Home / Forum / Spaß & Tratsch / Toxische Hundebubble?

Verfasser-Bild
Katrin
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 422
heute 21:46

Toxische Hundebubble?

Wir alle hier haben eins gemeinsam, wir lieben Hunde. Wir wollen ihnen ein glückliches und tolles Leben bieten und eine schöne gemeinsame Zeit haben. Gleichzeitig erlebe ich zunehmend das es in der Hundebubble immer schlimmer zugeht. Ganz egal um welches Thema es geht es wird zum Teil verbal aufeinander eingedroschen. Während man von Angesicht zu Angesicht eher einen gemäßigten Ton einschlägt eskaliert es in Foren/ auf social media umso mehr. Meinungen treffen auf wissenschaftliche Fakten, eigene Erfahrungen werden als das einzig wahre angesehen und neue Ideen und Erkenntnisse als Blödsinn abgetan usw. So individuell wie wir Menschen und unsere Hunde sind so individuell sind die einzelnen Geschichten die jeder von uns zu verschieden Themen zu erzählen hat. Wenn wir alle diesen Geschichten offen lauschen würden könnten wir sicher vieles von einander lernen. Stattdessen führen wir Glaubenskriege über Trainingsmethoden, Ernährung, Gesundheit bis hin zur richtigen Leine, Halsband/Geschirr uvm. Haben wir verlernt wie man richtig mit unseren Mitmenschen umgeht? Wie man Kritik äußert und auch richtig annehmen kann? Wie man sachlich diskutiert ohne mit den moralischen Zeigefinger auf andere zu zeigen? Wenn ja was sagt das über uns als Hundehalter aus? Wenn wir nichtmal mehr vernünftig mit unseren Mitmenschen reden oder umgehen können, wie soll einem das dann beim Hund gelingen? Wenn die eigene Impulskontrolle und Frustrationstoleranz schon beim verfassen eines Kommentars vesagt, wie läuft das dann in einer echten herausfordernden Situation ab? Mich würden eure Meinungen und Erfahrungen und Gedanken dazu interessieren, egal ob im echten Leben oder Online. Empfindet ihr es ähnlich wie ich? Liebe Grüße Katrin J. Wie immer bitte höflich bleiben😊
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sylvia
2. Feb. 20:17
Ich glaube wir hatten schon mal ein Thread zum Thema Genetik? Oder lieg ich da falsch? 😄
Das war wohl vor meiner Zeit. Oder ich habe ihn nicht mitbekommen
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Jörg
2. Feb. 20:17
Wer möchte denn mal einen Thread zu dem Thema eröffnen? 😁
Gibt es schon.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Celine
2. Feb. 20:18
Ich verstehe schon was du meinst. Und respektiere das auch dennoch muss man sich generell mal immer die Frage stellen ob Tierhaltung nicht grundsätzlich egoistisch ist. Das fängt bei Fischen an, geht weiter über Vögel, Katzen, Hund, Pferd usw. ich glaub es gibt da keine pauschal sondern kommt auf den Karakter des Tieres an. Klar ist es nicht Ratsam einen Kangal im 5 Stock in einer Einzimmerwohnung zu halten. Aber wenn der Karakter des Hundes es her gibt spricht eigentlich auch nichts dagegen. Es kommt halt immer auf das Tier an. Das wäre jetzt auch nicht richtig wenn man sagen würde ein Border Collie wird nur froh wenn er eine Herde zum Hüten hat. Das ist einfach eine pauschale die nicht generell anwendbar ist.
Natürlich ist jeder Hund ein Individuum aber wir dürfen den Charakter nicht mit der Genetik verwechseln. Der Charakter entscheidet, ob ein Hund eher mutig oder vorsichtig ist, die Genetik aber bestimmt seinen Werkzeugkasten und seine Bedürfnisse.

