Na bei dem Experiment haben ja Menschen die zahmeren Füchse für die Weiterzucht ausgesucht. Ich gehe eher davon aus, dass die Auswahl da nicht ganz objektiv war und diese Leute Füchse ausgesucht haben, deren Optik mehr dem Kindchenschema entsprochen hat. Und dieser Optik werden ja auch bestimmte Charaktereigenschaften zugeschrieben und kein Mensch ist frei davon, andere -egal ob Mensch oder Tier- erstmal nach dem Aussehen zu beurteilen.
Du kannst dich ja mal reinlesen.
Das Forschungsziel war auf Verhalten und explizit nicht auf Optik zu selektieren.
Das Experiment läuft im übrigen auch heute noch, seit nun mehr über 60 Jahre.
Die Füchse haben neben optischen Veränderungen wie Schlappohren auch neue Laute in der innerartlichen Kommunikation und neues Spielverhalten entwickelt.
Weder die optischen Veränderungen, noch diese innerartlichen Veränderungen waren vorhergesehen und ermöglichen einen neuen Einblick in die Domestikation von Tieren, aber auch das Sozialverhalten von Menschen.
Es ist sehr spannend.
Es wurden nebenbei auch besonders aggressive Füchse selektiert.
Ein ähnlicher Effekt wird auch bei wilden Füchsen beobachtet, die in der Stadt leben.
Diese haben ebenfalls kürzere Schnauzen und kleinere Schädel.
Diese Füchse werden nicht von Menschen selektiert, da ist Voreingenommenheit ausgeschlossen.
"Urbane Zahmheit
Eine kürzere Schnauze könnte den Füchsen in der Stadt beim Fressen von Weggeworfenem und Wühlen im Abfall behilflich sein. All dies seien aber auch Erscheinungen, die bei vielen Tieren im Zuge der Domestizierung auftraten. Zu diesem «Domestizierungs-Syndrom», wie die Forscher es nennen, gehören nicht nur ein kürzerer Schädel, ein kleineres Gehirn und weniger Geschlechtsdimorphismus, sondern auch zahmeres Verhalten, Änderungen der Fellfarbe und – bei Hundeverwandten – Schlappohren.
Viele dieser Merkmale treten als «Nebenerscheinungen» auf, wenn Tiere auf ihre Zahmheit ausgelesen werden. «Stadtfüchse sind nicht domestiziert», stellen die Forschenden klar, «aber es scheint plausibel, dass durch das Leben in der Nähe von Menschen diejenigen Tiere bevorteilt, die weniger unter Angst und Stress leiden – also quasi eine ‹urbane Zahmheit› aufweisen.»"