Gezielte Entnahmen sind bereits möglich, momentan ist die Debatte um die Bejagung leider in Richtung, alles rigorous abknallen. Leider wird da seitens einiger lauter Jäger sehr komisch argumentiert. Nur das Beispiel Fuchs, als diese noch Tollwut hatten, wurden sie mit dieser Begründung bejagt. Nachdem Tollwut unter Kontrolle war, wird behauptet, daß sie nicht mehr natürlich reguliert werden und sie werden weiter bejagt mit Hinweis auf Artenschutz. Nun kommt der Wolf als Konkurrenz zu den Füchsen und soll auch bejagt werden. Am besten mit Welpenabschüssen da man ja bei Füchsen bereits so schön festgestellt hat, daß eine Bejagung der Welpen zu mehr Nachwuchs führt, man also mehr jagen kann. Dann wird sich beklagt, daß Deiche durch Kleintiere zerstört werden, daß es zu viel Wildfrass gibt, also auch hier regulieren, kontrollieren, sprich Jagen. Es wird Räude als natürlicher Regulator bei zu hoher Wolfs-- oder Fuchsdichte festgestellt, also mit dem Argument eines prophylaktischen Tierschutzes wird die Jagd wieder als Lösung genannt. Irgendwie denken mit Jäger nicht angemessen in komplexen System, wie es das Ökosystem nun einmal ist, sondern so gerade und linear, wie eine Kugel fliegt, mit genau so einem kurzen Zeitraum. Dabei verfangen sie sich in Zirkularitäten, bei denen die Jagd die Ursache eines Problems ist und gleichzeitig als Lösung verkauft wird.
Die gezielte Entnahme bezieht sich auf Einzeltiere, die auffällig geworden sind. Das ist ein riesiger Aufwand, rauszufinden, welcher Wolf jetzt genau betroffen ist. Was mir vorschwebt, ist eher eine gezielte Bejagung, mit einer geringen Pfote. So dass man die Rudel insgesamt von den Siedlungen weg treibt. Ähnlich wie beim Rotwild, wo Zonen ausgeschrieben sind, in den Rotwild erlaubt ist, Zonen, in denen das Durchziehen erlaubt ist und Zonen in denen Rotwild konsequent geschossen wird.
Das könnte man mit Wölfen auch so handhaben, dass man Zonen schafft, in denen Wölfe nur in Ausnahmen bejagt werden dürfen, Zonen in denen Wölfe nur begrenzt gejagt werden dürfen und Zonen in den Wölfe rigoros gejagt werden.
Selbstverständlich mit einem guten Monitoring und mit besser zusammenhängenden Flächen als beim Rotwild. Stichwort Habitat Fragmentierung, das Problem haben wir beim Rotwild, das müssen wir beim Wolf nicht forcieren.
Ich bin kein Fan davon, wie die Jagd entweder durch Jäger reguliert wird, oder durch Jagd Gegner. Beides sind keine guten Berater.
Vielen schwebt beim Wolf ein natürliches Gleichgewicht vor. Das Problem ist, dass wir nicht in einer natürlichen Umgebung leben. Und gerade in (dicht) besiedelten Bereichen, ist der Konflikt zwischen Mensch und Wolf vorprogrammiert. Deswegen muss man da besonders eingreifen. Gleichzeitig bin ich absolut dafür, naturnahe Bereiche zu schaffen, in denen der Wolf auch natürlich leben darf.