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Katrin
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 390
heute 07:56

Toxische Hundebubble?

Wir alle hier haben eins gemeinsam, wir lieben Hunde. Wir wollen ihnen ein glückliches und tolles Leben bieten und eine schöne gemeinsame Zeit haben. Gleichzeitig erlebe ich zunehmend das es in der Hundebubble immer schlimmer zugeht. Ganz egal um welches Thema es geht es wird zum Teil verbal aufeinander eingedroschen. Während man von Angesicht zu Angesicht eher einen gemäßigten Ton einschlägt eskaliert es in Foren/ auf social media umso mehr. Meinungen treffen auf wissenschaftliche Fakten, eigene Erfahrungen werden als das einzig wahre angesehen und neue Ideen und Erkenntnisse als Blödsinn abgetan usw. So individuell wie wir Menschen und unsere Hunde sind so individuell sind die einzelnen Geschichten die jeder von uns zu verschieden Themen zu erzählen hat. Wenn wir alle diesen Geschichten offen lauschen würden könnten wir sicher vieles von einander lernen. Stattdessen führen wir Glaubenskriege über Trainingsmethoden, Ernährung, Gesundheit bis hin zur richtigen Leine, Halsband/Geschirr uvm. Haben wir verlernt wie man richtig mit unseren Mitmenschen umgeht? Wie man Kritik äußert und auch richtig annehmen kann? Wie man sachlich diskutiert ohne mit den moralischen Zeigefinger auf andere zu zeigen? Wenn ja was sagt das über uns als Hundehalter aus? Wenn wir nichtmal mehr vernünftig mit unseren Mitmenschen reden oder umgehen können, wie soll einem das dann beim Hund gelingen? Wenn die eigene Impulskontrolle und Frustrationstoleranz schon beim verfassen eines Kommentars vesagt, wie läuft das dann in einer echten herausfordernden Situation ab? Mich würden eure Meinungen und Erfahrungen und Gedanken dazu interessieren, egal ob im echten Leben oder Online. Empfindet ihr es ähnlich wie ich? Liebe Grüße Katrin J. Wie immer bitte höflich bleiben😊
 
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Carola
13. Feb. 21:54
Die Wortwahl und der Ausdruck ist sicherlich nicht immer diplomatisch gewählt, aber es ist auch nicht alles so ganz in den Wind zu schlagen. Aber wir müssen ja nicht bei allen Themen einer Meinung sein.
Genauso! für mich sind teilweise die Argumente von beiden Seiten nachvollziehbar und aus meiner Sicht auch berechtigt. Man kann ja auch unterschiedlicher Meinung sein- wie langweilig wäre sonst die Welt- solange es nicht zu merkwürdigen Unterstellungen und Beleidigungen kommt.
 
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Katja
13. Feb. 23:10
Genauso! für mich sind teilweise die Argumente von beiden Seiten nachvollziehbar und aus meiner Sicht auch berechtigt. Man kann ja auch unterschiedlicher Meinung sein- wie langweilig wäre sonst die Welt- solange es nicht zu merkwürdigen Unterstellungen und Beleidigungen kommt.
Also für mich hat die ganze Diskussion um die Jagd doch mal wieder einige sehr erhellende Argumente gehabt und ich hab auch so einiges Neues aus verschiedensten Quellen gelernt! 😀
Und vieles, was dort an Populismus einfach so in den Raum gestellt wird, kann man echt nicht einfach so stehenlassen in einem Forum, wo ja doch recht viele still mitlesen.

Danke euch jedenfalls für eure zeitweise auch sehr rege Beteiligung! 😀
Das lässt mich den Glauben an zivilisieren Austausch auch gegenteiliger Meinungen nicht ganz verlieren…
 
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Kathrin
14. Feb. 06:01
Da kann ich nur zustimmen...LG aus Bernau bei Berlin
 
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Vic
14. Feb. 06:22
Wenn man online schreibt ist man alleine, geschützt, mutig und manchmal arrogant. Aber wäre man vor der Person würde man vorsichtiger sein. Gut das bei Dogorama man hart durchgreift somit bleibt vieles ruhig. Es gibt manche die aufhören weil sie sich beleidigt fühlen aber das sind wenige. Man soll immer Respekt zeigen. Wir haben alle unsere eigene Erfahrungen aber sind immer noch keine Profis. Also auf der Erde bleiben.
 
