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Katrin
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 417
heute 14:40

Toxische Hundebubble?

Wir alle hier haben eins gemeinsam, wir lieben Hunde. Wir wollen ihnen ein glückliches und tolles Leben bieten und eine schöne gemeinsame Zeit haben. Gleichzeitig erlebe ich zunehmend das es in der Hundebubble immer schlimmer zugeht. Ganz egal um welches Thema es geht es wird zum Teil verbal aufeinander eingedroschen. Während man von Angesicht zu Angesicht eher einen gemäßigten Ton einschlägt eskaliert es in Foren/ auf social media umso mehr. Meinungen treffen auf wissenschaftliche Fakten, eigene Erfahrungen werden als das einzig wahre angesehen und neue Ideen und Erkenntnisse als Blödsinn abgetan usw. So individuell wie wir Menschen und unsere Hunde sind so individuell sind die einzelnen Geschichten die jeder von uns zu verschieden Themen zu erzählen hat. Wenn wir alle diesen Geschichten offen lauschen würden könnten wir sicher vieles von einander lernen. Stattdessen führen wir Glaubenskriege über Trainingsmethoden, Ernährung, Gesundheit bis hin zur richtigen Leine, Halsband/Geschirr uvm. Haben wir verlernt wie man richtig mit unseren Mitmenschen umgeht? Wie man Kritik äußert und auch richtig annehmen kann? Wie man sachlich diskutiert ohne mit den moralischen Zeigefinger auf andere zu zeigen? Wenn ja was sagt das über uns als Hundehalter aus? Wenn wir nichtmal mehr vernünftig mit unseren Mitmenschen reden oder umgehen können, wie soll einem das dann beim Hund gelingen? Wenn die eigene Impulskontrolle und Frustrationstoleranz schon beim verfassen eines Kommentars vesagt, wie läuft das dann in einer echten herausfordernden Situation ab? Mich würden eure Meinungen und Erfahrungen und Gedanken dazu interessieren, egal ob im echten Leben oder Online. Empfindet ihr es ähnlich wie ich? Liebe Grüße Katrin J. Wie immer bitte höflich bleiben😊
 
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Unikum
heute 13:03
Was mir grad noch einfiel: wenn wir auf dem Gassigang andere Halter treffen, kommt man ja doch hier und da mal ins Gespräch, teilweise auch in der Gruppe. Da hat man dann das Gefühl „oh, ein anregender Austausch“ oder „naja, die Gedankengänge sind jetzt nicht so mein Fall“… und da dreht man sich bei letzterem auch eher um und geht. Wahrscheinlich wünscht man sich noch höflich nen schönen Tag. Und beim nächsten Treffen nickt man freundlich und sieht zu, dass man weiterkommt…😬 Aber da kommt niemand drauf (oder höchst selten), sich festzubeißen und das Gegenüber wohlmöglich sogar noch zu beschimpfen oder persönlich beleidigend zu werden. Wieso fällt uns das Umdrehen & Weggehen elektronisch so schwer…?🤔
Wegen der Anonymität und fehlenden Konsequenzen.
 
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Marion
heute 13:41
Was mir grad noch einfiel: wenn wir auf dem Gassigang andere Halter treffen, kommt man ja doch hier und da mal ins Gespräch, teilweise auch in der Gruppe. Da hat man dann das Gefühl „oh, ein anregender Austausch“ oder „naja, die Gedankengänge sind jetzt nicht so mein Fall“… und da dreht man sich bei letzterem auch eher um und geht. Wahrscheinlich wünscht man sich noch höflich nen schönen Tag. Und beim nächsten Treffen nickt man freundlich und sieht zu, dass man weiterkommt…😬 Aber da kommt niemand drauf (oder höchst selten), sich festzubeißen und das Gegenüber wohlmöglich sogar noch zu beschimpfen oder persönlich beleidigend zu werden. Wieso fällt uns das Umdrehen & Weggehen elektronisch so schwer…?🤔
Da habe ich bedauerlicherweise andere Erfahrungen gemacht. Im "realen Leben" habe ich tatsächlich so viele negative Erlebnisse gehabt, dass sie mich nachhaltig sehr geprägt haben.

