Prof. Dr. Ronald Schultz ist ein international anerkannter Experte für veterinärmed. Immunologie an der University of Wisconsin-Madison. Seine Forschungen haben die Impf- empfehlungen für Hunde grundlegend beeinflusst, indem sie zeigten, dass viele Impfungen weit länger halten als das früher übliche jährliche Intervall. Hier die Kernpunkte seiner Empfehlungen zu Hundeimpfungen:
"Impfen Sie weise" (Vaccinate wisely): Schultz vertritt den Ansatz, Impfungen auf das notwendige Maß zu beschränken, um Überimpfung und Nebenwirkungen zu vermeiden.
Dauer der Immunität (DOI): Seine Studien zeigten, dass Impfstoffe gegen Staupe, Parvovirose u. Adenoviren (Core-Impfungen) eine Immunität von mindestens 3 - 7 Jahren, oft sogar ein Leben lang, bieten.
Impfintervall: Nach der Grundimmunisierung (inkl. einer Auffrischung im Alter von ca. 1 Jahr) müssen Core-Impfstoffe im Erwachsenenalter nicht jährlich, sondern im Regelfall nur alle 3 Jahre oder seltener aufgefrischt werden.
Tollwut: Obwohl sie oft länger hält, empfiehlt Schultz, Tollwutimpfungen gem. der gesetzl. Vorgaben (oft alle 3 Jahre) durchzuführen.
Titer-Tests: Statt blindem Nachimpfen empfiehlt er Titer-Tests (Messung Antikörper), um festzustellen, ob ein Hund noch geschützt ist.
Non-Core-Impfungen: Impfungen gegen Zwingerhusten (Bordetella) oder Leptospirose (bakterielle Impfungen) bieten eine kürzere Immunität und sollten nur bei individuellem Risiko, ggf. jährlich, aufgefrischt werden.
Welpen: Welpen sollten nicht zu früh geimpft werden (am besten ab der 6. - 8. Woche) und die Serie bis zur 16. Woche oder älter fortsetzen.
Zusammenfassend empfiehlt Prof. Schultz, die Grundimmunisierung wie geplant durchzuführen, aber im Erwachsenenalter den Impfschutz durch Titer-Tests zu prüfen, statt jährlich routinemäßig zu impfen.
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