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Dagmar
14. Feb. 14:32
Du hast leider sehr Recht. Der Egoismus nimmt zu, wie bei manchen Hundehalter auch bei Menschen ohne Tier. Aber nicht nur online. Man erlebt es auch im täglichen Leben, viele reagieren aggressiv, wenn es nicht nach ihren Vorstellungen geht.
 
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Sonja
16. Feb. 23:27
Ich habe in den letzten 2 Wochen viel darüber nachgedacht, was hier eigentlich passiert ist – vor allem in meinem Thread „Ist es wirklich undenkbar, mit Hunden so umzugehen, wie sie es verdienen?“ und in diesem, in dem sich die Dynamik rund um meinen mittlerweile gelöschten Thread auf einer anderen Ebene fortgesetzt hat.

Ich habe Fehler gemacht. Ich wollte unbedingt verstanden werden, habe sehr klar und aus Überzeugung argumentiert – und dabei andere Perspektiven zu schnell bewertet. Ich war stellenweise dogmatisch, habe Missverständnisse zu spät erkannt oder nicht aufgeklärt und auf vermeintliche Angriffe emotional reagiert. Auch meine Rückkehr unter anderem Namen war ein Fehler. Dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten entschuldigen.

Gleichzeitig habe ich erlebt, wie schnell Diskussionen kippen können: Wenn sich der Fokus von Inhalten („Welche Methode ist sinnvoll?“) auf Personen oder Deutungen („Wie wird hier diskutiert?“) verschiebt. Wenn dadurch Haltungen stärker in den Vordergrund rücken als Argumente. Wenn sich Lager bilden und aus einem fachlichen Austausch eine Identitätsfrage wird. Dann verselbstständigen sich Dynamiken – und es geht irgendwann weniger um das Thema als darum, auf welcher Seite man steht.

Für mich war und ist das sehr belastend. Persönlich adressiert und bewertet zu werden geht nicht spurlos an einem vorbei – jedenfalls nicht an mir.

Es geht mir nicht um Schuldzuweisungen. Ich glaube, wir alle wurden irgendwann von der Dynamik getragen – und ich sehe meinen eigenen Anteil daran sehr deutlich.

Ein Gedanke lässt mich nicht los:
Kann es sein, dass sich in solchen Diskussionen irgendwann beide Seiten gegenseitig als die „Störenden“ wahrnehmen? Dass jede Gruppe das Gefühl hat, die andere wolle bewusst provozieren oder dominieren – während sich gleichzeitig beide unverstanden fühlen?

Vielleicht lohnt es sich für uns alle – mich ausdrücklich eingeschlossen – sensibler dafür zu werden, wann und warum eine Diskussion von der Sachebene auf die persönliche Ebene rutscht. Und sich dann bewusst für Deeskalation zu entscheiden.

Das nehme ich für mich aus dieser Erfahrung mit.
 
