglieder wie Eltern oder Geschwister oft nicht im näheren Umkreis wohnen und den Hund fast nicht kennen. Und wenn dann auch keine Freunde da sind, die als Betreuung einspringen können, dann kommt man auf so dumme Ideen wie im Tierheim abgeben. Ich persönlich kann das nicht verstehen, da ich ja beim Kauf bzw Adoption Verantwortung für ein Lebewesen übernehme und das nicht nur von Weihnachten bis Urlaub, sondern für den Rest des Lebens.