Home / Forum / Rasse-spezifisches / Qualzucht - Warum Aufklärung alleine nicht reicht

Verfasser-Bild
Katrin
Einleitungs-Beitrag
Anzahl der Antworten 3379
zuletzt 6. Juni

Qualzucht - Warum Aufklärung alleine nicht reicht

Noch nie wurde soviel Aufklärung betrieben wie heutzutage und trotzdem steigt die Anzahl an Qualzuchthunden. Durch Zufall bin ich auf einen Artikel gestoßen den ich hier gerne teilen möchte, quasi als Diskussionsgrundlage. https://kynologisch.net/qualzucht-psychologie-2/ Es ist etwas viel eröffnet einem aber eine neue Sicht auf das Problem und warum das durch einfaches Aufklären nicht lösbar ist. Mich würde interessieren ob diese Erklärung für euch nachvollziehbar ist? Welche Schlüsse ihr daraus zieht und ob sich eure Meinung über das halten von Qualzuchten dadurch ändert oder nicht? Wie immer bitte lieb und freundlich bleiben und bedenkt bitte das Qualzucht nicht nur brachyzephale Rassen betrifft. Liebe Grüße eure Katrin J. https://www.ardmediathek.de/video/story/leiden-auf-vier-pfoten-zuechten-wir-unsere-haustiere-kaputt/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNjQ4MTg
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sonja
6. Aug. 02:38
Ja, das wird das dilute Gen sein. Beides gab es vorher wahrscheinlich selten, weil die Mundpropaganda sich den Risiken bewusst war, wenn auch mit weniger Ahnung. Bei komischen Farben wurde die Nase gerümpft, die Zuchtverbände erkannten sie als "Fehler" (was bei ein paar verrutschten Abzeichen echt albern ist, aber bei solchen großen Themen schon Sinn hat) oder werteten sie schlechter (Merle kann man bei der Hütetätigkeit schlecht sehen). Klar, dass niemand einen "fehlerhaften" Hund wollte.
Heute gibt es tausende ehrlose Verbände denen eh alles egal ist außer das Geld, jeder will das Einzigartige, die Welt ist voll mit Egoisten, wo es früher eher einzelne waren. Es hieß mal "Wenn der Klügere immer nachgibt, regieren bald die Dummen die Welt" - es ist so weit.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sonja
6. Aug. 06:58
Ja leider ist es so,....🙄 die "verwasche Farbe" wie du sie beschreibst stammt in denn allermeisten Fällen durch das Dilute Gen. Einfach gesagt, das ist eine Genmutation welche Fellfarbe aufhellen, daher wird es auch Verdünner-Gen genannt. Diese Mutation führt dazu das Farbpigmente (Melanosomen) im Fell verklumppen was die Lichtabsorbtion verringert und dadurch die Farbe heller erscheinen lässt. (Also schwarz wird zu grau,braun zu beige etc.) Das Problem ist aber das diese Mutation häufig zu Haut- und/oder Fellproblemen bis hin zu ernsthaften chronische Krankheiten führt; beim Hund z.B. CDA.besonders wenn zwei "Dilute-Hunde" miteinander