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Svenja
heute 05:22
Ich habe in den letzten 2 Wochen viel darüber nachgedacht, was hier eigentlich passiert ist – vor allem in meinem Thread „Ist es wirklich undenkbar, mit Hunden so umzugehen, wie sie es verdienen?“ und in diesem, in dem sich die Dynamik rund um meinen mittlerweile gelöschten Thread auf einer anderen Ebene fortgesetzt hat. Ich habe Fehler gemacht. Ich wollte unbedingt verstanden werden, habe sehr klar und aus Überzeugung argumentiert – und dabei andere Perspektiven zu schnell bewertet. Ich war stellenweise dogmatisch, habe Missverständnisse zu spät erkannt oder nicht aufgeklärt und auf vermeintliche Angriffe emotional reagiert. Auch meine Rückkehr unter anderem Namen war ein Fehler. Dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten entschuldigen. Gleichzeitig habe ich erlebt, wie schnell Diskussionen kippen können: Wenn sich der Fokus von Inhalten („Welche Methode ist sinnvoll?“) auf Personen oder Deutungen („Wie wird hier diskutiert?“) verschiebt. Wenn dadurch Haltungen stärker in den Vordergrund rücken als Argumente. Wenn sich Lager bilden und aus einem fachlichen Austausch eine Identitätsfrage wird. Dann verselbstständigen sich Dynamiken – und es geht irgendwann weniger um das Thema als darum, auf welcher Seite man steht. Für mich war und ist das sehr belastend. Persönlich adressiert und bewertet zu werden geht nicht spurlos an einem vorbei – jedenfalls nicht an mir. Es geht mir nicht um Schuldzuweisungen. Ich glaube, wir alle wurden irgendwann von der Dynamik getragen – und ich sehe meinen eigenen Anteil daran sehr deutlich. Ein Gedanke lässt mich nicht los: Kann es sein, dass sich in solchen Diskussionen irgendwann beide Seiten gegenseitig als die „Störenden“ wahrnehmen? Dass jede Gruppe das Gefühl hat, die andere wolle bewusst provozieren oder dominieren – während sich gleichzeitig beide unverstanden fühlen? Vielleicht lohnt es sich für uns alle – mich ausdrücklich eingeschlossen – sensibler dafür zu werden, wann und warum eine Diskussion von der Sachebene auf die persönliche Ebene rutscht. Und sich dann bewusst für Deeskalation zu entscheiden. Das nehme ich für mich aus dieser Erfahrung mit.
Ich versuche mal zu erklären, wie ich die Dinge wahrgenommen habe, danach deaktiviere ich das "Abonniert" - Sternchen, weil ich keine Kapazitäten mehr für das habe (n will), was hier passiert (ist).

Wenn ich in der Vergangenheit einen Thread entdeckte, dessen Thema ich interessant fand oder ich dachte, dass ich dem/der Fragesteller/in möglicherweise helfen kann, dann habe ich fragen gestellt, um die Situation besser zu verstehen und dann möglicherweise im weiteren Verlauf eine mögliche Lösung für das Problem anzubieten.
Aber so weit kam es nie.
Schon nach wenigen Kommentaren tauchtest du auf, fuhrst mir über den Mund und vermitteltest nach außen, dass ich keine Ahnung habe und sowieso ein Tierquäler bin, wenn ich es nicht genauso lösen würde, wie du es dann wortreich beschrieben hast.
Für mich war da sofort Schluss. Jede Lust verloren. Da es nicht meine Fragen und meine Probleme waren, die besprochen wurden, konnte ich mich auch einfach zurück ziehen und meine Zeit anderweitig nutzen.

Relativ zu Beginn dieses Threads hat aber Julia etwas beschrieben, was mit auch oft aufgefallen ist und inzwischen auch von mehreren Leuten berichtet wurde: dein unbedingter Wille, verstanden zu werden, hat dazu geführt, dass andere sich verletzt und gemobbt gefühlt haben, dass sie sich nicht mehr getraut haben, hier etwas zu schreiben oder sich sogar ganz gelöscht haben.
Was ich mir von dir und auch den anderen, die Julia in dem vom mir angesprochenen Kommentar deinen Freundeskreis genannt hat, wünschen würde ist, dass ihr annehmt, dass viele Menschen durchaus verstehen, was ihr sagt und welche Ideologie ihr vertretet, sich selber dieser aber nicht anschließen möchten. Und das ist okay und rechtlich in Ordnung. Punkt.
Ich persönlich habe bisher keinen Kommentar gelesen, der anprangert, wenn jemand bedürfnisorientiert oder rein positiv arbeitet und dem Menschen, der das tut, vorwirft, seinen Hund zu quälen, unfair zu sein und sein Vertrauen täglich neu zu verlieren.
Alle, die aber nicht so arbeiten und leben möchten, wurden in der Vergangenheit aber von ein paar Leuten hier so dargestellt. Ich habe mal ein paar Threads durchscrollt und gesehen, dass du einen Großteil, wenn nicht sogar alle deine als unangenehm empfundenen Kommentare gelöscht hast. Aber ich habe mal die Antwort auf so einen deiner Kommentare hier angehängt, um nochmal zu zeigen, wie verbale Maßregelungen sich angefühlt haben.