Ein Border Collie muss heute keine Schafe mehr hüten, um glücklich zu sein, da gebe ich dir recht. Aber er braucht eine Aufgabe, die seine Genetik (das schnelle Reagieren, das Fixieren, die Zusammenarbeit) anspricht. Wenn er diese Energie nicht kanalisiert bekommt, sucht er sich selbst ein Ventil und das ist dann meistens das Problem.

Zu sagen ‚Wenn der Charakter es hergibt, passt der Kangal auch in den 5. Stock‘, halte ich für einen riskanten Trugschluss. Ein Herdenschutzhund ist genetisch darauf programmiert, Territorien zu sichern und Fremdes kritisch zu beäugen. Ihn in ein Umfeld zu zwingen, in dem er alle 2 Minuten im Treppenhaus oder auf dem Gehweg auf Fremde trifft, bedeutet für das Tier Dauerstress.

Das hat dann nichts mehr mit seinem individuellen Charakter zu tun, sondern damit, dass wir ihn in eine Situation bringen, die gegen sein biologisches Programm arbeitet. Wahre Intuition bedeutet für mich, das Tier vor solchen Situationen zu schützen, statt zu hoffen, dass sein Charakter die genetischen Defizite des Umfelds schon irgendwie ausbügeln wird
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Carola
2. Feb. 20:21
Das bringt es leider ziemlich genau auf den Punkt. Dass man für das Aussprechen biologischer Realitäten sogar gesperrt wird, zeigt, wie sehr sich manche in der Bubble von der Realität entfernt haben. Man will glauben, dass man alles in der Hand hat, wenn man nur hart genug arbeitet. Aber einen Hund gegen seine Genetik verbiegen zu wollen, ist kein Training, sondern das Ignorieren seiner Seele.. Da bin ich ganz bei dir..mir fällt es auch schwer bei dem Thema
Ja das finde ich auch beachtlich! Da wird von 2% Genen geredet und wenn man mal bedenkt dass z.B beim Menschen ein einziges Gen welches defekt ist, unglaubliche Auswirkungen haben kann. Man denke nur an Trisomie, Mukoviszidose, tuberöse sklerose und da liegt der Fehler ja nur auf einem einzigen Gen. Und dann hängt es ja sogar noch davon ab wo im Gen der Fehler oder Defekt liegt. Davon hängen nämlich die Auswirkungen ab.
Da kann mir keiner erzählen dass 2% Genabweichung keine Auswirkung haben.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Celine
2. Feb. 20:21
Das war wohl vor meiner Zeit. Oder ich habe ihn nicht mitbekommen
Das ist auf jeden fall schon ein weilchen her. Vielleicht gibt es den auch gar nicht mehr🫣
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Carola
2. Feb. 20:24
Das ist auf jeden fall schon ein weilchen her. Vielleicht gibt es den auch gar nicht mehr🫣
Hoffentlich! Er war einfach nur gruselig
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sylvia
2. Feb. 20:25
Das ist auf jeden fall schon ein weilchen her. Vielleicht gibt es den auch gar nicht mehr🫣
Ja dann… mal wieder neu aufwärmen und umrühren..
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Michi
2. Feb. 20:26
Hoffentlich! Er war einfach nur gruselig
Ich erinnere mich auch nicht mehr daran, kann mir aber vorstellen, dass ich mich da beteiligt habe 😄
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Jörg
2. Feb. 20:26
