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Katrin
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 422
heute 21:46

Toxische Hundebubble?

Wir alle hier haben eins gemeinsam, wir lieben Hunde. Wir wollen ihnen ein glückliches und tolles Leben bieten und eine schöne gemeinsame Zeit haben. Gleichzeitig erlebe ich zunehmend das es in der Hundebubble immer schlimmer zugeht. Ganz egal um welches Thema es geht es wird zum Teil verbal aufeinander eingedroschen. Während man von Angesicht zu Angesicht eher einen gemäßigten Ton einschlägt eskaliert es in Foren/ auf social media umso mehr. Meinungen treffen auf wissenschaftliche Fakten, eigene Erfahrungen werden als das einzig wahre angesehen und neue Ideen und Erkenntnisse als Blödsinn abgetan usw. So individuell wie wir Menschen und unsere Hunde sind so individuell sind die einzelnen Geschichten die jeder von uns zu verschieden Themen zu erzählen hat. Wenn wir alle diesen Geschichten offen lauschen würden könnten wir sicher vieles von einander lernen. Stattdessen führen wir Glaubenskriege über Trainingsmethoden, Ernährung, Gesundheit bis hin zur richtigen Leine, Halsband/Geschirr uvm. Haben wir verlernt wie man richtig mit unseren Mitmenschen umgeht? Wie man Kritik äußert und auch richtig annehmen kann? Wie man sachlich diskutiert ohne mit den moralischen Zeigefinger auf andere zu zeigen? Wenn ja was sagt das über uns als Hundehalter aus? Wenn wir nichtmal mehr vernünftig mit unseren Mitmenschen reden oder umgehen können, wie soll einem das dann beim Hund gelingen? Wenn die eigene Impulskontrolle und Frustrationstoleranz schon beim verfassen eines Kommentars vesagt, wie läuft das dann in einer echten herausfordernden Situation ab? Mich würden eure Meinungen und Erfahrungen und Gedanken dazu interessieren, egal ob im echten Leben oder Online. Empfindet ihr es ähnlich wie ich? Liebe Grüße Katrin J. Wie immer bitte höflich bleiben😊
 
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Sebbi
1. Feb. 08:01
Liebe Katrin,
du triffst den Nagel auf den Kopf. Besonders erschreckend finde ich, wie viele diese „Online-Immunität“ schamlos ausnutzen. Hinter dem Bildschirm wird verbal auf alles eingedroschen, was nicht der eigenen Ideologie entspricht – ein Verhalten, das sich diese Leute im echten Leben von Angesicht zu Angesicht niemals trauen würden.

Besonders bei den selbsternannten „Supertrainern“ und militanten Tierschützern sieht man das oft: Wer nicht exakt deren Schiene fährt, den Beitrag hinterfragt oder kritisch betrachtet, wird sofort moralisch hingerichtet.
Diese Arroganz, die eigene Meinung als die einzige Wahrheit zu verkaufen, vergiftet die ganze Community.

Dein Vergleich mit der Impulskontrolle ist dabei ein Volltreffer.
Es ist schon ironisch: Man will anderen vorschreiben, wie sie ihren Hund zu führen haben, aber scheitert selbst schon an der Beherrschung beim Tippen eines Kommentars.
Wer online so entgleist, zeigt eigentlich nur, dass es mit der eigenen Souveränität nicht weit her ist.

Toll, dass du den Mut hast und das mal so deutlich ansprichst!
👍🏼
 
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Arinka
1. Feb. 08:03
Es liegt wohl tatsächlich zum Teil daran, dass die Leute sich so anonym "trauen".
Als ich vor 40 Jahren meinen ersten Hund hatte, kaufte man sich ein Buch oder fragte mal im Hundeverein um Rat.

Teilweise ist es aber auch erschreckend, was so alles im Internet gefragt wird, statt einfach mal den gesunden Menschenverstand einzuschalten.

Und dann ist noch die Frage, wie man auf etwas reagiert. Wenn ich eine unangemessene Antwort bekomme, tangiert mich das einfach nicht. Ich kann das gut ignorieren.
 
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Steffi
1. Feb. 08:05
Ja, das stimmt. Präventionsangebote und soziale Aufarbeitung hinken der digitalen Entwicklung hinterher – das ist kein Geheimnis. Die Dynamik digitaler Medien ist schlicht schneller, als Strukturen sich anpassen können. Gleichzeitig erlebe ich durchaus, dass eine Sensibilisierung stattfindet. Im Bildungsbereich ist das Thema mittlerweile deutlich präsenter, auch beim Lehrpersonal. Oft fehlt noch das konkrete Handwerkszeug oder die Sicherheit im Umgang, aber das Bewusstsein ist da und das ist ein entscheidender erster Schritt. Ich glaube deshalb nicht, dass alles stagniert. Im Gegenteil, je mehr Menschen - auch Eltern - aufmerksam machen, benennen, einordnen, desto größer wird der Druck, Prävention und Aufklärung weiterzuentwickeln. Gesellschaftliche Lernprozesse sind gemeinhin langsam, aber sie passieren. Und sie beginnen eben fast immer mit Wahrnehmung, Benennung und Dialog ☺️
Das ist gut zu lesen, vielleicht passiert etwas im Hintergrund, was ich als Mutter nicht so wahrnehme. Mein Sohn wird im Sommer 15 und ich finde die Situation besorgniserregend. Wir geben als Eltern unser Bestes, um bei der Einordnung vieler Aspekte zu helfen, stoßen aber an unsere Grenzen.
 
