Die gezielte Entnahme bezieht sich auf Einzeltiere, die auffällig geworden sind. Das ist ein riesiger Aufwand, rauszufinden, welcher Wolf jetzt genau betroffen ist. Was mir vorschwebt, ist eher eine gezielte Bejagung, mit einer geringen Pfote. So dass man die Rudel insgesamt von den Siedlungen weg treibt. Ähnlich wie beim Rotwild, wo Zonen ausgeschrieben sind, in den Rotwild erlaubt ist, Zonen, in denen das Durchziehen erlaubt ist und Zonen in denen Rotwild konsequent geschossen wird.
Das könnte man mit Wölfen auch so handhaben, dass man Zonen schafft, in denen Wölfe nur in Ausnahmen bejagt werden dürfen, Zonen in denen Wölfe nur begrenzt gejagt werden dürfen und Zonen in den Wölfe rigoros gejagt werden.
Selbstverständlich mit einem guten Monitoring und mit besser zusammenhängenden Flächen als beim Rotwild. Stichwort Habitat Fragmentierung, das Problem haben wir beim Rotwild, das müssen wir beim Wolf nicht forcieren.
Ich bin kein Fan davon, wie die Jagd entweder durch Jäger reguliert wird, oder durch Jagd Gegner. Beides sind keine guten Berater.
Vielen schwebt beim Wolf ein natürliches Gleichgewicht vor. Das Problem ist, dass wir nicht in einer natürlichen Umgebung leben. Und gerade in (dicht) besiedelten Bereichen, ist der Konflikt zwischen Mensch und Wolf vorprogrammiert. Deswegen muss man da besonders eingreifen. Gleichzeitig bin ich absolut dafür, naturnahe Bereiche zu schaffen, in denen der Wolf auch natürlich leben darf.
Weicht etwas ab vom Thema. Der Jagd voran geht, daß Wölfe keinerlei Anreize haben, in Siedlungsnähe zu kommen, also zu verhindern, daß sie ihr natürliches Verhalten verlieren und an Menschen habituieren, also gar nicht erst Problemwölfe und -rudel entstehen lassen. Hier muß zuerst auf konsequenten Herdenschutz gesetzt werden. Der hat sich in verschiedenen Regionen bewährt und gezeigt, daß weniger Weidetierrisse erfolgen, selbst wenn die Wolfspopulation größer wird. Im Gegenzug wurde in Frankreich festgestellt, daß eine Bejagung tatsächlich das Problem vergrößert hatte.
Zonen von rigoroser Bejagung halte ich aus vielen Gründen für eine sehr schlechte Idee. Nicht nur, dass es Rudelstrukturen stören wird und so zu mehr Problemen führt, ich fürchte auch, daß es dann öfter Hunde treffen wird.
Der Wolf hat sich in Deutschland inzwischen gut an die "Kulturlandschaft" in Deutschland angepasst. Aber deren Fragmentierterung zusammen mit der Mobilität lässt sich kaum mit einem Konzept unterschiedlicher Zonen vereinbaren. Bei dem Wild wurde die eingeschränkte Mobilität ja auch eher als Problem wegen verstärkten Wildfrass gesehen und es als positiver Einfluß der Präsenz von Wölfen gesehen, daß Wild sich wieder mehr bewegt.
Ich fürchte, daß Jäger nur sehr eingeschränkt und gezielt eingreifen sollten, da sie sonst Probleme hervorrufen oder verstärken.
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddi.13789
https://www.nature.com/articles/s41437-021-00429-6
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11494153/