Natürlich ist jeder Hund ein Individuum aber wir dürfen den Charakter nicht mit der Genetik verwechseln. Der Charakter entscheidet, ob ein Hund eher mutig oder vorsichtig ist, die Genetik aber bestimmt seinen Werkzeugkasten und seine Bedürfnisse. Ein Border Collie muss heute keine Schafe mehr hüten, um glücklich zu sein, da gebe ich dir recht. Aber er braucht eine Aufgabe, die seine Genetik (das schnelle Reagieren, das Fixieren, die Zusammenarbeit) anspricht. Wenn er diese Energie nicht kanalisiert bekommt, sucht er sich selbst ein Ventil und das ist dann meistens das Problem. Zu sagen ‚Wenn der Charakter es hergibt, passt der Kangal auch in den 5. Stock‘, halte ich für einen riskanten Trugschluss. Ein Herdenschutzhund ist genetisch darauf programmiert, Territorien zu sichern und Fremdes kritisch zu beäugen. Ihn in ein Umfeld zu zwingen, in dem er alle 2 Minuten im Treppenhaus oder auf dem Gehweg auf Fremde trifft, bedeutet für das Tier Dauerstress. Das hat dann nichts mehr mit seinem individuellen Charakter zu tun, sondern damit, dass wir ihn in eine Situation bringen, die gegen sein biologisches Programm arbeitet. Wahre Intuition bedeutet für mich, das Tier vor solchen Situationen zu schützen, statt zu hoffen, dass sein Charakter die genetischen Defizite des Umfelds schon irgendwie ausbügeln wird
Jeder Haushund wird eigentlich gegen seine Biologie gehalten. Ich glaube nicht das ein CC halter es Klasse finden würde wenn sein Hund den Besuch nicht rein lässt, genauso wird ein Jagd Hunde Halter bestimmt nicht begeistert sein wenn sein Hund auf eigene Faust jagen geht. Das was du ansprichst ist der Trieb eines Hundes und an denen muss man mit jedem Hund arbeiten das er sie nicht selbst ständig auslebt.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Celine
2. Feb. 20:27
Ich muss hier noch mal ein klares Statement zur Verantwortung nachschieben (erst heute wieder ein aktuelles Thema erlebt und mein größter Triggerpunkt) Es ist für mich schlichtweg verantwortungslos, bestimmte Rassen in ein Umfeld zu pressen, das ihrer Genetik komplett widerspricht. Ein Hund, dessen Instinkt auf Weite, Schutz oder eigenständiges Arbeiten ausgelegt ist, gehört nicht in einen Großstadt Plattenbau. Da nützt auch die beste Erdung oder die meiste Liebe nichts, das ist ein Kampf gegen die Natur des Tieres, den am Ende immer der Hund verliert. Die Toxizität entsteht oft dort, wo Menschen ihren persönlichen Wunsch (Ich will aber genau diese Rasse) über die Bedürfnisse des Hundes stellen. Wenn der Hund dann in der Enge der Stadt rassetypisch reagiert und zum Problem wird, wird online oft nur über Trainingsmethoden gestritten. Aber die eigentliche Frage stellt keiner: Darf man das dem Hund überhaupt antun? Wahre Intuition und Respekt vor dem Lebewesen fangen für mich damit an, einzusehen, wo meine Möglichkeiten enden. Alles andere ist Egoismus auf Kosten des Tierwohls.
Ich schaue mir unglaublich gerne Videos an, in denen man diese Rassen bei ihrer eigentlichen Bestimmung sieht. Wenn man beobachtet, wie ein Kangal völlig autark über Kilometer hinweg seine Herde durch unwegsames Gelände begleitet, instinktiv Gefahren erkennt und mit einer unfassbaren inneren Ruhe und Kraft agiert, das ist einfach nur beeindruckend.

Oder Border Collies, die bei der Arbeit an der Herde eins werden mit ihrer Aufgabe, jede kleinste Bewegung scannen und diese unfassbare Genetik ausleben. Da sieht man erst, was für eine Perfektion in diesen Tieren steckt. Das zu beobachten, ist für mich pures Dopamin und zeigt mir, wie großartig diese Hunde eigentlich sind.
Ich finde, wir schulden diesen Rassen den Respekt ihre Genetik nicht als ‚erziehbar‘ kleinzureden, sondern anzuerkennen, für welche Freiheit und Aufgabe sie eigentlich geschaffen wurden.