verpaart werden...Früher galten solche Farben, auch Merle, als Fehlfarben, mit Tiere die "seltsame Farben" hatten wurden nicht weitergezüchtet , (und noch früher wurden solche auch öfter nach Geburt getötet). Ich denke "instinktiv" wussten die Menschen damals das solche Farben "nicht normal " waren, obwohl Umstände/Ursachen und auch (mögliche ) Auswirkungen, also Krankheiten , nicht direkt damit in Verbindung gebracht wurde. Man muss gar nicht soweit zurückblicken, selbst in den 80er 90er war Genetik in vielen breichen unerforscht. Es ist erschreckend wie diese "Sonderfarben" und auch Merle mittlerweile in den Rassen/Mixen verbreitet sind, und dazu kommt ja auch noch das mindestens zwei Drittel dieser Tiere von "unseriösen Quellen" stammen. Also Vermehrer, Hinterhofzüchter, mal Welpen haben wollen Leute etc... Also "welpenproduzierer" die von Genetik Ursache und ( mögliche) gesundheitlichen Folgen mehr als keine Ahnung haben/ haben wollen. Mir selbst ist z.b. so einen Vermehrer bekannt; , die machen seit Jahren Geschäfte mit "Reinrassig ohne Papiere" Aussie und Border, respektive Aussie und Bordermixe. Die haben mehrere Merle "Zuchttiere" ( Hündinnen und intakte Rüden) , da wird nicht geguckt/kontroliert wer wen deckt, sondern sind immer zusammen auf der Grundstück, auch die Läufigen Hündinnen. Diese Vermehrer "prahlen" sogar das ihre Welpen aus "Natursprüngen" ( also "Ups" ) stammen. Ich will gar nicht genau wissen wieviele Doppelmerle so "produziert werden" ....Aber mir ist auch bekannt das überdurchschnittlich viele dieser Welpen nicht alt werden, und nach ein paar Jahren (oftmals zwischen 3 und 5) sterben. Nicht selten unter/durch unbekannte Ursachen. Manchmal ist es auch durch Epilepsie, da kenne ich persönlich einige die ihren Hund so verlohren haben, und diese Hunde stammten allesamt von diesem Vermehrer. .... Vetamt wurde auch schon öfter gemeldet,passiert ist bis heute nichts, einmal wurde von den Behörden auch gesagt/begründet: solange die , die Einnahmen durch "verkauf/Zucht" versteuern ist alles im grünen Bereich......🙄 Aber wie du schon geschrieben hast, diese "speziellen Farben" sind leider zum "Trend" geworden, . Hier gibt es viele Hunde und 99% der Hütehunde sind Merle, 9xy% der Frenchie, und Dackel sind "Sonderfarben"...Das alle dieser HH unwissend sind glaube ich kaum....Aber das "besondere" ist nach wie vor gefragt, egal ob beim Auto, Möbelstück, oder ebenn halt leider auch bei Hunden....
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Susa
7. Aug. 12:29
Ist schon verrückt, wie sich das gewandelt hat mit den Farben.
Früher wurden die Welpen mit "komischen" Farben umgebracht, heute wollen die alle haben.

