Schwierig das so pauschal zu bewerten, genau so könnte man fragen ob es in Ordnung mit einem Husky in Deutschland zu bleiben während der Sommer Monate oder mit einem Hund mit wenig Unterfell im Winter in Deutschland zu verbringen. Oder ist Tierhaltung nicht generell irgendwie was egoistisches?
Natürlich kann man alles ins Extreme ziehen aber mir geht es hier nicht um die Außentemperatur, sondern um das Wesen und den Zweck, für den diese Hunde über Jahrhunderte selektiert wurden.
Ein Husky im deutschen Sommer hat es warm, ja aber ein Herdenschutzhund oder ein Malinois in einem engen Plattenbau leidet nicht an der Temperatur, sondern an einer mentalen (ich nenne es mal) Verstümmelung seiner Instinkte. Ein Hund, der dafür gemacht ist, autark 500 Schafe zu schützen, kann in einer engen Stadtwohnung nicht einfach nur der beiläufige Familienhund sein. Das ist der Unterschied zwischen physischem Unbehagen (Wetter) und psychischer Fehlplatzierung.
Und ja, Tierhaltung hat immer einen egoistischen Anteil. Aber es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen dem Egoismus, einem Lebewesen ein Zuhause zu geben, das seinen Bedürfnissen entspricht und dem Egoismus, ein hochspezialisiertes ‚Arbeitstier‘ als Accessoire/ Status in ein Umfeld zu zwingen, in dem es zwangsläufig zum Problemfall werden muss.
Wahre Intuition bedeutet für mich, die eigenen Grenzen zu kennen. Wer das als ‚pauschal‘ abtut, ignoriert meiner Meinung nach die Realität in unseren Tierheimen, die sind nämlich voll mit genau diesen Rassen, die in der Stadt ‚plötzlich‘ rassetypisches Verhalten gezeigt haben.
Ich habe die Dobermannhündin, die in Berlin aufgewachsen ist, nämlich NICHT wieder in diese Stadt vermittelt. Die kam nach Brandenburg mit Haus und Garten.