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Katrin
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 427
heute 01:33

Toxische Hundebubble?

Wir alle hier haben eins gemeinsam, wir lieben Hunde. Wir wollen ihnen ein glückliches und tolles Leben bieten und eine schöne gemeinsame Zeit haben. Gleichzeitig erlebe ich zunehmend das es in der Hundebubble immer schlimmer zugeht. Ganz egal um welches Thema es geht es wird zum Teil verbal aufeinander eingedroschen. Während man von Angesicht zu Angesicht eher einen gemäßigten Ton einschlägt eskaliert es in Foren/ auf social media umso mehr. Meinungen treffen auf wissenschaftliche Fakten, eigene Erfahrungen werden als das einzig wahre angesehen und neue Ideen und Erkenntnisse als Blödsinn abgetan usw. So individuell wie wir Menschen und unsere Hunde sind so individuell sind die einzelnen Geschichten die jeder von uns zu verschieden Themen zu erzählen hat. Wenn wir alle diesen Geschichten offen lauschen würden könnten wir sicher vieles von einander lernen. Stattdessen führen wir Glaubenskriege über Trainingsmethoden, Ernährung, Gesundheit bis hin zur richtigen Leine, Halsband/Geschirr uvm. Haben wir verlernt wie man richtig mit unseren Mitmenschen umgeht? Wie man Kritik äußert und auch richtig annehmen kann? Wie man sachlich diskutiert ohne mit den moralischen Zeigefinger auf andere zu zeigen? Wenn ja was sagt das über uns als Hundehalter aus? Wenn wir nichtmal mehr vernünftig mit unseren Mitmenschen reden oder umgehen können, wie soll einem das dann beim Hund gelingen? Wenn die eigene Impulskontrolle und Frustrationstoleranz schon beim verfassen eines Kommentars vesagt, wie läuft das dann in einer echten herausfordernden Situation ab? Mich würden eure Meinungen und Erfahrungen und Gedanken dazu interessieren, egal ob im echten Leben oder Online. Empfindet ihr es ähnlich wie ich? Liebe Grüße Katrin J. Wie immer bitte höflich bleiben😊
 
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Arinka
2. Feb. 16:55
Mal ein Beispiel von mir aus der gegenüberliegenden Perspektive:
Auf meinem Grundstück steht ein Hundezwinger. Was glaubt ihr, wie ich deswegen schon angefeindet wurde?

Keiner fragt, ob mein Hund dort viel lieber auf mich wartet als im geschlossenen Haus.
Keiner fragt, wie lange mein Hund dort drin ist.
Keiner fragt nach der Ausstattung des Zwingers und Freilaufs.
Es wird einfach drauf gehauen.
Aber da muss man, wenn man überzeugt ist im Sinne des Hundes zu handeln, drüber stehen. Das hat mich noch nie belastet, weil ich weiß dass meine Hunde immer glücklich sind/waren.

Menschen die so etwas nah an sich ran lassen, sind leider oft ein gefundenes Fressen, gerade in der Anonymität des Internets.
 
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Carola
2. Feb. 17:01
Ich denke dass jeder seine Triggerpunkte hat. Frage ist nur wie geht man damit um.
Bei mir sind es nun mal Homöopathie, Wurmkur, Zeckenschutz und Impfung. Da muss ich mich manchmal auch zusammenreißen aber meistens schreibe ich lieber nichts. Oftmals schreibe ich dann als Selbstdarsteller aus der Ich-Perspektive dann greift man zumindestens niemanden direkt an.
Am Ende kann man manchmal nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen, was da geschrieben wird. Letzten Endes hat man aber dennoch keinen Einfluss sondern kann nur versuchen ein wenig Einsicht zu erreichen.
Es schont die Nerven ungemein in bestimmten Themen gar nicht erst zu lesen dann regt man sich auch nicht auf.
 
