Das finde ich sehr lehrreich, Danke!
Leider aber auch nicht korrekt. Die Aussage, daß Hybride nicht fruchtbar sind, ist falsch. Es gibt viele bekannte Beispiele, wie Maultier und Liger, wo das der Fall ist, aber das als grundlegendes Merkmal anzunehmen, ist ein Fehlschluss. Es wird sogar angenommen, daß fruchtbare Hybride einen wichtigen Faktor bei der Bildung neuer Arten ausmachen können. Es wird unterschieden zwischen interspezifischen Hybriden, also zwischen Arten, und intraspezifischen Hybride, also zwischen Unterarten. Interspezifische Hybride sind meist fruchtbar. Brauch man nicht zu studieren, findet man bereits bei Wiki.
Dass Wolf und Hund als gleiche Art anzusehen sind, ist nicht ganz unbestritten. Anfangs wurden sie als verschiedene Arten betrachtet. Der Artbegriff ist in der Biologie aber auch nicht immer trivial. Ein Artbegriff sagt aus, dass nachkommen fruchtbar sein müssen (Ernst Mayr). Das stammt aber noch aus einer Zeit vor genetischen Analysen. Hybride aus Wolf und Koyote sind zum Beispiel fruchtbar, aber verschiedene Arten. Hund und Wolf sind genetisch gesehen inzwischen soweit divergiert, dass es gesichert mindestens Unterarten sind, aber durchaus diskutiert wird, sie als verschiedene Arten zu betrachten. Früher, basierend auf Darwin und Lorenz, https://retrieverman.wordpress.com/2009/10/23/the-worst-theory-on-dog-origins) wurde ja angenommen, daß andere Canidae wie Schakal auch zu den Hunden beigetragen haben (https://www.saspublishers.com/media/articles/SJAVS_411472-475.pdf). kürzlich gab es eine genetische Untersuchung, die bestätigt hatte, daß der Hund vom Wolf abstammt, bzw ob andere Canidae eine Rolle spielen (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33122379, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29747566, https://www.scienceintheclassroom.org/research-papers/tell-tail-signs-dual-dog-domestication).
Die Aussage, daß Kreuzungen aus Hund und Wolf keine Hybride seien, ist also faktisch falsch, auch unter Berücksichtigung der modernen zoologischen Taxonomie.
/Klugscheiß-Modus aus
Die Diskussion zum Grad der Hybridiesierung in Deutschland und den tatsächlichen Anteil ausgesetzt domestizierter Hybriden ist schwierig. Es gibt wenige Untersuchungen, aber wissenschaftlich wird für Deutschland nur ein minimaler Grad der Hybridiesierung aufgezeigt. Mir fehlen hier Beweise oder klare Evidenz dafür, daß es ein reales Problem in Deutschland ist.
https://www.nature.com/articles/s41437-021-00429-6
"Genomweite Vergleiche mit eurasischen Wölfen belegen, dass die Wölfe in Deutschland abgesehen von geringen Spuren historischer Hybridisierungsereignisse keinen erhöhten Anteil an DNA von Haushunden im Genom tragen." (https://www.dbb-wolf.de/Wolfsmanagement/monitoring/genetische-untersuchungen)