Wie ich dir schon persönlich geschrieben habe, als du dich - was ich wirklich toll fand - bei mir persönlich entschuldigt hast, ist mir sehr wohl klar, dass diese Ideologie einen positiven Antrieb hat, Hunde schützen und ihnen das bestmögliche Leben ermöglichen zu wollen, aber die sich fanatisch anfühlende Suche nach Verhaltensweisen im Umgang mit Hunden, die das nicht sicher stellen, hat vielleicht mehr mit dem Menschen dahinter und seinen Erfahrungen zu tun, als mit dem Thema an sich. Ich weiß es nicht.
 
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Tim
heute 06:52
Ihr liefert gerade den Existenzgrund für diesen Thread selbst ab 🥱 geht doch einfach woanders spielen 😉
 
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Katrin
heute 07:14
Hey Sonja, toll das du deine Auszeit genutzt hast um drüber nachzudenken.

Das Threadthema spukte schon ne ganze Weile in meinem Kopf rum denn in der Online Hundebubble knallt es aus meiner Sicht immer öfter. Einen großen Anteil daran hat sicherlich auch die Art wie wir schreiben bzw lesen.

Ein Problem das ich oft sehe ist die Lagerbildung. Ganz egal bei welchem Thema. Die Gruppendynamik zB beim Thema Zucht vs TS auf Instagram. Das war tatsächlich das Thema wo ich dachte meine Fresse was stimmt denn mit der Hundeszene nicht mehr das man angefeindet wird weil man sich für einen Hund vom Züchter entschieden hat. Das war doch mal anders. Durch das ganze toxische Verhalten verliert man denke ich das wichtigste komplett aus den Augen, den Menschen und das Tier als individuelle Wesen mit eigenen Gefühlen, Wissen, Erfahrungen und Bedürfnissen. Verschiedene Ansichten zu haben sind nichts schlimmes. Unterschiedliche Meinungen bedeutet nicht automatisch das einer falsch liegen muss. Ich hoffe die online Hundebubble bekommt das echt nochmal in den Griff.

Ein miteinander auskommen wäre schöner wie ein aufeinander schriftlich einprügeln.
 
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Steffi
heute 07:56
Wir leben in einer Zeit, die in vielfältiger Weise beängstigend ist bzw. sein kann und das wirkt sich auf die Menschen und die Kommunikation aus. Sowohl im privaten, als auch im beruflichen Umfeld und insbesondere auch auf Socialmedia beobachte ich, dass Konflikte viel schneller entstehen aufgrund einer kollektiven Dünnhäutigkeit.
Passt auf euch auf, aber auch auf eure Mitmenschen. Nicht alles, was geschrieben oder gesagt wird, ist toxisch oder muss in diese Schublade gestopft werden. Der Begriff wird m.E. mittlerweile etwas inflationär benutzt.
Was bedeutet das in Bezug auf unsere Bubble hier für mich? Ich versuche, weniger zu werten und zu deuten und überlege mir genau, was ich schreibe und auch ob ich schreibe. Die Löschfunktion ist im diesem Zusammenhang auch ganz hilfreich. Gestern habe ich z.B. in einem Thread über Reiseübelkeit auf einen Kommentar geantwortet, den ich extrem unempathisch empfunden habe. Ich habe das dann wieder gelöscht..Was ich empfunden habe, war wahrscheinlich nicht so gemeint oder nur anders ausgedrückt, als ich es tun würde.