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Katrin
2. Feb. 17:40
Was mich aber nach wie vor beschäftigt ist die Sache mit dem Tierwohl und wo Übergriffigkeit anfängt und wo sie aufhört…?🤔 Das Beispiel, dass jemand seinem Hund eben nicht die absolute First-Class-Behandlung angedeihen lässt (weil er es nicht will oder vielleicht auch nicht kann. Egal)… oder eben auch an alternative Behandlungsmethoden glaubt (die damit in SEINER Welt eben richtig sind). Ich denke für mich da eben nicht, dass ich das Recht habe, ihm z.B. den Hund dann wegzunehmen und beim Tierarzt meines Vertrauens behandeln zu lassen… selbst wenn es um das Tierwohl geht! Nur mal hypothetisch: wenn’s ganz blöd läuft, hat mein Tierarzt auch nen schlechten Tag und am Schluss stirbt der Hund durch blöde Umstände während der konventionellen/spitzenmässigen Behandlung. Wo ist da jetzt das Tierwohl… und vor allen Dingen: wer hatte Recht? Ich ziehe für mich persönlich eigentlich die klare Grenze da, wo‘s illegal wird. Damit wird‘s dann für mich auch in sofern einfach, dass ich was irgendwo melden kann, das dann überprüft wird und es bei wirklichem Verstoß Konsequenzen gibt. Mögen die mir nun gefallen oder nicht. Aber das ist dann meiner Meinung nach ein Problem der jeweiligen Regelung und des damit verbundenen Strafmaßes -> wenn ich was anderes haben möchte, dann muss ich eben in die Politik gehen oder mich anderweitig engagieren & das ändern… aber nicht wild rumschimpfen. Davon hat keiner was! Was ich natürlich immer tun kann, ist hingehen und nachfragen warum wieso weshalb… und dabei besser verstehen und vielleicht doch versuchen einen Ansatzpunkt zu finden, die andere Meinung zu ändern. Deswegen fand ich den Thread vor nicht allzu langer Zeit ziemlich gut: Argumente für eine Ernährungsberatung bei einem Hund mit Allergien… die zuständigen Tierärzte hatten interessante Ansätze und der Hund wurde immer weniger!😳… und es wurde explizit nach Argumenten für die Halterin gefragt. Aber, was wenn der Hundehalter danach immer noch nach seiner Farcon glücklich werden möchte? Muss ich ihm das in einer Gesellschaft der Meinungsfreiheit nicht zugestehen? Und leider auch, wenn es sich um einen anderes Lebewesen handelt…? Daher also meine Frage: wo zieht ihr da für euch die Grenze und warum? Oder gehört das jetzt nicht hierher (Katrin, bitte Rückmeldung!😀)? Ich denke aber schon, da es meiner Meinung nach die Basis für die Frage toxisch oder nicht ist…
Gute Frage. Ich bewerte das für mich tatsächlich jedesmal neu. Jeder Fall ist individuell mit ganz vielen Punkten über Hund oder Halter die man nicht kennt.

Jeder definiert doch für sich ab wann was als übegriffig empfunden wird. Ein freundliches Ansprechen auf ein Thema (zB Übergewicht beim Hund) kann dann schon für manche zuviel sein.
 
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Sebbi
2. Feb. 17:48
Ich denke dass jeder seine Triggerpunkte hat. Frage ist nur wie geht man damit um. Bei mir sind es nun mal Homöopathie, Wurmkur, Zeckenschutz und Impfung. Da muss ich mich manchmal auch zusammenreißen aber meistens schreibe ich lieber nichts. Oftmals schreibe ich dann als Selbstdarsteller aus der Ich-Perspektive dann greift man zumindestens niemanden direkt an. Am Ende kann man manchmal nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen, was da geschrieben wird. Letzten Endes hat man aber dennoch keinen Einfluss sondern kann nur versuchen ein wenig Einsicht zu erreichen. Es schont die Nerven ungemein in bestimmten Themen gar nicht erst zu lesen dann regt man sich auch nicht auf.
Hehe,
danke für die Info. Jetzt weiß ich wie ich dich schön ärgern kann oder gar zur Weißglut bringe☝🏼

