Ich würde ehrlich gesagt gar nicht so sehr in Distanzen denken. Dass ein Hund langsam und seinem individuellen Leistungsvermögen entsprechend aufgebaut werden sollte und für längere Touren gut trainiert sein muss, versteht sich für mich eigentlich von selbst.
Um die Fragen aus dem Eröffnungspost ein bisschen zu beantworten: Neo ist fünf Jahre alt und wiegt etwa 30 kg, Ivy ist ein Jahr alt und wiegt ungefähr 20 kg. Beide sind recht schlank, gut bemuskelt und körperlich fit. Ich achte generell darauf, dass meine Hunde insgesamt in einem guten körperlichen Zustand sind. Dazu gehören für mich natürlich auch eine gute Ernährung und regelmäßige Bewegung. Beide sind zwar Mischlinge, aber ich gehe schon davon aus, dass sie aufgrund ihrer Herkunft eher funktionale Hundetypen sind, bei denen Ausdauer und körperliche Leistungsfähigkeit durchaus eine Rolle spielen. Das merkt man ihnen mMn auch an.
Wir sind mit unseren Hunden zwei, drei oder auch mal acht Stunden unterwegs und kommen dabei schon mal an die 30 Kilometer heran. Im Urlaub hatten wir zb eine Tour mit etwa 1.400 Höhenmetern, die sich über den ganzen Tag erstreckt hat, allerdings mit großzügigen Pausen. Unsere Touren sind eigentlich täglich recht lang, und die Hunde sind solche Unternehmungen entsprechend gewohnt.
Ich finde es allerdings wichtig, zu unterscheiden zwischen einer langen Wanderung und einer sportlichen Leistung unter Wettkampfbedingungen. Wir gehen halt nicht los, um eine bestimmte Zeit einzuhalten, eine bestimmte Leistung zu erreichen oder möglichst schnell ans Ziel zu kommen. Wir verbringen einfach Zeit in der Natur und genießen das gemeinsam.
Und da sehe ich einen wesentlichen Unterschied. Sobald ein Wettkampfgedanke dahintersteht, muss man finde ich schon eher kritisch hinterfragen, ob der eigene Ehrgeiz möglicherweise dazu führt, dass man den Hund über seine Grenzen bringt. Bei einer Wanderung kann ich dagegen jederzeit das Tempo herausnehmen, längere Pausen machen oder die Tour abbrechen.
Ich kenne meine Hunde sehr gut und kann ihre Körpersprache und ihr Verhalten entsprechend einschätzen. Natürlich achte ich darauf, wie sie sich bewegen, wie sie sich verhalten und ob sie Anzeichen von Erschöpfung zeigen. Aber ich sehe bei unseren langen Wanderungen grundsätzlich kein gesundheitliches Problem, nur weil wir viele Stunden oder auch viele Kilometer unterwegs sind.
Ich denke also, dass nicht allein die Distanz entscheidend ist, sondern vielmehr die Art und Weise, wie man unterwegs ist, die individuelle Belastbarkeit des Hundes und vor allem, ob der menschliche Ehrgeiz im Vordergrund steht oder das gemeinsame Erleben.