Ich bin bis heute sprachlos, wie viel Feindseligkeit ich von anderen Hundehaltern im ersten Lebensjahr meines Hundes erfuhr.
Ich fing an, Angst vor den Spaziergängen zu entwickeln, weil ich nur darauf wartete, wieder angeschrien oder beleidigt zu werden. Im Übrigen stets wegen Kleinigkeiten, bspw. weil ich keinen Leinenkontakt wollte oder mein damals pubertäter Junghund zu aufgeregt war, um Sitz zu machen.

Habe sehr an meiner Einstellung und Körperhaltung gearbeitet, sodass ich solchen Leuten keine Beachtung mehr schenke und nicht mehr an mich ranlasse. Musste auch feststellen, dass eine gewisse Ausstrahlung durchaus dafür sorgt, dass Leute ihren Kommentar für sich behalten und stattdessen weitergehen.

Ich habe es auch schon mehrfach erlebt, dass mein Hund sich super verhielt und ein anderer Hund in der Nähe Fehlverhalten zeigte und dann eine fremde Person zu mir kommt, um mir zu sagen wie brav mein Hund ist und wie schlecht der andere. Das finde ich nicht gut.

Ich gehe niemanden an, der eine andere Meinung hat und für seinen Hund andere Wege gefunden hat - weder online noch "draußen". Und ich erwarte dasselbe auch von anderen.
 
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Ivonne
heute 13:44
Stimmt..ich habe z.B. schon in mehreren Anläufen versucht, Partner für private Socialwalks/Trainings zu finden. Über den ersten Versuch ging es meist nicht hinaus..Nicht wegen der Hunde, sondern weil die Gespräche diplomatisches Geschick erforderten oder auch weil der Hund tatsächlich der einzige gemeinsame Nenner mit dem Menschen war. Das ist sehr anstrengend und fällt bei einer echten Begegnung viel direkter und deutlicher auf, als in einem schriftlichen, anonymen Austausch in einem Forum.
Och also das ist bei mir anders...ich hab mich schon mit vielen getroffen..sogar mit unserer lieben Threatstellerin, weil meine Ma da zufällig in der Nähe wohnt☺️
 
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Ivonne
heute 13:46
Ich glaub, es weiß einfach jeder besser als der andere...jeder will der sein ders weiß. Aber wie du schon sagst Katrin, wir sind individuell, genauso unsere Hunde und genauso die Situationen.
 
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Steffi
heute 13:51
Och also das ist bei mir anders...ich hab mich schon mit vielen getroffen..sogar mit unserer lieben Threatstellerin, weil meine Ma da zufällig in der Nähe wohnt☺️
Das gibt mir Zuversicht 😃
 
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Ivonne
heute 14:02
Das gibt mir Zuversicht 😃
Oh und ich glaub du wohnst in der Nähe meiner Patentante 🤣🤣
 
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Petra
heute 14:40
Ich verfolge diesen Thread von Beginn an als stille Leserin, ebenso wie den "Ursprungsthread" von Sonja P vor dessen Löschung.
Es finden sich in diesem Thread hier viele sehr treffende Analysen zu den Auswirkungen relativer Anonymität, zur Bedeutung von Öffentlichkeit sowie zu fehlenden Konsequenzen und Dynamik von polarisierender Diskussion bzw. Polemik (von der in meinen Augen erratischen Moderation des dogorama-Teams einmal abgesehen).

Was mir an der Stelle besonders wichtig ist: Wir alle sollten uns angewöhnen, vor dem Absenden eines Beitrags – vor allem als Reaktion auf als unangemessen empfundene Kommentare – kurz innezuhalten und durchzuatmen. Atme und dann denke!

Die sogenannte „Hunde-Bubble“ ist ein Spiegel der vielen Bubbles, in denen wir uns täglich bewegen – vom kleinen alltäglichen bis hinein ins Weltgeschehen.

Meine Hypothese wäre: sie alle sind auch Ausdruck einer Selbstbehauptungsstrategie in einer zunehmend orientierungslosen Welt, in der einfache Gut-und-Böse-Muster Halt geben sollen.

Umso wichtiger wird es da für mich, Vielfalt und Gleichzeitigkeit von Perspektiven, Lösungen und Wegen zu erhalten.