🤣😂🤣



🤭😇
 
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Lena
2. Feb. 18:03
Was mich aber nach wie vor beschäftigt ist die Sache mit dem Tierwohl und wo Übergriffigkeit anfängt und wo sie aufhört…?🤔 Das Beispiel, dass jemand seinem Hund eben nicht die absolute First-Class-Behandlung angedeihen lässt (weil er es nicht will oder vielleicht auch nicht kann. Egal)… oder eben auch an alternative Behandlungsmethoden glaubt (die damit in SEINER Welt eben richtig sind). Ich denke für mich da eben nicht, dass ich das Recht habe, ihm z.B. den Hund dann wegzunehmen und beim Tierarzt meines Vertrauens behandeln zu lassen… selbst wenn es um das Tierwohl geht! Nur mal hypothetisch: wenn’s ganz blöd läuft, hat mein Tierarzt auch nen schlechten Tag und am Schluss stirbt der Hund durch blöde Umstände während der konventionellen/spitzenmässigen Behandlung. Wo ist da jetzt das Tierwohl… und vor allen Dingen: wer hatte Recht? Ich ziehe für mich persönlich eigentlich die klare Grenze da, wo‘s illegal wird. Damit wird‘s dann für mich auch in sofern einfach, dass ich was irgendwo melden kann, das dann überprüft wird und es bei wirklichem Verstoß Konsequenzen gibt. Mögen die mir nun gefallen oder nicht. Aber das ist dann meiner Meinung nach ein Problem der jeweiligen Regelung und des damit verbundenen Strafmaßes -> wenn ich was anderes haben möchte, dann muss ich eben in die Politik gehen oder mich anderweitig engagieren & das ändern… aber nicht wild rumschimpfen. Davon hat keiner was! Was ich natürlich immer tun kann, ist hingehen und nachfragen warum wieso weshalb… und dabei besser verstehen und vielleicht doch versuchen einen Ansatzpunkt zu finden, die andere Meinung zu ändern. Deswegen fand ich den Thread vor nicht allzu langer Zeit ziemlich gut: Argumente für eine Ernährungsberatung bei einem Hund mit Allergien… die zuständigen Tierärzte hatten interessante Ansätze und der Hund wurde immer weniger!😳… und es wurde explizit nach Argumenten für die Halterin gefragt. Aber, was wenn der Hundehalter danach immer noch nach seiner Farcon glücklich werden möchte? Muss ich ihm das in einer Gesellschaft der Meinungsfreiheit nicht zugestehen? Und leider auch, wenn es sich um einen anderes Lebewesen handelt…? Daher also meine Frage: wo zieht ihr da für euch die Grenze und warum? Oder gehört das jetzt nicht hierher (Katrin, bitte Rückmeldung!😀)? Ich denke aber schon, da es meiner Meinung nach die Basis für die Frage toxisch oder nicht ist…
Für mich gilt dieselbe Grenze, wenn es illegal wird, dann ist Schluss.

Alles andere nur bei ehrlichen Interesse oder im grundsätzlichen Austausch, aber niemals als einzig richtig und der andere würde es falsch machen (das finde ich nämlich übergriffig).

Für mich habe ich die Lehre nicht nur beim Thema „Hund“, sondern auch insbesondere bei persönlichen/familiären Themen gezogen. Sowohl online als auch offline.

