Ich habe in den letzten 2 Wochen viel darüber nachgedacht, was hier eigentlich passiert ist – vor allem in meinem Thread „Ist es wirklich undenkbar, mit Hunden so umzugehen, wie sie es verdienen?“ und in diesem, in dem sich die Dynamik rund um meinen mittlerweile gelöschten Thread auf einer anderen Ebene fortgesetzt hat.
Ich habe Fehler gemacht. Ich wollte unbedingt verstanden werden, habe sehr klar und aus Überzeugung argumentiert – und dabei andere Perspektiven zu schnell bewertet. Ich war stellenweise dogmatisch, habe Missverständnisse zu spät erkannt oder nicht aufgeklärt und auf vermeintliche Angriffe emotional reagiert. Auch meine Rückkehr unter anderem Namen war ein Fehler. Dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten entschuldigen.
Gleichzeitig habe ich erlebt, wie schnell Diskussionen kippen können: Wenn sich der Fokus von Inhalten („Welche Methode ist sinnvoll?“) auf Personen oder Deutungen („Wie wird hier diskutiert?“) verschiebt. Wenn dadurch Haltungen stärker in den Vordergrund rücken als Argumente. Wenn sich Lager bilden und aus einem fachlichen Austausch eine Identitätsfrage wird. Dann verselbstständigen sich Dynamiken – und es geht irgendwann weniger um das Thema als darum, auf welcher Seite man steht.
Für mich war und ist das sehr belastend. Persönlich adressiert und bewertet zu werden geht nicht spurlos an einem vorbei – jedenfalls nicht an mir.
Es geht mir nicht um Schuldzuweisungen. Ich glaube, wir alle wurden irgendwann von der Dynamik getragen – und ich sehe meinen eigenen Anteil daran sehr deutlich.
Ein Gedanke lässt mich nicht los:
Kann es sein, dass sich in solchen Diskussionen irgendwann beide Seiten gegenseitig als die „Störenden“ wahrnehmen? Dass jede Gruppe das Gefühl hat, die andere wolle bewusst provozieren oder dominieren – während sich gleichzeitig beide unverstanden fühlen?
Vielleicht lohnt es sich für uns alle – mich ausdrücklich eingeschlossen – sensibler dafür zu werden, wann und warum eine Diskussion von der Sachebene auf die persönliche Ebene rutscht. Und sich dann bewusst für Deeskalation zu entscheiden.
Das nehme ich für mich aus dieser Erfahrung mit.
Ich versuche mal zu erklären, wie ich die Dinge wahrgenommen habe, danach deaktiviere ich das "Abonniert" - Sternchen, weil ich keine Kapazitäten mehr für das habe (n will), was hier passiert (ist).
Wenn ich in der Vergangenheit einen Thread entdeckte, dessen Thema ich interessant fand oder ich dachte, dass ich dem/der Fragesteller/in möglicherweise helfen kann, dann habe ich fragen gestellt, um die Situation besser zu verstehen und dann möglicherweise im weiteren Verlauf eine mögliche Lösung für das Problem anzubieten.
Aber so weit kam es nie.
Schon nach wenigen Kommentaren tauchtest du auf, fuhrst mir über den Mund und vermitteltest nach außen, dass ich keine Ahnung habe und sowieso ein Tierquäler bin, wenn ich es nicht genauso lösen würde, wie du es dann wortreich beschrieben hast.
Für mich war da sofort Schluss. Jede Lust verloren. Da es nicht meine Fragen und meine Probleme waren, die besprochen wurden, konnte ich mich auch einfach zurück ziehen und meine Zeit anderweitig nutzen.
Relativ zu Beginn dieses Threads hat aber Julia etwas beschrieben, was mit auch oft aufgefallen ist und inzwischen auch von mehreren Leuten berichtet wurde: dein unbedingter Wille, verstanden zu werden, hat dazu geführt, dass andere sich verletzt und gemobbt gefühlt haben, dass sie sich nicht mehr getraut haben, hier etwas zu schreiben oder sich sogar ganz gelöscht haben.
Was ich mir von dir und auch den anderen, die Julia in dem vom mir angesprochenen Kommentar deinen Freundeskreis genannt hat, wünschen würde ist, dass ihr annehmt, dass viele Menschen durchaus verstehen, was ihr sagt und welche Ideologie ihr vertretet, sich selber dieser aber nicht anschließen möchten. Und das ist okay und rechtlich in Ordnung. Punkt.
Ich persönlich habe bisher keinen Kommentar gelesen, der anprangert, wenn jemand bedürfnisorientiert oder rein positiv arbeitet und dem Menschen, der das tut, vorwirft, seinen Hund zu quälen, unfair zu sein und sein Vertrauen täglich neu zu verlieren.
Alle, die aber nicht so arbeiten und leben möchten, wurden in der Vergangenheit aber von ein paar Leuten hier so dargestellt. Ich habe mal ein paar Threads durchscrollt und gesehen, dass du einen Großteil, wenn nicht sogar alle deine als unangenehm empfundenen Kommentare gelöscht hast. Aber ich habe mal die Antwort auf so einen deiner Kommentare hier angehängt, um nochmal zu zeigen, wie verbale Maßregelungen sich angefühlt haben.
Wie ich dir schon persönlich geschrieben habe, als du dich - was ich wirklich toll fand - bei mir persönlich entschuldigt hast, ist mir sehr wohl klar, dass diese Ideologie einen positiven Antrieb hat, Hunde schützen und ihnen das bestmögliche Leben ermöglichen zu wollen, aber die sich fanatisch anfühlende Suche nach Verhaltensweisen im Umgang mit Hunden, die das nicht sicher stellen, hat vielleicht mehr mit dem Menschen dahinter und seinen Erfahrungen zu tun, als mit dem Thema an sich. Ich weiß es nicht.