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SandrA
1. Feb. 08:13
Das ist gut zu lesen, vielleicht passiert etwas im Hintergrund, was ich als Mutter nicht so wahrnehme. Mein Sohn wird im Sommer 15 und ich finde die Situation besorgniserregend. Wir geben als Eltern unser Bestes, um bei der Einordnung vieler Aspekte zu helfen, stoßen aber an unsere Grenzen.
Fühle ich total.
Als Eltern hat man aber mE schon etwas sehr bedeutendes beigetragen, wenn man immer wieder sagt: Wir sehen das, wir erleben die Auswirkungen, nehmen es ernst und wir brauchen mehr Unterstützung.
Wenn diese Erfahrungen wieder und wieder benannt werden, kann der Druck erhöht werden, damit sich auf struktureller Ebene etwas weiterentwickeln kann.
 
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Katrin
1. Feb. 08:38
Also das überrascht mich jetzt. Ich bin nicht immer Katrins Meinung, aber ich erlebe sie alles andere als intolerant, im Gegenteil, sie ist für mein Empfinden eine der sehr klar Denkenden, die bei ihrer Meinung bleibt, ohne diese mit dem verbalen Baseballschläger zu verteidigen.
🤗
 
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Selina
1. Feb. 08:53
Ich habe hier auch eine Lektion gelernt und werde nie wieder einen Thread eröffnen und mich fertig machen lassen. Zum Glück wurde die schlimmste Person offensichtlich verwarnt und ist weg. Nie wieder
Das kenne ich, mein Thread damals war auch emotional geladen, aber es hielt sich gerade noch an der Grenze. Meine DMs dagegen - huiii - eine Beleidigung nach der anderen und von Sachlichkeit weit und breit kein Sehen. Den Thread habe ich daraufhin geschlossen.

Eigentlich schade, wenn man bedenkt, dass sich unter den Threads auch Leute befinden, die an einem sachlichen Austausch / Hilfestellung interessiert sind und Zeit investieren.
 
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Das
1. Feb. 08:59
Die heutige Menschheit verfällt immer mehr in extremen, in nahezu allen Dingen.
 
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Carola
1. Feb. 09:20
Die heutige Menschheit verfällt immer mehr in extremen, in nahezu allen Dingen.
Ich denke Extreme gab es schon immer und wenn man sich in der Geschichte umschaut wird man viele finden.
Was sich geändert hat ist, dass durch Social Media jeder Verrückte auch ein Publikum findet. Dazu kommt aus meiner Sicht eine Enthemmung durch die Anonymität. Manche lassen einfach ihren Frust den sie im wahren Leben nicht bearbeiten können dann halt auf irgendwelchen Social Media Plattformen ungefiltert raus.
Schönes Beispiel ist wieder mal dieser Thread wo es um die Straftat an einem Hund ging. Da bricht sich Empörung bahn die völlig unverhältnismäßig ist. Da werden Gewaltfantasien ungefiltert ausgek***zt und macht die Kommentatoren zu nichts besserem als den Täter.
Leider passiert das auch bei-nun sagen wir mal eher banalen- Themen und das finde ich schon besorgniserregend.
Man muss nicht beleidigend werden wenn man über Futter, Leinenführung, Hundeerziehung und so weiter anderer Meinung ist. Man kann ja seine Meinung kundtun aber man muss niemanden beleidigen.
 
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Diana
1. Feb. 09:45
Alles was guttut und nützlich ist darf mitgenommen werden . Alles andere lässt man am Besten , ohne dem Energie zu geben , kommentarlos links liegen , denn es ist Verschwendung von der eigenen Lebenszeit .
Ändern wird sich sowieso nichts .

Ich war noch nie auf Facebook, tiktok, insta und co und ich bin mir ziemlich sicher , nichts oder nicht viel verpasst zu haben .
Das wahre Leben findet immer noch draußen statt . Noch ………….

Danke für den Thread . Da fühlt man sich gleich nicht mehr so allein . 😅
 
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Sebbi
1. Feb. 10:22
Ich denke Extreme gab es schon immer und wenn man sich in der Geschichte umschaut wird man viele finden. Was sich geändert hat ist, dass durch Social Media jeder Verrückte auch ein Publikum findet. Dazu kommt aus meiner Sicht eine Enthemmung durch die Anonymität. Manche lassen einfach ihren Frust den sie im wahren Leben nicht bearbeiten können dann halt auf irgendwelchen Social Media Plattformen ungefiltert raus. Schönes Beispiel ist wieder mal dieser Thread wo es um die Straftat an einem Hund ging. Da bricht sich Empörung bahn die völlig unverhältnismäßig ist. Da werden Gewaltfantasien ungefiltert ausgek***zt und macht die Kommentatoren zu nichts besserem als den Täter. Leider passiert das auch bei-nun sagen wir mal eher banalen- Themen und das finde ich schon besorgniserregend. Man muss nicht beleidigend werden wenn man über Futter, Leinenführung, Hundeerziehung und so weiter anderer Meinung ist. Man kann ja seine Meinung kundtun aber man muss niemanden beleidigen.
Es gibt leider viele, die in alles einen persönlichen Angriff hineininterpretieren.

Hypothetisches Beispiel:
‚Ich finde es nicht gut, wenn man seine Gassirunden dauerhaft mit der Schleppleine absolviert.‘
Viele übersetzen das wie folgt:
‚Wie kann man seinen Hund ständig nur an der Schleppleine führen? Wenn ihr Ahnung von Hunden und Schleppleinen hättet, würdet ihr so etwas niemals tun!‘

Und schon kracht es.