Was Leute teils denken, kommentieren und besonders werten zu dürfen 🙈
 
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Carola
2. Feb. 18:05
Hehe, danke für die Info. Jetzt weiß ich wie ich dich schön ärgern kann oder gar zur Weißglut bringe☝🏼 🤣😂🤣 🤭😇
Kannste ja mal versuchen 🤪😈😁
 
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P.
2. Feb. 18:28
Das ist bestimmt ein Spagat, ein oder mehrere Personen zu finden, die deinen Bedürfnissen entsprechen, auf persönlicher Ebene matchen und im besten Fall auch Hundesachverstand mitbringen. Ich lese so gern von Dir, Sunny und wie gut es bei Euch läuft 👌👋
Das Schwierige ist, dass es Assistenten gibt, die denken, dass sie die Methode verstanden haben, wenn ich sie erklärt habe, aber in Wirklichkeit stellen sie sich was anderes darunter vor. Naja, die bedürfnisorientierte Erziehungsmethode ist ja auch sehr komplex... Genau wie meine Gesamtsituation, die sich nicht in 1/2 Sätzen schreiben lässt um die ganzen Zusammenhänge vielleicht nachvollziehen zu können... mal davon abgesehen wäre es auch off-topic. Aber danke für die lieben Worte.
 
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P.
2. Feb. 18:32
Das ist bestimmt ein Spagat, ein oder mehrere Personen zu finden, die deinen Bedürfnissen entsprechen, auf persönlicher Ebene matchen und im besten Fall auch Hundesachverstand mitbringen. Ich lese so gern von Dir, Sunny und wie gut es bei Euch läuft 👌👋
PS: Manche wollen es aber auch nicht verstehen, weil sie noch in den veralteten Erziehungsmethoden stecken und leider auch nicht offen sind oder keinen Zugang zu der Komplexität haben.
 
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Momo
2. Feb. 18:39
Mal ein Beispiel von mir aus der gegenüberliegenden Perspektive: Auf meinem Grundstück steht ein Hundezwinger. Was glaubt ihr, wie ich deswegen schon angefeindet wurde? Keiner fragt, ob mein Hund dort viel lieber auf mich wartet als im geschlossenen Haus. Keiner fragt, wie lange mein Hund dort drin ist. Keiner fragt nach der Ausstattung des Zwingers und Freilaufs. Es wird einfach drauf gehauen. Aber da muss man, wenn man überzeugt ist im Sinne des Hundes zu handeln, drüber stehen. Das hat mich noch nie belastet, weil ich weiß dass meine Hunde immer glücklich sind/waren. Menschen die so etwas nah an sich ran lassen, sind leider oft ein gefundenes Fressen, gerade in der Anonymität des Internets.
Das ist ein gutes Beispiel, auch das du sagst das dich die negativen Aussagen nicht belasten weil du merkst im Sinne des Hundes gehandelt zu haben.
(Ist ja auch etwas seltsam das man die Hunde heute manchmal in kleine geschlossene Boxen einsperrt und sich dann über einen Zwinger aufregt. Allerdings muss man auch da die Hintergründe kennen).
 
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Celine
2. Feb. 19:30
Ich muss hier noch mal ein klares Statement zur Verantwortung nachschieben (erst heute wieder ein aktuelles Thema erlebt und mein größter Triggerpunkt) Es ist für mich schlichtweg verantwortungslos, bestimmte Rassen in ein Umfeld zu pressen, das ihrer Genetik komplett widerspricht.

Ein Hund, dessen Instinkt auf Weite, Schutz oder eigenständiges Arbeiten ausgelegt ist, gehört nicht in einen Großstadt Plattenbau. Da nützt auch die beste Erdung oder die meiste Liebe nichts, das ist ein Kampf gegen die Natur des Tieres, den am Ende immer der Hund verliert.

Die Toxizität entsteht oft dort, wo Menschen ihren persönlichen Wunsch (Ich will aber genau diese Rasse) über die Bedürfnisse des Hundes stellen. Wenn der Hund dann in der Enge der Stadt rassetypisch reagiert und zum Problem wird, wird online oft nur über Trainingsmethoden gestritten. Aber die eigentliche Frage stellt keiner: Darf man das dem Hund überhaupt antun? Wahre Intuition und Respekt vor dem Lebewesen fangen für mich damit an, einzusehen, wo meine Möglichkeiten enden. Alles andere ist Egoismus auf Kosten des Tierwohls.