Hab eben auf einer Seite einer Zucht gelesen, dass bei der deutschen Dogge manche sogar schon im Mutterleib sterben aufgrund der Farbe. (Harlekin Gen)
Und das Blue Merle/Grautiger früher oft getötet wurden wegen der Farbe.

https://doggen-irschener-winkel.de/zucht/grautiger

Eine Freundin von mir hat eine Blue Merle/Grautiger Deutsche Dogge. Einfach Merlegen soll ja eigentlich keine Nebenwirkungen haben, aber der Hund hat total viele Allergien/Unverträglichkeiten, weiß nicht ob es damit zusammen hängt oder ob Deutsche Doggen da allgemein anfällig sind oder obs einfach Pech war.

Bei Qualzuchten hab ich manchmal das Gefühl, dass da bei den Leuten irgendwie kurz das Hirn aussetzt.
Ich hab in meinem Freundeskreis viele Leute, die super tierlieb sind, sogar vegan leben und verletzte Wildtiere pflegen usw., aber sich dann trotzdem irgendwelche Qualzuchten oder Sonderfarben holen, teilweise nicht mal vom Züchter sondern Vermehrer.

Also die deutsche Dogge zählt soweit ich weiß nicht zur Qualzucht, aber die niedrige Lebenserwartung bei diesen "Riesenrassen" gibt einem schon zu denken.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
7. Aug. 12:40
Ist schon verrückt, wie sich das gewandelt hat mit den Farben. Früher wurden die Welpen mit "komischen" Farben umgebracht, heute wollen die alle haben. Hab eben auf einer Seite einer Zucht gelesen, dass bei der deutschen Dogge manche sogar schon im Mutterleib sterben aufgrund der Farbe. (Harlekin Gen) Und das Blue Merle/Grautiger früher oft getötet wurden wegen der Farbe. https://doggen-irschener-winkel.de/zucht/grautiger Eine Freundin von mir hat eine Blue Merle/Grautiger Deutsche Dogge. Einfach Merlegen soll ja eigentlich keine Nebenwirkungen haben, aber der Hund hat total viele Allergien/Unverträglichkeiten, weiß nicht ob es damit zusammen hängt oder ob Deutsche Doggen da allgemein anfällig sind oder obs einfach Pech war. Bei Qualzuchten hab ich manchmal das Gefühl, dass da bei den Leuten irgendwie kurz das Hirn aussetzt. Ich hab in meinem Freundeskreis viele Leute, die super tierlieb sind, sogar vegan leben und verletzte Wildtiere pflegen usw., aber sich dann trotzdem irgendwelche Qualzuchten oder Sonderfarben holen, teilweise nicht mal vom Züchter sondern Vermehrer. Also die deutsche Dogge zählt soweit ich weiß nicht zur Qualzucht, aber die niedrige Lebenserwartung bei diesen "Riesenrassen" gibt einem schon zu denken.
Doch auch die gehören leider zu den Qualzuchten. Ich liebe Deutsche Doggen schon seit ich klein war. Gesund ist da aber nicht mehr viel dran. Allerdings kommt es da echt auf die Zuchtlinie an.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sonja
7. Aug. 12:51
Doch auch die gehören leider zu den Qualzuchten. Ich liebe Deutsche Doggen schon seit ich klein war. Gesund ist da aber nicht mehr viel dran. Allerdings kommt es da echt auf die Zuchtlinie an.
Ich habe den Eindruck, in Amerika sehen die Doggen noch nicht so extrem aus wie hierzulande. Ich glaube auch da gibt es zwei Typen, ähnlich wie bei Collies und Shelties.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Sonja
7. Aug. 13:22
Ich habe den Eindruck, in Amerika sehen die Doggen noch nicht so extrem aus wie hierzulande. Ich glaube auch da gibt es zwei Typen, ähnlich wie bei Collies und Shelties.
Hier was dazu allerdings in englisch : https://a-z-animals.com/pets/dogs/dog-comparison/american-vs-european-great-dane-2/ und hier ein Video https://share.google/RmXxeWvd2QxPtTwLx. Der größte Unterschied ist wohl die "erlaubten Farben" und das Gewicht; die Deutschen sind teils erheblich schwerer/massiger als die amerikanischen 🤗...Ich würde daher vermuten das die amerikanischen noch eher dem ursprünglichen Typ , also also dem "Arbeitshund" entsprechen. Die durchnittliche Lebenserwartung der amerikanischen ist auch um einiges höher.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
7. Aug. 13:47
Ich habe den Eindruck, in Amerika sehen die Doggen noch nicht so extrem aus wie hierzulande. Ich glaube auch da gibt es zwei Typen, ähnlich wie bei Collies und Shelties.
Ja so ähnlich. Die Amerikanischen sind oft größer aber schlanker/leichter. Die Kopfform ist etwas anders, Augenlider hängen nicht so und auch die Lefzen sind wohl nicht so groß wie bei der europäischen Linie.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Katrin
7. Aug. 13:55
https://doggen-irschener-winkel.de/zucht/klassischer-typus
 
Beitrag-Verfasser
Dogorama-Mitglied
7. Aug. 15:16
Doch, natürlich:

Insbesondere der Riesenwuchs kann zu Gelenk- und Skelettproblemen wie Arthrose und Hüft- oder Ellbogendysplasie führen. Auch Magendrehungen, Herz-Kreislauf-Probleme und eine verkürzte Lebenserwartung sind die [potenziellen] Folgen.
 
Beitrag-Verfasser-Bild
Celine
7. Aug. 15:19
Dazu zähle ich heutzutage besonders den American Bully XL und XXL. Je massiger der Hund, desto besser. Macht ja schließlich Eindruck, die damit verbundene Qual ist egal.